Oberstenfeld ist eine Gemeinde in der Mitte
Baden-Württembergs, 40 km nördlich von
Stuttgart.
Geografie
Oberstenfeld liegt im oberen Bottwartal im Nordosten des Landkreises Ludwigsburg.
Im Norden und Osten grenzt es an die Löwensteiner Berge, westlich ragen die von Weinbergen überzogenen
Anhöhen von Forstberg und Wunnenstein auf.
Nachbargemeinden
Die nächstgelegenen Nachbargemeinden sind
Beilstein im Norden,
Großbottwar im Süden.
Gemeindegliederung
Neben dem Ort Oberstenfeld selbst gehören auch
Gronau (unmittelbar nordöstlich von Oberstenfeld) sowie
Prevorst,
ca. fünf Kilometer nordöstlich in den Löwensteiner Bergen gelegen, zur Gemeinde.
Prevorst ist vom Rest des Gemeindegebiets getrennt und bildet eine Exklave zwischen dem
Landkreis Heilbronn und dem
Rems-Murr-Kreis.
Mit 482 Metern über NN ist es der höchstgelegene Ort im Landkreis Ludwigsburg.
Städtepartnerschaft
Seit September 2005 besteht offiziell eine Partnerschaft mit der italienischen Kleinstadt
Verbicaro aus der
Provinz Cosenza. Viele italienische Mitbürger in Oberstenfeld stammen ursprünglich aus dieser 3000 Einwohner starken
Kleinstadt in
Kalabrien. Das
Logo des Partnerschaftskomitees wurde von einem Jung-
Designer angefertigt (C. Lämmle). Ein Schild am Ortseingang erinnert an diese Städtepartnerschaft.
Oberstenfeld-um 1900.jpg
Geschichte
Oberstenfeld entstand im 7. oder 8. Jahrhundert. Im Jahre
1016 wurde am Ort das
Damenstift Oberstenfeld gegründet. Im Jahre
1357 übernahmen die Grafen von
Württemberg dessen Schirmherrschaft. Das Stift, das
1540 die Reformation annahm, verblieb jedoch bis
1803 Teil der
Reichsritterschaft und wurde erst dann von Württemberg vereinnahmt.
Auch der Ortsteil Prevorst sowie die Burg Lichtenberg gelangten 1357 von den Herren von Lichtenberg an die Grafen von Württemberg, die wenige Jahre zuvor (1350) schon Gronau von den Markgrafen von Baden erworben hatten. Prevorst gehörte hernach zur Gemeinde Gronau.
Waren die drei Orte ab 1810 noch gemeinsam dem Oberamt Marbach zugeordnet, so gelangte Oberstenfeld 1938 an den Landkreis Ludwigsburg, Gronau mit Prevorst hingegen an den Landkreis Heilbronn.
Am 1. Januar 1972 wurde Gronau mit Prevorst jedoch unter Wechsel der Landkreiszugehörigkeit
nach Oberstenfeld eingemeindet.
Der Ort Prevorst wurde durch Friederike Hauffe geb. Wanner (1801–1829), die sogenannte Seherin von Prevorst, bekannt, über die Justinus Kerner einen Bericht schrieb.
Vgl. zu dieser berühmtesten Patientin Kerners:
- Wouter J. Hanegraaff: Versuch über Friederike Hauffe: Zum Verhältnis zwischen Lebensgeschichte und Mythos der "Seherin von Prevorst"
(I). In:
Suevica 8 (1999/2000). Stuttgart 2000
S. 17-45. ISBN 3-88099-395-5. - [Schluss:
(II). In: Suevica 9 (2001/2002). Stuttgart 2004
*, S. 233-276. ISBN 3-88099-428-5.
Religionen
Es gibt ein katholisches und drei evangelische Gotteshäuser sowie eine
Moschee.
Wappen und Flagge
Das Wappen der Gemeinde zeigt:
In Silber auf grünem Boden ein einhersprengendes schwarzes, silbern gesäumtes Ross, auf dem ein schwarz gerüsteter Reiter (ein Oberst) mit rotem Helmbusch und silbernem Schwert sitzt.
Das Wappen geht auf ein seit
1681 benutztes Siegel zurück und versinnbildlicht den Ortsnamen.
Die Flagge ist grün-weiß und wurde bereits vor 1935 geführt.
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Bauwerke
Über Oberstenfeld thront die
Burg Lichtenberg inmitten idyllischer Weinberge gelegen. Die Peterskirche, im romanischen Stil erbaut, ist die Hinterlassenschaft einer nicht mehr existenten Vorgängergemeinde. Die im Ortskern gelegene Stiftskirche St. Johannes der Täufer ist eine der bedeutendsten romanischen Kirchen des Landes. Sie ist Mai bis Oktober sonntags von 11 bis 13 Uhr geöffnet. Durch die historische Stiftskirche werden gegen ein Entgelt Führungen angeboten. Dicht daneben steht die Dorfkirche, im neunten Jahrhundert als Galluskapelle errichtet. Später wurde sie zum Gebetshaus der Fleckengemeinde im Gegensatz zur benachbarten Stiftsgemeinde. Nach starken Beschädigungen aus dem Jahre 1693 wurde sie 1738 neu erbaut. Das Nordportal wird von dem steinernen Wappen der Gemeinde geziert, einem berittenen Obersten, der auch auf der
Wetterfahne präsent ist.
Sport
Regelmäßige Veranstaltungen
Das Pfingstturnier zieht jedes Jahr Handballer aus der Umgebung und ausländischen Vereinen an.
Das Fleckenfest Oberstenfeld wird jährlich am letzten Wochenende im Juni von den ansässigen Vereinen durchgeführt. Seit 2004 wird dort auch ein Wettbewerb im Chili-Wettessen veranstaltet, der Teilnehmer und Zuschauer aus ganz Europa anzieht.
Wirtschaft und Infrastruktur
Verkehr
Die nahe gelegene
A 81 Stuttgart–
Würzburg sorgt für eine sehr gute Verkehrsanbindung mit dem Auto in alle Richtungen.
Da Oberstenfeld noch im Verkehrsverbund Stuttgart (VVS) liegt, existiert eine gute Anbindung an den ÖPNV in Richtung
Marbach am Neckar mit dem Bus, wo man in die
S-Bahn nach
Stuttgart umsteigen kann.
Ansässige Unternehmen
Oberstenfeld hat etliche mittelständische Unternehmen und auch größere Arbeitgeber wie Werzalit oder die Getrag.
Öffentliche Einrichtungen
Das Mineralfreibad Oberes Bottwartal wird in Kooperation mit der Nachbargemeinde
Beilstein betrieben und ist von Anfang Mai bis Mitte September geöffnet. Es stehen über 1000 Parkplätze zur Verfügung.
Bildung
Die Lichtenbergschule in Oberstenfeld ist eine Grund- und Hauptschule mit Werkrealschule.
Literatur
- Der Kreis Ludwigsburg, hrsg. von Ulrich Hartmann. 2. Auflage, Konrad Theiss Verlag, Stuttgart, 1994.
Fotos aus Oberstenfeld
Nebeloktober.jpg
Weblinks
Landkreis Ludwigsburg | Ort in Baden-Württemberg