Ochsenkopf_Jan_2005.JPG Der Ochsenkopf ist der zweithöchste Berg des Fichtelgebirges mit einer Höhe von 1.024 Metern. Auf dem Gipfel befindet sich ein Aussichtsturm (Asenturm) sowie ein Sendeturm für UKW und Fernsehprogramme des Bayerischen Rundfunks.
Zum Ochsenkopf führt aus Süden und Norden jeweils ein Sessellift. Die Talstationen befinden sich im Norden in der Ortschaft Bischofsgrün und im Süden in Fleckl, einem Ortsteil der Gemeinde Warmensteinach.
Im Winter besteht am Ochsenkopf die Möglichkeit von Skisport. Entlang der Seilbahnen verlaufen zwei Abfahrtspisten. Im Sommer kann eine Sommerrodelbahn genutzt werden. Diese ist von der Talstation Nord aus erreichbar.
Nur wenig östlich dieses Bergs , oberhalb der Ortschaft Fichtelberg , entspringen der "Weiße Main" - der rechte bzw. nördliche Quellfluss des Mains, sowie die Fichtelnaab, einer der Quellflüsse der Naab . Genau hier verläuft die Europäische Wasserscheide . Die Naab fließt nach Süden Richtung Donau, der Main nach Westen zum Rhein.
Das erste Mal beantragte die FGV-Ortsgruppe Bischofsgrün am 21. Dezember 1902 beim FGV-Hauptverein den Bau eines festen Steinturmes und überwies einen Grundstock von 230 Mark als erste Rate. Es wurde zwar der Beschluss für einen Turmbau gefasst, doch es sollten noch Jahre für die Verwirklichung des Projektes vergehen, machte doch der Erste Weltkrieg alle Pläne vorerst zunichte. Erst 1922 hat die FGV-Hauptversammlung den einstigen Beschluss zum Turmbau wieder aufgegriffen und bestimmt, dass die beteiligten FGV-Ortsgruppen in „tunlichster Beschleunigung“ die Unterlagen für einen Neubau beizubringen hätten.
Inzwischen wurden am 14. Mai 1922 auch die Pläne des Bayreuther Architekten Hans Reissinger vorgelegt, die großen Beifall fanden. Schwierig gestaltete sich die Beschaffung der notwendigen Geldmittel, man entschloss sich trotz der beginnenden Inflation für eine Spendenaktion unter den FGV-Ortsgruppen. Der Chronist schrieb damals: „Was halfen denn alle diese Papierscheine, die im Verlauf von Tagen und später sogar von Stunden wertlos geworden sind“. Trotz aller Schwierigkeiten begann die Firma Häffner & Keil aus Bayreuth 1922 mit dem Turmbau und als das Geld knapp wurde, waren es die FGV-Mitglieder, die sich am Turmbau als Hilfskräfte beteiligten.
Sie waren in Grassemann und Fichtelberg untergebracht und begaben sich täglich an ihre Arbeitsstätte auf dem Berggipfel. Auch die Bischofsgrüner Schulen stellten sich in den Dienst der guten Sache, Schüler transportierten in ihren Rucksäcken Baumaterial zum Berggipfel. In den Wintermonaten ruhte dann die Bautätigkeit; sie wurde im Mai 1923 wieder aufgenommen und als dann der FGV wieder vor leeren Kassen stand, waren es Mitglieder der FGV-Ortsgruppen Hof, Bayreuth, Bischofsgrün, Fichtelberg, Münchberg und Schwarzenbach, die tatkräftig zupackten. Am 26. August 1923 konnte der Asenturm mit seinem kleinen Umbau als Wirtschaftsraum feierlich der Öffentlichkeit übergeben werden. Aus allen Richtungen waren 5000 Menschen, teilweise mit Sonderzügen angereist, zum Gipfel des Ochsenkopfes geströmt. Fanfaren erklangen und „kerndeutsche“ Reden wurden gehalten, wie der Chronist berichtet. Die Ausgaben für den Turmbau beliefen sich auf 2,5 Milliarden Mark!
Durch die Aufzeichnungen des Bischofsgrüner Pfarrers Heinrich Scherber in seinem Buch „Umsichten auf den Ochsenkopf“ erfahren wir, dass bei einer freistehenden Felsmauer auf dem Ochsenkopf Bernhard v. Lindau von der Sternwarte Gotha im Oktober 1808 Messinstrumente aufgestellt wurden. Dieser ließ auch ein trigonometrisches Zeichen in Form einer Holzpyramide errichten, die übrigens auch als erster „Aussichtsturm“ verwendet wurde. Neben Gradmessungen betrieb v. Lindau auch Höhenmessungen und trug durch seine wissenschaftlichen Veröffentlichungen wesentlich zur Kenntnis des Fichtelgebirges bei. Für den genauen Instrumentenstandort wurde 1810 ein Kreuz und Pfeile in einen Felsen eingemeißelt und 1850 fügte man oberhalb des Kreuzes die Buchstaben H.D.N.P hinzu. Die Abkürzung bedeutet Hauptdreiecksnetzpunkt. Die Felseinmeißelungen sind heute noch deutlich zu sehen. 1876 wurde dann in der Nähe des H.D.N.P ein Steinpfeiler in Obeliskform durch die königlich sächsische Landesvermessung unter der Leitung von Prof. Nagel errichtet und auch für Zwecke der europäischen Gradmessung verwendet. Da die sächsische Regierung damals die Errichtung und Finanzierung dieses Pfeilers besorgte, ging er als „Sächsischer Vermessungspfeiler“ in die Geschichte ein. Der heute noch zu sehende Obelisk stellt den Rest des ursprünglichen Pfeilers dar, der wesentlich höher war.
Der neue Fernsehturm ermöglichte es auch den Bewohnern des "Tals der Ahnungslosen", mit Hilfe einer speziellen sog. "Ochsenkopfantenne" Fernsehprogramme aus Westdeutschland zu empfangen.
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"Ochsenkopf (Fichtelgebirge)".
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