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Wappen Karte
Wappen Ober-Ramstadt.png Karte reinheim in deutschland.png
Basisdaten
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Darmstadt
Landkreis: Darmstadt-Dieburg
Geografische Lage:
Höhe: 200 - 338 m ü. NN
Fläche: 41,88 km²
Einwohner: 16.060 (30. Juni 2005)
Bevölkerungsdichte: 368 Einwohner je km²
Postleitzahl: 64372
Vorwahl: 06154
Kfz-Kennzeichen: DA
Gemeindeschlüssel: 06 4 32 016
Adresse der
Stadtverwaltung:
Darmstädter Straße 29
64372 Ober-Ramstadt
Website: www.ober-ramstadt.de
E-Mail-Adresse: magistrat@ober-ramstadt.de
Politik
Bürgermeister: Werner Schuchmann

Ober-Ramstadt ist eine Stadt im Landkreis Darmstadt-Dieburg in Hessen, Deutschland.

Geografie


Geografische Lage

Ober-Ramstadt liegt etwa 10 km von Darmstadt entfernt im vorderen Odenwald (siehe auch Odenwald). Am Fluss Modau, der durch Ober-Ramstadt fließt, liegt das Hochwasserrückhaltebecken Ober-Ramstadt, das einen 3 ha großen Stausee bildet.

Nachbargemeinden und -kreise

Ober-Ramstadt grenzt im Norden an die Gemeinde Roßdorf, im Osten an die Stadt Reinheim, im Südosten an die Stadt Groß-Bieberau, im Süden an die Gemeinde Modautal, im Westen an die Gemeinde Mühltal, sowie im Nordwesten an die kreisfreie Stadt Darmstadt.

Gliederung

Zur Stadt gehören neben der Kernstadt Ober-Ramstadt die Stadtteile Modau (Ober- und Nieder-Modau), Rohrbach und Wembach-Hahn.

Aus der Geschichte


Urkundlich wird Ober-Ramstadt erstmals 1310 erwähnt, als Graf Eberhardt von Katzenelnbogen für seine Stadt Ramstadt in allem die gleichen Freiheiten und Rechte wie die „städtische Gemeinde Frankfurt“ erhielt. Dazu zählte auch die Abhaltung eines Wochenmarktes. Im Mittelalter gehörten die umliegenden Wälder zum Wildbann Dreieich, welcher in Ober-Ramstadt auch eine seiner 30 Wildhuben unterhielt.

Waldenser in Ober-Ramstadt

1699 fanden in den Ortschaften Rohrbach, Wembach und Hahn Waldenser aus der Gemeinde Pragela im Herzogtum Piemont (dem heutigen Pragelato, Partnerstadt Ober-Ramstadts) eine neue Heimat, nachdem sie 1685 nach der Aufhebung des Ediktes von Nantes wegen ihres reformierten Glaubens die Heimat verlassen mussten.

Die waldensische Bewegung, die auf das 12. Jahrhundert zurückgeht und deren Anhänger schon seit dieser Zeit Verfolgungen ausgesetzt waren, schloß sich 1532 der Reformation an. Bei evangelischen Fürsten Deutschlands fanden sie ebenso wie Tausende anderer Verfolgter, z.B. die Hugenotten, Aufnahme. Ihre Ansiedlung, die - durch Privilegien zum Teil erleichtert - auch umworben war, war für die deutschen Fürstentümer kulturell wie wirtschaftlich eine Bereicherung.

Nach Verhandlungen ermöglichte Landgraf Ernst Ludwig 1699 knapp 400 Waldensern aus Pragela auf seinen Hofgütern Rohrbach, Wembach und Hahn einen Neubeginn. Um diese landgräflichen Hofanlagen entstand in der Folgezeit eine planmäßige Neubebauung, die in Rohrbach besonders konsequent durchgeführt und heute noch nachvollziehbar ist. Für Hugenotten wurden zu dieser Zeit ganze Innenstädte neu angelegt, etwa in Hanau, Neu-Isenburg, Mannheim oder Freudenstadt.

Während Wembach und Hahn sich als Siedlung entlang einer Straße entwickelten, war für Rohrbach das (heute nicht mehr vorhandene) zentrale Hofgut zum Orientierungs- und Mittelpunkt des neuen Dorfes gewählt worden. In der ersten 30 Jahren nach 1699 entstand die regelmäßige Bebauung mit typischen Fachwerkhäusern und U-förmig dahinter angeordneten Nebengebäuden. Die Grundstücksparzellen waren gleich groß und nach Gleichheitsgrundsätzen wurden auch alle Ackerflächen aufgeteilt.

Die Kirche in Rohrbach fand zusammen mit einem Pfarrhaus und Friedhof ihren Platz auf einer langgestreckten Freifläche in der Mitte der Gemeinde. Als Fachwerkkirche 1708 für alle drei Kolonien gebaut, wurde sie 1767 durch einen massiven Saalbau ersetzt. Im Innern sehr schlicht gehalten, entsprach sie den strengen Vorschriften der reformierten Lehre. Die Wembacher Kirche wurde nach diesem Vorbild bis 1835 errichtet.

Vermutlich waren es Waldenser, die die Kartoffel - die schon seit Mitte des 17. Jahrhunderts in Südfrankreich kultiviert wurde - in Südhessen heimisch gemacht haben. In einem lukrativen Nebenerwerb wirkten viele der Waldenserfamilien Strümpfe, deren Qualität regional sehr geschätzt wurde.

Stadtwappen

Das Stadtwappen zeigt drei Kornraden, eine heute gefährdete Nelkenart, die früher häufig in der Umgebung Ober-Ramstadts anzutreffen war. Fälschlicherweise wurden die Pflanzen des Wappens in der Vergangenheit für Rosen gehalten.

Verkehr


Durch die Odenwaldbahn ist Ober-Ramstadt an Darmstadt, Frankfurt am Main sowie Erbach und Eberbach angebunden.

Die Buslinen O, 678 und K 56 verbinden Ober-Ramstadt mit Darmstadt, Modautal, sowie Fischbachtal und Roßdorf.

Partnerstädte


Persönlichkeiten


Ober-Ramstadt ist der Geburtsort des Physikers und Philosophen Georg Christoph Lichtenberg.

Hans Gustav Röhr war einer der fortschrittlichsten deutschen Automobilkonstrukteure.

Links



Ort in Hessen

Ober-Ramstadt | Ober-Ramstadt

 

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