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Obstbau bezeichnet den großflächigen Anbau von Kernobst, Steinobst oder Beerenobst im Freilandanbau.

Geschichte


Die ersten im europäischen Kulturkreis wahrscheinlich von den Römern angebauten Obstarten waren Apfel (Malus sylvestris), Pflaume (Prunus domestica) und Birne (Pyrus communis), die weltweit seit mehr 4000 Jahren in Kultur sind. Auch die in Europa und Westasien heimische Wildform der Süßkirsche (Prunus avium) dürfte früh in Kulturen angebaut worden sein.

Homers Odyssee, das Heldenepos der griechischen Antike (800 v. Chr.), stellt in allen ihren umfangreichen Beschreibungen nie dar, dass Obst gegessen wird. Und doch machen für den Dichter Birnen, Granatäpfel, Äpfel, Feigen, Oliven und natürlich Weintrauben einen wohlgeplanten Obstgarten aus; einen, der über lange Zeit im Jahr Früchte hervorbringen würde:

:Außer dem Hof ist ein großer Garten nahe der Hoftür :An vier Morgen, auf allen Seiten vom Zaun umzogen. :Große Bäume stehen darin in üppigem Wachstum, :Apfelbäume mit glänzenden Früchten, Granate und Birnen :Und auch süße Feigen und frische, grüne Oliven.

:Denen verdirbt nie Frucht, noch fehlt sie winters wie sommers :Während des ganzen Jahres, sonder der stetige Westhauch :Treibt die einen hervor und läßt die anderen reifen. :Birne auf Birne reift da heran und Apfel auf Apfel, :aber auch Traube auf Traube und ebenso Feige auf Feige. (Homer, Odyssee 7,112)

König Laertes erkannte seinen Sohn Odysseus, welcher nach zehnjähriger Irrfahrt nach Hause zurückkehrte, daran, dass er ihm die Sortennamen der Bäume nennen konnte, die er ihm selbst einst geschenkt hatte (24. Gesang): Denn ich begleitete dich als Knab' im Garten; wir gingen unter den Bäumen umher, und du nanntest und zeigtest mir jeden. Dreizehn Bäume mit Birnen und zehn voll rötlicher Äpfel schenktest du mir und vierzig Feigenbäume... Das Beispiel illustriert Besitzverhältnisse im frühen Obstbau

Verbreitung


In der Neuzeit entstanden weltweit größere Obstbaugebiete, in denen Obst für die Versorgung nahegelegener Städte bzw. für den Export angepflanzt wurde. Das Alte Land nahe Hamburg oder der Bodenseeraum liefert beispielsweise Äpfel, Kirschen und Pflaumen. In Mittelamerika entstanden riesige Bananenplantagen, die dort auch die politischen Verhältnisse beeinflussten, weil US-Konzerne ein Interesse an der Kontrolle über die Landflächen und an billigen Arbeitskräften hatten.

Bewässerungsanbau


Obstbau in subtropischen Gebieten erfordert oft Bewässerung, so der Anbau von Apfelsinen.

Züchtung und Veredelung


Viele Obstsorten werden nicht aus Samen nachgezogen, sondern durch Stecklinge oder Steckhölzer vegetativ vermehrt. Bei manchen Obstsorten werden Zweige, so genannte Edelreiser, von besonders ertragsreichen Sorten auf robuste Stämme anderer Sorten (Unterlagen) aufgepfropft.

Schnittmaßnahmen


Der Schnitt von Obstbäumen im Obstbau dient der vorbeugenden Schädingsbekämpfung und der Ertags- und Qualitätsoptimierung, etwa um Alternanz zu reduzieren.

Schädlingsbekämpfung


Kritisch betrachtet wird der Einsatz von Schädlingsbekämpfungsmitteln, der wie bei allen Monokulturen auch beim Obstbau häufig ist. So gibt es heute neben dem konventionellen Obstbau auch einen ökologischen Obstbau. In den letzten Jahren hat im Obstbau immer mehr der integrierte Pflanzenschutz Einzug gehalten. Besonders die Bekämpfung tierischer Schädlinge (Falter, Wickler...) mit der Verwirrmethode erzielt hier gute Erfolge.

Literatur


  • Kopp, Barbara; Boos, Markus: "Grundlagen des ökologischen Obstanbaus". 2003 Bioland ISBN 3-934239-08-0

Siehe auch


Weblinks


Obstbau | Gartenbau

Fruitteelt

 

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