Der Ausdruck Ochse (v. althochdt.: ohso = Samenspritzer; eigtl. Zuchtstier) bezeichnet heute ein kastriertes männliches Rind.
Nur mittels Kastration war es möglich, die gegenüber dem weiblichen Rind viel größere Arbeitskraft des Stiers für menschliche Zwecke zu nutzen. Im Gegensatz zum unkastrierten männlichen Rind, dem Stier, ist der Ochse gutmütig und lässt sich in der Landwirtschaft als Zug- und Arbeitstier einsetzen. Der Ochse ist das älteste belegte Zugtier, allerdings können z.B. Hunde bereits zuvor für geringere Lasten eingesetzt worden sein. Der frühste Einsatz von Ochsenpaaren vor dem Pflug erfolgte bereits unter Verwendung eines Jochs, wahrscheinlich ab der Mitte des 6. Jh. v. Chr. in Mitteleuropa. Etwas später zog der Ochse bereits Schleifen und Schlitten später dann auch Karren und Wagen. Ochsenkarren haben in der dritten Welt noch heute große Bedeutung. Bei Ochsenrennen werden die Tiere auch als Reittiere verwendet. In Ägypten wurden noch lange Kühe vor dem Pflug eingesetzt.
In den letzten Jahren werden Ochsen vermehrt auch aufgrund ihres sehr hochwertigen, gut marmorierten Fleisches gehalten.