OFDM (Orthogonal Frequency Division Multiplex) ist ein Modulationsverfahren, das anstatt einen einzelnen Signalträger zu modulieren, eine große Zahl von Subträgern gleichzeitig moduliert.
Die Symboldauer ist bei OFDM gegenüber Einträgerverfahren sehr viel länger, da die Daten gleichzeitig statt nacheinander übertragen werden. Das resultierende Hochfrequenzsignal liegt also um ein Tausendfaches länger stabil „in der Luft“. Da nach dem Zeitgesetz der elektrischen Nachrichtentechnik Bandbreite und Übertragungszeit einer Nachricht austauschbar sind, kann wegen der längeren Symboldauer ein wesentlich enger begrenztes Frequenzband für jeden Subträger benutzt werden als bei Einträgerverfahren. In einem Funkkanal, der sonst von einem einzigen Einträgerverfahren benutzt wird, können mehrere tausend Subträger untergebracht werden.
Mit 8192 Subträgern, 64-QAM-Modulation (entspricht 6 bit pro Träger) und einer Symboldauer von einer Millisekunde lassen sich also 8192 * 6 * 1 / 1.e-3 = 49152000 bit/s übertragen. Wird das Symbol kurz wiederholt („gelooped“), entspricht die Wiederholungszeit dem Schutzintervall. Für großflächige terrestrische Übertragungen sind 50 µs bis 250 µs Schutzintervall notwendig, die maximale Datenrate im Beispiel würde damit um 5% bis 25% sinken.
| OFDM1.png | OFDM2.png |
Auf Empfängerseite müssen die einzelnen Träger aus dem Signalgemisch separiert werden. Dies könnte mit einzelnen Filtern geschehen, was allerdings bei mehr als einer Handvoll Frequenzen zu aufwendig wird. Daher wird heutzutage bei allen OFDM-Decodern zum Empfang eine schnelle Fourier-Transformation (FFT) benutzt, die die IFFT beim Sender rückgängig macht. Die Eingangsdaten der FFT sind die digitalisierten Werte des Signals aus einem Analog-Digital-Wandler (Analog-digital-Umsetzer, eng. analog-digital-converter ADC).
Problematisch und aufwendig bei einem OFDM-Empfänger ist die Synchronisation auf das empfangene Signal, da der Empfänger keine direkte Zuführung des Sendetaktes hat. Üblicherweise laufen dazu mehrere Synchronisationsstufen hintereinander ab. Zunächst muss der Sampletakt des ADCs und die Frequenz des HF-Trägers so justiert werden, dass alle Träger exakt auf die FFT-Träger fallen (entspricht einer Streckung/Stauchung und Verschiebung des Spektrums). Durch das Vorhandensein von vielen Echos gibt es einen Zeitpunkt, an dem die Impulsantwort die größte Energie aufweist. Aus diesem Zeitpunkt kann auf die Zeitspanne geschlossen werden, in der Echos empfangen werden und sich aufeinanderfolgende Symbole überlagern. Er wird über bestimmte Referenzsymbole bzw. Pilotträger mit einer Auto-Korrelation gefunden. Als letztes muss die für Quadraturamplitudenmodulation (QAM) notwendige Phasenreferenz extrahiert werden (sogenannte Kanalschätzung).
Je nach OFDM-Verfahren unterstützen verschiedene Zusatzsignale diese Synchronisation. Bei Digital Audio Broadcasting (DAB) überträgt man dazu ein Symbol lang gar keine Energie (Nullsymbol) und anschließend ein sog. Phasenreferenzsymbol zur exakten Frequenz- und Zeitsynchronisation. DVB-T nutzt ein systematisch über die Träger hinwegwanderndes Muster von Pilottönen. Mithilfe dieser Pilottöne kann die Phasenänderung über die Frequenz und Zeit hinweg ermittelt werden.
Eine Weiterentwicklung der OFDM stellt die Verwendung der diskreten-Wavelettransformation (DWT-OFDM) dar. Wavelets sind, wie die stückweise zusammengesetzten Sinus und Cosinus-Funktionen, im Frequenz und im Zeit bzw. Ortsraum orthogonal. Das Schutzintervall ist jedoch nicht nötig. Allein dadurch erreicht die DWT-OFDM im Allgemeinen eine höhere Spektraleffizienz bei gleichem Signal-Rauschabstand. Außerdem ist die Störung der Nachbarkanäle trotz fehlendem Schutzintervall deutlich geringer.
OFDM steht auch für Optical Frequency Division Multiplexing, was eine synonymer Begriff zu Wellenlängenmultiplexverfahren ist. Der Begriff "Optical Frequency Division Multiplexing" betont allerdings stärker, dass es sich bei dieser optischen Technik eine aus der elektrischen Nachrichtentechnik bekannte Frequenzmultiplextechnik handelt.
Nachrichtentechnik | Multiplextechnik
OFDM | Orthogonal frequency-division multiplexing | Modulación por división ortogonal de frecuencia | OFDM | Orthogonal Frequency Division Multiplexing | DMT | OFDM | Orthogonal frequency division modulation | OFDM | OFDM