O2 plc ist ein britisches Mobilfunkunternehmen. Früher war O2 die Mobilfunktochter der British Telecom und hieß Cellnet später BT Cellnet. Heute ist O2 eine Tochtergesellschaft der spanischen Telefónica. Als Konzernname wurde nach der Abspaltung von BT eine Zeit lang mmO2 verwendet. Heute ist O2 neben seinem Heimatmarkt noch in Irland, Deutschland und der Tschechischen Republik mit eigenen Netzen vertreten.
Im Jahr 2003 trennte sich mmO2 für 25 Mio. Euro von O2 Netherlands, das seitdem wieder Telfort heißt. Nach einer Umstrukturierung im März 2005 firmiert das Unternehmen nun als O2 plc. Am 23. Januar 2006 hat die spanische Telefónica die Übernahme von O2 für umgerechnet 26 Milliarden Euro abgeschlossen. Dadurch wurden O2 plc und Telefónica zusammen das weltweit viertgrößte Mobilfunkunternehmen nach China Mobile, Vodafone und China Unicom.
Seit 2006 gehören außerdem der ehemals staatliche Telekomkonzern Český Telecom sowie der angegliederte Mobilfunknetzbetreiber Eurotel, der Marktführer in der Tschechischen Republik zum Konzern. Mitte des Jahres 2006 sollen beide Unternehmen auf die neu gegründete Telefónica O2 Czech Republic, a.s. verschmolzen werden.
o2 plc ist mit 25,7 Millionen Kunden der siebtgrößte Mobilfunkbetreiber in Europa.
Die VIAG Interkom befand sich seit ihrer Gründung 1995 im Besitz der VIAG (später: E.ON) mit 45 %, British Telecom (BT) mit ebenfalls 45 % sowie des norwegischen Telekommunikationsunternehmens Telenor. Im Jahr 2000 übernahm BT das Unternehmen vollständig, nachdem sich E.ON aus dem Telekommunikationsbereich zurückzog. Im Zuge der Strategie einer Abtrennung des Mobilfunks aus dem übrigen Geschäftsbereich spaltete sich BT im Jahr 2001 in die Unternehmen BT Ignite (Festnetz) sowie mmO2 (Mobilfunk). Auch im deutschen Tochterunternehmen VIAG Interkom wurde diese Trennung vollzogen und das Festnetzgeschäft an British Telecom verkauft. Im Jahr 2002 wurden in der Folge die Namen der aus VIAG Interkom entstandenen Unternehmen an die der jeweiligen Mutter angepasst. Um Verwechslungen mit dessen D2-Netz zur vermeiden, verständigte man sich mit Vodafone darauf, in Deutschland nur die Schreibweisen O2 oder o2 zu verwenden.
Das von O2 Germany betriebene GSM 1800-Mobilfunknetz befindet sich seit Herbst 1998 in kommerzieller Nutzung. Aus wirtschaftlichen Gründen wird es nicht wie die übrigen drei Netze bundesweit ausgebaut, vielmehr konzentriert man sich auf umsatzstarke Ballungsräume und stark benutzte Verkehrsachsen. Zur Abdeckung der übrigen Gebiete konnten zunächst über ein spezielles Verfahren alle drei anderen Mobilfunknetze genutzt werden. Seit 1999 ist die Nutzung auf das D1-Netz von T-Mobile beschränkt, mit dem O2 Germany ein direktes National-Roaming-Abkommen unterhält. Dieses gilt auch für die neuen UMTS-Netze. Die Nutzung des T-Mobile-Netzes ist seit 2001 nach und nach in vielen Ballungsgebieten nicht mehr möglich. O2 Germany vertritt hier den Standpunkt, dass das eigene Netz bereits gut genug ausgebaut sei.
O2 Germany war Vorreiter bei den sog. Online-Verträgen, bei denen die gesamte Abwicklung des Mobilfunk-Vertrags über das Internet und kostenpflichtige Rufnummern abläuft und der Kunde keinen Anspruch auf Service in Filialen hat.
Das bekannteste Produkt von O2 Germany heißt Genion und ermöglicht dem Kunden, in einem bestimmten, definierten Bereich (der sogenannten "Homezone") für einen stark vergünstigten Tarif zu telefonieren. Mit der Zuteilung einer Festnetznummer, unter der der Kunde innerhalb dieser Zone erreichbar ist, soll ein vollwertiger Ersatz zu einem herkömmlichen Festnetzanschluss angeboten werden. Seit Mitte September 2005 kann auch die sog. Genion-Flatrate gebucht werden. Hierbei ist es möglich für einen monatlichen Festpreis aus der Homezone unbegrenzt ins deutsche Festnetz sowie netzintern zu telefonieren.
Seit 2004 bietet O2 Germany auch Laufzeitverträge mit festen Minutenpaketen unter dem Namen O2 Active an. Von November 2004 bis April 2005 konnte man bei diesem Produkt gegen einen geringen Monatsaufpreis das sogenannte After Work Pack zubuchen, das die erste Mobilfunk-Teilflatrate in Deutschland darstellte, indem es täglich von 18-22 Uhr unbegrenztes Telefonieren ins deutsche Festnetz sowie innerhalb des Mobilfunknetzes von O2 zuließ.
Das Prepaid-Programm von O2 wird unter dem Namen O2 LOOP vermarktet.
Zu den neuesten Produkten zählt surf@home, bei dem man zuhause mittels eines UMTS-Routers Internettarife (Zeit- und Volumentarife) anbietet. Dies ist vor allem für Kunden interessant, die sich komplett vom Festnetzanschluss lösen möchten bzw. keinen DSL-Anschluss bekommen können. Gleichwohl plant O2 für Herbst 2006 ein eigenes DSL-Angebot mit Geschwindigkeiten von bis zu 16.000 kbit/s (ADSL2+) zusammen mit Telefonica aufzubauen. Somit ist der Kunde komplett vom Festnetz unabhängig, da bisher ein DSL-Anschluss der T-Com nur in Verbindung mit einem Festnetzanschluss zu bekommen war. Diese Strategie will O2 nicht übernehmen. Nur die sog. letzte Meile wird von der T-Com bereitgestellt.
| 31.12. | Kunden (in Mio.) | Marktanteil |
|---|---|---|
| 1998 | 0,021 | 0,2 % |
| 1999 | 0,900 | 3,9 % |
| 2000 | 3,200 | 6,6 % |
| 2001 | 3,656 | 6,5 % |
| 2002 | 4,563 | 7,7 % |
| 2003 | 5,586 | 8,6 % |
| 2004 | 7,398 | 10,4 % |
| 2005 | 9,769 | 12,3 % |
| 31.03.2006 | 10,099 | 12,5% |
Im November 2005 wurde bekannt, dass O2 den Staatsempfang der bayerischen Staatsregierung zu Franz Beckenbauers 60. Geburtstag gesponsort hat. Die Festrede hielt der bayerische Ministerpräsident Edmund Stoiber.