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Wappen Karte
Wappen_Gemeinde_Nuthe-Urstromtal.png Karte Nuthe-Urstromtal in Deutschland.png
Basisdaten
Bundesland: Brandenburg
Kreis: Teltow-Fläming
Geografische Lage:
Höhe: 46 m ü. NN
Fläche: 337,69 km²
Einwohner: 7.162 (30. Juni 2005)
Bevölkerungsdichte: 21 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 14947
Vorwahl: 03371
Kfz-Kennzeichen: TF
Gemeindeschlüssel: 12 0 72 312
Gemeindegliederung: 23 Ortsteile
Adresse der Gemeindeverwaltung: Frankenfelder Straße 10
14947 Nuthe-Urstromtal
Website: www.nuthe-urstromtal.de
Bürgermeister: Winand Jansen (SPD)

Nuthe-Urstromtal ist eine Gemeinde mit 23 Dörfern (Ortsteilen) im Landkreis Teltow-Fläming in Brandenburg. Mit 337,69 km² ist sie die flächengrößte Gemeinde (ohne Stadtrecht) und flächenmäßig siebtgrößte Kommune in Deutschland.

Die dünnbesiedelte Gemeinde verfügt über kein gewachsenes historisches Zentrum, sondern orientierte sich bei ihrer Bildung im Jahr 1993 an naturräumlich-geografischen Grenzen zwischen den Städten Trebbin, Luckenwalde, Jüterbog und Baruth. Das Wappen der Gemeinde wie auch ihr Name weist auf zwei geografische Hauptteile hin. Das blaue Band steht für den nordwestlichen Bereich in der Niederung um die Nuthe, während der untere grüne Teil mit der Ähre die Landwirtschaft im südöstlichen Teil symbolisiert, der weitgehend von dem Grünland der Flemmingwiesen im Baruther Urstromtal gekennzeichnet ist. Der obere Wappenteil symbolisiert ein typisch märkisches sogenanntes Spiekerhus beziehungsweise Nuthe-Nieplitz-Haus, wie es beispielsweise im Dorf Kemnitz erhalten ist.

Geografie, Geologie und Gliederung


Die Gemeinde liegt westlich und östlich der Bundesstraße 101 zwischen Trebbin, Luckenwalde und Jüterbog. Namensgeber für die Gemeinde sind der Fluss Nuthe und das Baruther Urstromtal, das sich in der letzten Eiszeit bildete und die nördlich gelegenen Platten Zauche und Teltow vom südlich gelegenen Fläming trennt. Nuthe1_Ahrensdorf.JPG

Südöstlicher Urstrom-/Flämingteil

In den unbesiedelten Flemmingwiesen in der Urstromtalung erreichte das Eis seine maximale südliche Ausdehnung. Die Gemeindedörfer ziehen sich hier parallel zum Tal an seinem Nord- und Südrand hin. Die Dörfer an der Talungssüdgrenze liegen unterhalb des Niederen Fläming, der in Teilen zur Gemeinde gehört. Der zur Gemarkung Stülpe zählende Golmbergzug, mit 178 Metern höchste Erhebung des niederen Fläming, wird als Bestandteil der Werbig-Petkuser-Staffel als Endmoräne aus der Saale-Eiszeit gedeutet. Der Höhenunterschied des Berges zum Niveau des Urstromtals beträgt auf eine Entfernung von nur 1 Kilometer rund 120 Meter. Es ist damit eines der reliefenergiestärksten Gebiete in Brandenburg. Von einigen unbewaldeten Kuppen öffnet sich ein weiter Blick nach Norden - bei besonders klarem Wetter bis nach Berlin und Potsdam (mehr als 60 Kilometer). Der Golmberg und die auf der Fläminghöhe westlich anschließende Jänickendorfer Heide begrenzen das Gemeindegebiet nach Süden.

Nordwestlicher Nutheteil

Vierzehn der dreiundzwanzig Dörfer und rund zwei Fünftel der nordwestlichen Fläche liegen im Naturpark Nuthe-Nieplitz. Die Charakteristika des Naturparks mit Feldern, Streuobstwiesen, sanften Hügeln, Schafherden, Feuchtwiesen, Luchen, Mooren, Wassermühlen und naturbelassenen Eschen-Alleen prägen auch das Landschaftsbild der Gesamtgemeinde, hinzu kommen dichte Nadel- und Mischwälder. Im Oberlauf des Pfefferfließ ist seit 2003 das Naturschutzgebiet Oberes Pfefferfließ ausgewiesen, dass den stark mäandrierenden Bach nachhaltig bewahren will. Die neuen Seen, die sich am Unterlauf des Fließes bei Stangenhagen mit dem Abschalten der Schöpfwerke seit 1991 bilden und zu einer Moor-Renaturierung führen, reichen bis an die Gemeinde heran.

