Obergösgen ist eine politische Gemeinde im Bezirk Gösgen des Kantons Solothurn in der Schweiz.
Die Fläche des 3.6 km² grossen Gemeindegebiets umfasst einen Abschnitt des Solothurner Niederamtes. Die südliche Grenze verläuft teils entlang der alten Aare, die hier einen weiten Bogen nach Südosten zeichnet, teils auf der Niederterrasse südlich der alten Aare. Ein Grossteil des Wassers der Aare wird unterhalb von Olten in einen Seitenkanal (Gösger Kanal) abgeleitet und durch das bei Niedergösgen gelegene Elektrizitätswerk Olten-Gösgen genutzt. Der mittlere Teil des so genannten Schachen, der Insel zwischen dem ursprünglichen Aarelauf und dem Gösger Kanal, gehört ebenfalls zu Obergösgen. Von der Aare erstreckt sich der Gemeindeboden nordwärts über die breite Talniederung und die Ebene von Obergösgen bis auf das Tägermoos. Hier fliesst von Norden her der Stegbach in die Ebene und mündet östlich von Obergösgen in die Aare. Nordöstlich des Stegbachs reicht das Gebiet auf die Höhe des Buerwaldes, in dem mit 453 m ü. M. der höchste Punkt von Obergösgen liegt. Von der Gemeindefläche entfielen 1997 21 % auf Siedlungen, 29 % auf Wald und Gehölze, 43 % auf Landwirtschaft und etwas mehr als 7 % war unproduktives Land.
Zu Obergösgen gehören die Siedlung Schachen (384 m ü. M.) auf der Niederterrasse südlich der alten Aare, das Wohn- und Industriequartier Sandacker (382 m ü. M.) zwischen der Aare und dem Gösger Kanal und die Siedlung Stegbach (400 m ü. M.) am gleichnamigen Bach östlich an das Dorf anschliessend. Nachbargemeinden von Obergösgen sind im Norden Lostorf, im Osten Niedergösgen, im Süden Däniken und Dulliken sowie im Westen Winznau.
Die erste urkundliche Erwähnung des Ortes erfolgte 1161 unter dem Namen Gozequovon. Später erschienen die Bezeichnungen Gözchen und Gözchon (1226), Gözzichon (1277) und Gössikon (1453). Erst als das Nachbardorf Bözach den Namen Niedergösgen annahm, wurde zur besseren Unterscheidbarkeit das alte Gösgen in Obergösgen umgetauft. Der Ortsname geht auf den althochdeutschen Personennamen Gozzo zurück. Mit der Namensendung -gen (eigentlich ein Zusammenzug von -igkofen) bedeutet er soviel wie bei den Höfen der Leute des Gozzo, wobei so genannte Aussiedlerhöfe gemeint sind.
In der Talniederung nahe der Mündung des Stegbachs in die Aare erbauten die Freiherren von Gösgen im Hochmittelalter ihre Stammburg. Die Herrschaft Gösgen war ein frohburgisches Lehen. Mit dem Bau einer neuen Burg wurde 1230 der Stammsitz nach Niedergösgen verlegt. Noch bis weit ins 14. Jahrhundert hinein war auch die alte Burg Gösgen bewohnt. Nachdem die Freiherren von Gösgen in männlicher Linie ausgestorben waren, ging Obergösgen 1399 definitiv an die Falkensteiner über.
In arge Finanzschwierigkeiten geraten, musste Thomas von Falkenstein 1458 die gesamte Herrschaft an Solothurn verkaufen. Obergösgen wurde damit der Vogtei Gösgen und dem Gerichtskreis Lostorf zugeordnet. Nach dem Zusammenbruch des Ancien Régime (1798) gehörte Obergösgen während der Helvetik zum Verwaltungsbezirk Solothurn und ab 1803 zum Bezirk Gösgen.
Da die Aare bei Hochwasser jeweils grosse Überschwemmungen verursachte, war die Niederterrasse im Bereich von Obergösgen nicht besiedelbar. Zudem ergaben sich infolge der Verlagerung des Flusslaufs des Öfteren Grenzstreitigkeiten mit dem benachbarten Dulliken. Mit dem Bau des Gösger Kanals in der Zeit von 1913 bis 1917 wurde die Aare reguliert, was ein bedeutender Wandel des Landschaftsbildes nach sich zog. Weite Teile der Talaue wurden trockengelegt und neues Kulturland und Siedlungsgebiet gewonnen.
Ort in der Schweiz Ort im Kanton Solothurn Schweizer Gemeinde
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