Der Oberlausitzer Sechsstädtebund umfasste die Städte Bautzen, Görlitz, Zittau, Kamenz, Löbau und Lauban. Er existierte in dieser Form von 1346 bis 1815.
| Wappen der sechs Städte |
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| Wappen Landkreis Bautzen.svg Bautzen |
| Wappen Goerlitz.png Görlitz |
| Wappen von Zittau.PNG Zittau |
| POL Lubań COA.svg Lauban |
| Wappen loebau.PNG Löbau |
| Wappen kamenz.PNG Kamenz |
Zum Schutz des Landfriedens in der Oberlausitz schlossen sich die Städte Bautzen, Görlitz, Kamenz, Lauban, Löbau und Zittau am 21. August 1346 zu einem Schutz- und Trutzbündnis zusammen, das sich in seinen Anfängen vornehmlich gegen das Raubrittertum richtete. Zu Beginn ein eher loses „Achtbündnis“, entwickelte sich der Sechsstädtebund zu einer die Geschichte der Region über Jahrhunderte entscheidend beeinflussenden Institution, die alle anderen Städtebündisse überdauern sollte. Der Zusammenschluss führte zu einem erheblichen Aufschwung des Ansehens und der politischen Macht der beteiligten Städte. Es ist nicht unwahrscheinlich, dass die Gründung von Karl IV. ausging, um ein Gegengewicht zum Landadel zu schaffen. 1351 erkannte er den Oberlausitzer Sechsstädtebund an und kam 1355 selbst in die Oberlausitz, wo er die Zerstörung verfemter Raubnester durch die Städte anordnete. Zerstört wurden unter anderen: Tollenstein, Oybin, Landeskrone und Falkenstein.
Im Gegensatz zu anderen Landesteilen gab es in der Oberlausitz mit Ausnahme der Zeit vor dem 12. Jahrhundert, wo Bautzen als alter Stammessitz der Milzener der einzige nennenswerte Ort der Region war (Land Budissin), nie eine eindeutig dominierende Stadt. Auch wenn Bautzen das Verwaltungszentrum und Görlitz über viele Jahrhunderte die wirtschaftlich stärkste und bevölkerungsreichste Stadt waren, wurden die Bedeutungsunterschiede der Städte nie so groß, dass es ein in allen Bereichen dominierendes Zentrum der Region gab. Allerdings ist im Oberlausitzer Sechsstädtebund eine Zweitteilung in die drei „großen“, mächtigeren Städte (Görlitz, Bautzen, Zittau) und die drei „kleineren“ Städte (Löbau, Kamenz, Lauban) erkennbar, im Prinzip waren aber alle Städte im Bund gleichberechtigt.
Altstadt Bautzen aus der Luft mit weitem Blick aus Südosten ins Land Frühling 2005.jpg Vorort des Bundes war Bautzen. Es führte den Vorsitz und hatte im Rat die erste Stimme. Bis Mitte des 14. Jahrhunderts war Bautzen auch wirtschaftlich und in den Bereichen Kultur und Bildung führend. Bautzen hatte das Recht, alle im Namen der Sechsstädte ausgefertigten Briefe zu untersiegeln und alle ankommenden Schreiben zu öffnen. Dies führte in späterer Zeit vor allem zu Streitigkeiten mit Görlitz, welches spätestens seit Anfang des 15. Jahrhunderts wirtschaftlich überlegen war. Bedeutend für Bautzen war auch, dass es Sitz des Landvogtes war, dem Vertreter der Regierungsgewalt und Statthalter des Königs, der die oberste militärische, administrative und richterliche Gewalt vereinigte.
Hotherturm goerlitz.png Görlitz stieg schon relativ früh aufgrund seiner im Vergleich zu Bautzen verkehrsgünstigeren Lage zur ökonomisch überlegenen Stadt auf, die besonders viele Privilegien erhalten hatte und diese auch gut ausnutzte. In vielen Bereichen übernahm die Stadt deshalb in späterer Zeit eine Führungsrolle innerhalb des Bundes.
Zittau besaß anfangs noch eine eigene Vogtei, die aber schon 1412 aufgelöst wurde. Die Stadt war ebenfalls sehr reich und konnte Bautzen in ökonomischer Hinsicht eine gewisse Zeit lang sogar auf Platz 3 verdrängen.
Die anderen drei Städte waren wirtschaftlich schwächer und deshalb weniger an einer Vorrangstellung interessiert. Bei Streitigkeiten schlug sich Kamenz öfter auf die Seite Bautzens und Lauban auf die Seite von Görlitz, was klar mit der geographischen Lage zusammenhing. Löbau erlangte besondere Bedeutung durch die hier abgehaltenen jährlichen Verammlungen (Konvente).
Man hatte aber auch positive Meinungen voneinander. Die Zittauer galten als gebildet, die Görlitzer als ernsthaft, die Bautzener als wohltätig, die Laubaner als betriebsam und die Löbauer als sparsam.
Die Blütezeit des Städtebundes fiel in die ersten 200 Jahre seines Bestehens, als die Städte mit ihrer gemeinsamen Politik die stärkste Macht in der Oberlausitz wurden und den Adel deutlich überflügeln konnten. 1547 erlitten die sechs Städte im Gefolge von Ereignissen des Schmalkaldischen Krieges den so genannten Oberlausitzer Pönfall. Sie wurden von König Ferdinand I. für ihre angebliche Untreue hart bestraft. Zwar konnten die Städte ihre Position im folgenden Jahrzehnt wieder festigen, ihre eindeutige Übermacht in der Landespolitik war aber nicht wiederherstellbar.
League of six towns of Upper Lusatia | Lega delle Sei Città dell'Alta Lusazia | 六都市同盟 | Związek Sześciu Miast
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