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O2 plc ist ein britisches Mobilfunkunternehmen. Früher war O2 die Mobilfunktochter der British Telecom und hieß Cellnet später BT Cellnet. Heute ist O2 eine Tochtergesellschaft der spanischen Telefónica. Als Konzernname wurde nach der Abspaltung von BT eine Zeit lang mmO2 verwendet. Heute ist O2 neben seinem Heimatmarkt noch in Irland, Deutschland und der Tschechischen Republik mit eigenen Netzen vertreten.

Geschichte


Das Unternehmen wurde am 19. November 2001 selbstständig, als British Telecom die Anteile an seinem Mobilfunkgeschäft verkaufte. mmO2 führte ein umfassendes Re-Branding seiner Netzbetreiber in Deutschland (VIAG Interkom), Irland (Esat Digifone), dem Vereinigten Königreich (BT Cellnet) sowie in den Niederlanden (Telfort) auf die Marke O2 plus dem jeweiligen Ländernamen in englischer Sprache durch, die deutsche Tochter heißt demnach O2 Germany.

Im Jahr 2003 trennte sich mmO2 für 25 Mio. Euro von O2 Netherlands, das seitdem wieder Telfort heißt. Nach einer Umstrukturierung im März 2005 firmiert das Unternehmen nun als O2 plc. Am 23. Januar 2006 hat die spanische Telefónica die Übernahme von O2 für umgerechnet 26 Milliarden Euro abgeschlossen. Dadurch wurden O2 plc und Telefónica zusammen das weltweit viertgrößte Mobilfunkunternehmen nach China Mobile, Vodafone und China Unicom.

Der Konzern


Zur O2-Gruppe gehören seit 2002 sechs europäische Unternehmen:
  1. O2 (Germany) (D)
  2. O2 (Ireland) (IRL)
  3. O2 (UK) (GB)
  4. O2 Airwave (GB)
  5. O2 plc (GB)
  6. Manx Telecom (GB)

Seit 2006 gehören außerdem der ehemals staatliche Telekomkonzern Český Telecom sowie der angegliederte Mobilfunknetzbetreiber Eurotel, der Marktführer in der Tschechischen Republik zum Konzern. Mitte des Jahres 2006 sollen beide Unternehmen auf die neu gegründete Telefónica O2 Czech Republic, a.s. verschmolzen werden.

o2 plc ist mit 25,7 Millionen Kunden der siebtgrößte Mobilfunkbetreiber in Europa.

O2 (Germany)


Logo o2 300dpi.jpgDie O2 (Germany) GmbH & Co. OHG (ehemals VIAG Interkom) ist mit über 10 Millionen Kunden (Stand: März 2006) der viertgrößte Mobilfunknetzbetreiber in Deutschland und damit stärkster Konkurrent von E-Plus.

Die VIAG Interkom befand sich seit ihrer Gründung 1995 im Besitz der VIAG (später: E.ON) mit 45 %, British Telecom (BT) mit ebenfalls 45 % sowie des norwegischen Telekommunikationsunternehmens Telenor. Im Jahr 2000 übernahm BT das Unternehmen vollständig, nachdem sich E.ON aus dem Telekommunikationsbereich zurückzog. Im Zuge der Strategie einer Abtrennung des Mobilfunks aus dem übrigen Geschäftsbereich spaltete sich BT im Jahr 2001 in die Unternehmen BT Ignite (Festnetz) sowie mmO2 (Mobilfunk). Auch im deutschen Tochterunternehmen VIAG Interkom wurde diese Trennung vollzogen und das Festnetzgeschäft an British Telecom verkauft. Im Jahr 2002 wurden in der Folge die Namen der aus VIAG Interkom entstandenen Unternehmen an die der jeweiligen Mutter angepasst. Um Verwechslungen mit dessen D2-Netz zur vermeiden, verständigte man sich mit Vodafone darauf, in Deutschland nur die Schreibweisen O2 oder o2 zu verwenden.

Das von O2 Germany betriebene GSM 1800-Mobilfunknetz befindet sich seit Herbst 1998 in kommerzieller Nutzung. Aus wirtschaftlichen Gründen wird es nicht wie die übrigen drei Netze bundesweit ausgebaut, vielmehr konzentriert man sich auf umsatzstarke Ballungsräume und stark benutzte Verkehrsachsen. Zur Abdeckung der übrigen Gebiete konnten zunächst über ein spezielles Verfahren alle drei anderen Mobilfunknetze genutzt werden. Seit 1999 ist die Nutzung auf das D1-Netz von T-Mobile beschränkt, mit dem O2 Germany ein direktes National-Roaming-Abkommen unterhält. Dieses gilt auch für die neuen UMTS-Netze. Die Nutzung des T-Mobile-Netzes ist seit 2001 nach und nach in vielen Ballungsgebieten nicht mehr möglich. O2 Germany vertritt hier den Standpunkt, dass das eigene Netz bereits gut genug ausgebaut sei.

O2 Germany war Vorreiter bei den sog. Online-Verträgen, bei denen die gesamte Abwicklung des Mobilfunk-Vertrags über das Internet und kostenpflichtige Rufnummern abläuft und der Kunde keinen Anspruch auf Service in Filialen hat.

Das bekannteste Produkt von O2 Germany heißt Genion und ermöglicht dem Kunden, in einem bestimmten, definierten Bereich (der sogenannten "Homezone") für einen stark vergünstigten Tarif zu telefonieren. Mit der Zuteilung einer Festnetznummer, unter der der Kunde innerhalb dieser Zone erreichbar ist, soll ein vollwertiger Ersatz zu einem herkömmlichen Festnetzanschluss angeboten werden. Seit Mitte September 2005 kann auch die sog. Genion-Flatrate gebucht werden. Hierbei ist es möglich für einen monatlichen Festpreis aus der Homezone unbegrenzt ins deutsche Festnetz sowie netzintern zu telefonieren.

