Oberwart (
ungar.: Felsőőr) ist eine Stadtgemeinde im
Burgenland im
Bezirk Oberwart in
Österreich mit 6.696 Einwohnern. Sie ist zugleich auch die Bezirkshauptstadt des
Bezirks Oberwart. Die Bevölkerung besteht zu 73 % aus
deutschsprachigen Österreichern. Anteil der
ungarischen Minderheit beträgt 17,5 %, in ihrer Sprache lautet der Ortsname
Felsőőr. Daneben gibt es noch einige
Kroaten, die den Ort
Gornja Borta nennen. 59 % der Bevölkerung sind
Katholiken und 33 %
Protestanten. Die Stadt ist hauptsächlich als Markt- und Schulstadt bekannt.
Geografie
Die Gemeinde liegt im Südburgenland an der
Pinka. Ortsteile der Stadtgemeinde sind Oberwart und Sankt Martin in der Wart.
Geschichte
1327 wurde Oberwart als Grenzwächtersiedlung erstmals urkundlich erwähnt. Der Ort gehörte wie das gesamte Burgenland bis
1920/
21 zu
Ungarn (Deutsch-Westungarn). Seit
1898 musste aufgrund der
Magyarisierungspolitik der Regierung in
Budapest der ungarische Ortsname Felsőőr verwendet werden. Nach Ende des ersten Weltkriegs wurde nach zähen Verhandlungen Deutsch-Westungarn in den
Verträgen von St. Germain und Trianon 1919 Österreich zugesprochen. Am 4. Oktober 1921 proklamierte der ungarische
Freischärler Paul von Prónay den Staat "Leitha-Banat" (Lajtabánság), der sich aber nach kurzer Zeit auflöste. Der Ort gehört seit dem 26. November 1921 zum neu gegründeten Bundesland Burgenland (siehe auch
Geschichte des Burgenlandes). Stadtgemeinde ist Oberwart seit 1939 bzw. 1973 (durch VO 4 erfolgte Weiterverleihung). Am
5. Februar 1995 wurden bei Oberwart die vier
Roma Peter Sarzközi, Josef Simon, Erwin und Karl Horvath durch eine
Rohrbombe des Briefbombenattentäters
Franz Fuchs getötet. Sie hatten versucht, eine Plakette mit rassistischen Beschimpfungen (
"Roma zurück nach Indien"), die an der Bombe angebracht war, zu entfernen.
Erhalten ist noch der einzige jüdische Friedhof im Burgenland, dessen Grabsteine nicht hebräisch verfasst sind.
Wappen
Die Wappenbeschreibung lautet:
In silbernem Schild ein blau gekleideter Krieger - Grenzwächter - mit schwarzer Mütze und ebensolchen Stiefeln, in der Rechten eine schwarze Streitaxt, die Linke an der Hüfte; Leibrock, Hose und Mütze mit goldener Verschnürung versehen, letztere außerdem mit einer blauen Feder. Der Krieger wird von zwei an die Seitenränder gelehnten schwarzen Felsen begleitet, auf denen ein schwarzer Wachtturm mit zwei Zinnen und Spitzdach steht
Verkehr
Eisenbahn
Oberwart ist ein Bahnhof an der
Pinkatalbahn. Im Jahr
2005 wurde die Strecke bis
Großpetersdorf für den Personenverkehr wiedereröffnet. In Planung bzw. Überlegung ist eine weitere Verlängerung der Strecke ins
ungarische Szombathely.
Seit dem Frühjahr 2005 betreibt ein Verein die Strecke Oberwart -
Oberschützen als Nostalgiebahn.
Politik
Bürgermeister ist LAbg. Gerhard Pongracz von der SPÖ, 1. Vizebürgermeister Sabina Schloffer von der ÖVP und 2. Vizebürgermeister Alfred Tallian von der SPÖ. Amtsleiter ist Werner Gilschwert. Amtmann ist Roland Poiger.
Die Mandatsverteilung (25 Sitze) in der Gemeindevertretung ist
SPÖ 13,
ÖVP 11,
FPÖ 1, Grüne 0 und andere Listen 0 Mandate.
Städtepartnerschaften
Eine Städtepartnerschaft besteht zur ungarischen Stadt
Szombathely.
Sonstiges
Unter dem Namen
Eurowart vereanstaltet die Stadt seit fünf Jahren eine Rahmenveranstaltung, bei der sich jeweils ein anderes Europäisches Land in einzelnen Veranstaltungen präsentiert. So waren bisher
Italien,
Frankreich,
Niederlande und
Irland mit kulturellen und gastronomischen Veranstaltungen zu Gast.
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