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O J Simpson.jpg Orenthal James Simpson (* 9. Juli 1947 in San Francisco, Kalifornien) ist ein US-amerikanischer American-Football-Star und Schauspieler. Bekannt ist er unter seinem abgekürzten Namen O. J. Simpson oder auch The Juice, was man frei als „Das Kraftpaket“ übersetzen kann. Diese Bezeichnung ist ein Wortspiel auf die amerikanische Abkürzung OJ für Orangejuice (Orangensaft). Sie wurde ihm aufgrund seiner herausragenden sportlichen Leistungen zugeschrieben.

Football


O.J. Simpson war in den siebziger Jahren einer der besten Runningbacks – sowohl im College als auch später bei den Profis in der National Football League.

College

Seine Collegezeit verbrachte er an der University of Southern California (USC) und gewann dort 1968 die Heisman Trophy – die höchste Auszeichnung im College American Football.

NFL

1969 war O.J. Simpson dann der erste Spieler, der in der Draft – von den Buffalo Bills – gewählt wurde. 1973 durchbrach er als erster Spieler der National Football League die 2.000 Yards Marke. Bei den Bills spielte er fast seine gesamte Profizeit über. 1978 ging er noch für eine Saison zu den San Francisco 49ers, bevor er seine Karriere beendete.

Im Jahre 1985 wurde O.J. Simpson der erste Heisman-Trophy Gewinner, der auch in die Pro Football Hall of Fame gewählt wurde. O.J. Simpson ist bis heute NFL-Rekordhalter mit sechs Spielen, in denen er über 200 Yards erlief.

Mordprozess


Im Jahre 1994 wurde er wegen Mordes an seiner Ex-Frau Nicole Brown Simpson, von der er 1992 geschieden worden war, und ihrem Liebhaber Ronald Goldman angeklagt. Als klar wurde, dass O.J. Simpson Hauptverdächtiger sein würde, flüchtete er in einem Geländewagen vor der Polizei, die ihn festnehmen wollte. Die Verfolgungsjagd quer durch Beverly Hills wurde live von einem US-amerikanischen Fernsehsender übertragen. Das Spektakuläre daran ist, dass 1994 die Endspielserie der National Basketball Association stattfand, und dass sich diese Verfolgungsjagd just zur Zeit der Live-Übertragung des Finales ereignete, und der Sender trotz des völlig offenen Ausgangs der Meisterschaft zur Verfolgungsjagd umblendete.

In einem spektakulären Prozess, der live vom amerikanischen Fernsehen übertragen wurde, sprachen ihn die Geschworenen überraschend frei. Hauptgrund dürfte ein blutiger Handschuh gewesen sein, der von den ermittelnden Polizeibehörden als Täterkleidung benannt wurde, Simpson aber bei der Anprobe im Gerichtssaal nicht passte. Hinzu kamen Zweifel an der Objektivität der Ermittlungen: Simpsons Anwalt gelang es, verschiedene einseitig ermittelte Fakten als eine Art Verschwörung gegen seinen Mandanten darzustellen, was durch einige ungeschickte rassistische Äußerungen des Hauptermittlers genährt wurde. Kritiker des amerikanischen Justizsystems sehen in dem Freispruch die These bestätigt, dass sich mit genügendem finanziellen Aufwand für Anwälte und Gutachter eine höhere Wahrscheinlichkeit eines Freispruch „erkaufen“ lässt, als dies für „normale“ Angeklagte möglich ist. Untermauert wird diese Ansicht dadurch, dass trotz des Freispruchs im Strafprozess ein Zivilgericht ihn 16 Monate später zu einer Schadensersatz-Zahlung von 8,5 Millionen US-Dollar an die Hinterbliebenen verurteilte. Allerdings sind (sowohl in den USA als auch in Deutschland) die Beweismaßstäbe bei Zivilprozessen anders als bei Strafprozessen. Während bei letzteren die Schuld jenseits aller begründeter Zweifel bewiesen werden muss genügt bei Zivilprozessen, wenn gezeigt werden kann, dass die Schuld wahrscheinlicher ist als die Unschuld.

Bei beiden Prozessen wurde er vom 2005 verstorbenen Staranwalt Johnnie Cochran vertreten.

Filmographie


Nach seiner Karriere als Sportler wurde er durch einige Filmrollen, u. a. Die nackte Kanone mit Leslie Nielsen, auch über die Grenzen Amerikas hinaus bekannt.

Literatur


  • Robert Schnabl: Der O. J. Simpson-Prozeß. Duncker & Humblot, 1999, ISBN 3-428-09721-1

Weblinks


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