Seit 2004 bietet O2 Germany auch Laufzeitverträge mit festen Minutenpaketen unter dem Namen O2 Active an. Von November 2004 bis April 2005 konnte man bei diesem Produkt gegen einen geringen Monatsaufpreis das sogenannte After Work Pack zubuchen, das die erste Mobilfunk-Teilflatrate in Deutschland darstellte, indem es täglich von 18-22 Uhr unbegrenztes Telefonieren ins deutsche Festnetz sowie innerhalb des Mobilfunknetzes von O2 zuließ.

Das Prepaid-Programm von O2 wird unter dem Namen O2 LOOP vermarktet.

Zu den neuesten Produkten zählt surf@home, bei dem man zuhause mittels eines UMTS-Routers Internettarife (Zeit- und Volumentarife) anbietet. Dies ist vor allem für Kunden interessant, die sich komplett vom Festnetzanschluss lösen möchten bzw. keinen DSL-Anschluss bekommen können. Gleichwohl plant O2 für Herbst 2006 ein eigenes DSL-Angebot mit Geschwindigkeiten von bis zu 16.000 kbit/s (ADSL2+) zusammen mit Telefonica aufzubauen. Somit ist der Kunde komplett vom Festnetz unabhängig, da bisher ein DSL-Anschluss der T-Com nur in Verbindung mit einem Festnetzanschluss zu bekommen war. Diese Strategie will O2 nicht übernehmen. Nur die sog. letzte Meile wird von der T-Com bereitgestellt.

Chronologie der O2 Germany

  • 1997: Im Februar 1997 erhält Viag Interkom die Lizenz zum Aufbau und der Nutzung eines weiteren GSM-1800 Netzes (E-Netz).
  • 1998: Mitte 1998 startet VIAG Interkom seinen Netzbetrieb in anfangs acht Ballungszentren.
  • 2000: Viag Interkom erhält am 17. August 2000 für 16,52 Milliarden DM eine UMTS-Lizenz.
  • 2004: Nach dem Aufbau erster UMTS-Basisstationen startet O2 Germany am 1. Juli 2004 den Verkauf von UMTS-Handys an Privatkunden.
  • 2005: Im Herbst 2005 kündigt Telefónica eine Übernahme von O2 plc für umgerechnet etwa 26 Milliarden Euro an.
  • 2006: Seit Anfang 2006 gehört O2 plc zu Telefonica.

Unternehmensdaten

Kundenzahl

31.12. Kunden (in Mio.) Marktanteil
19980,0210,2 %
19990,9003,9 %
20003,2006,6 %
20013,6566,5 %
20024,5637,7 %
20035,5868,6 %
20047,39810,4 %
20059,76912,3 %
31.03.200610,09912,5%

ARPU
Der durchschnittliche Kundenumsatz liegt aktuell bei 320 Euro im Jahr. O2 Germany erreicht diesen hohen Wert, weil O2 Germany mit 52 Prozent einen überdurchschnittlich hohen Postpaid-Anteil hat. (Bei Vertragskunden liegt der ARPU bei 527 €, bei Prepaid-Kunden bei 139 €) Dies ist auf das Angebot Genion zurückzuführen, das 72 Prozent der Vertragskunden von O2 nutzen.

Firmensitz
Der Hauptfirmensitz von O2 ist im Hochhaus Uptown München in München am Georg-Brauchle-Ring.

Geschäftsführung

Mitarbeiter
O2 Germany hat über 4500 Mitarbeiter (Stand: 31. März 2006) und belegte 2006 den 4. Platz in der Kategorie bis 5000 Mitarbeiter des Wettbewerbs „Deutschlands beste Arbeitgeber“. (Im Gesamtranking landete O2 auf Platz Neun)Capital: Deutschlands beste Arbeitgeber 2006. In capital.de, 8. Februar 2006 Im Jahr 2006 will O2 600 weitere Mitarbeiter einstellen.

O2 als Sponsor

O2 sponsort das Formel-1-Team BMW Sauber F1 Team. Weiterhin wird die Deutschlandtour der Natural Born Golfers und der Mobile Movie Award finanziell unterstützt.

Im November 2005 wurde bekannt, dass O2 den Staatsempfang der bayerischen Staatsregierung zu Franz Beckenbauers 60. Geburtstag gesponsort hat. Die Festrede hielt der bayerische Ministerpräsident Edmund Stoiber.

Kritik


Zum Schutz der eigenen Marken hat O2 Germany in der Vergangenheit gerichtliche Abmahnungen durchführen lassen, die nicht unbedingt mit der Telekommunikation in Verbindung stehen und somit zum Teil auf Unverständnis stießen. So wurden u.a. ein Hersteller von Sauerstoffgeräten (wegen "O2") und Akteure in der Musik-Branche (wegen „LOOP“) abgemahntWolf-Dieter Roth: Die Luft zum Atmen wegklagen. In Telepolis, 18. März 2005. Gleiches gilt für den damaligen Betreiber von „www.0179.com“ (wegen „0179“). Dieses war zum diesem Zeitpunkt jedoch keine eingetrage Marke, sondern lediglich die Netzvorwahl.

Weblinks


Quellen


Mobilfunkanbieter | Unternehmen (Großbritannien)

O2 plc | O2 plc | O₂ plc

 

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