Gemeindegliederung, Eingemeindungen, Einwohnerentwicklung

Nettgendorf1_Brandenburg.JPG Die Gemeinde Nuthe-Urstromtal entstand am 5. Dezember 1993 aus der Umwandlung des gleichnamigen Amtes in eine selbständige Gemeinde, die aus folgenden 23 Dörfern besteht:

  • Ahrensdorf, Berkenbrück, Dobbrikow, Dümde, Felgentreu, Frankenförde, Gottow, Gottsdorf, Hennickendorf, Holbeck, Jänickendorf, Kemnitz, Liebätz, Lynow, Märtensmühle, Nettgendorf, Ruhlsdorf, Scharfenbrück, Schönefeld, Schöneweide, Stülpe, Woltersdorf, Zülichendorf.

Die Gemeindeverwaltung wurde in Ruhlsdorf gebildet. Im Ortsteil Dobbrikow hat die Verwaltung des Naturparks Nuthe-Nieplitz ihren Sitz. In Stülpe befindet sich die Grundschule Woltersdorf.

Im Juni 2005 zählte die Gemeinde 7.162 Einwohner, die beispielsweise vom kleinsten Dorf Liebätz mit 89 über Stülpe mit 513 bis zum einwohnerstärksten Woltersdorf mit 1095 Einwohnern reichen. Mit 7400 Einwohnern erreichte die Gemeinde laut Homepage 1998 ihren Spitzenwert, seither sind die Zahlen fast kontinuierlich rückläufig.

Geschichte


Dobbrikow_church2.JPG Da sich die Gemeinde erst 1993 gebildet hat, gibt es keine gemeinsame Geschichte, vielmehr wurde die Geschichte dieser Dörfer von den Städten Jüterbog, Luckenwalde und vor allem auch vom Kloster Zinna geprägt. 1285 und 1307 wurden einige der Dörfer, die zu dieser Zeit zu Luckenwalde zählten, gemeinsam mit Luckenwalde an das Zisterzienserkloster Zinna verkauft. Im Amtserbbuch des Klosters Zinna vermerkten die Mönche (das erwähnte Dorf Melne gibt es nicht mehr):

Anno 1307 kauften wir den Sumpf Straßburg in der Hälfte seiner Länge mit den fünf Dörfern Dobbrichow, Netkendorf, Hentkendorf, Melne und Mertensmohle von einem Heinrich von Trebbin, Herrn in Blankensee.

Geschichten um eine Marienkapelle und einen Schatz ranken sich um den Golmberg, der auf der Gemarkung von Stülpe liegt (siehe dazu und auch zum folgenden Golmberg). Das erhaltene Schloss in Stülpe ist mit der märkischen Uradelsfamilie Rochow verbunden, die im Mittelalter zu den einflussreichsten Familien insbesondere in der Zauche gehörte. Bauherr des Barockbaus war im Jahr 1754 Adam Ernst von Rochow. An gleicher Stelle stand bereits sehr wahrscheinlich im 12. Jahrhundert eine Burg, die der magdeburgische Erzbischof als Sicherung eines Übergang durch das sumpfige Urstromtal hatte anlegen lassen. In der Mitte des 15. Jahrhunderts ging die Burg in den Besitz der Ritter von Schlieben über, bevor 1537 Hans von Hake aus der ebenfalls sehr einflussreichen Familie von Hake, die hauptsächlich in Kleinmachnow saß, Boden und Gemäuer in Stülpe erwarb, bis sie 1648 an die Rochows gingen.

Politik


Die Gemeindevertretung besteht aus 18 Gemeindevertretern sowie dem hauptamtlichen Bürgermeister Winand Jansen. (Stand: Kommunalwahl am 26. Oktober 2003)

Kultur und Sehenswürdigkeiten


Museum

Spiekerhus4_Kemnitz.JPG In Lynow befindet sich das Oskar Barnack-Museum, das an den 1879 hier geborenen Feinmechaniker und Entwicklungschef der Firma Leitz in Wetzlar erinnert. Barnack entwickelte die Kleinbildkamera; die erste Leica (Leitz Camera) kam 1925 auf den Markt.

Bauwerke und Naturdenkmäler

  • In Kemnitz ist das letzte für diese märkische Region typische so genannte Nuthe-Nieplitz-Haus (früher auch Spiekerhus) erhalten und saniert. Es ist ein Mittelflurhaus aus Fachwerk, jedoch ergänzt um eine durchfahrbare Laube über die gesamte Breite der Erdgeschosszone des Giebels bzw. um einen kleinen seitlichen Vorbau ebenfalls auf der Giebelseite. Dieser Vorbau wurde anfangs als Speicher genutzt. (siehe Bild).
  • Ahrensdorf: Gedenkstele für die Hachschara-Stätte. Dort wurden zwischen 1936 und 1941 jüdische Jugendliche auf die Ausreise nach Israel vorbereitet.
  • Hennickendorf: Findling Ewald.
  • Gottsdorf: Obermühle, Klinkenmühle, beide am Pfefferfließ (siehe dort).
  • Stülpe: Kirche, ursprünglich 1562 erbaut. An der Nordseite der Kirche in Stülpe besagt ein Epitaph, dass dort Rochus von Rochow (* 9. Februar 1797; † 6. Dezember 1819), seine Großmutter Juliane Eleonore (* 15. März 1734; † 6. November 1806), geb. von Voß, die 1752 Adam Ernst von Rochow heiratete, sowie ihr zweiter Gemahl Gottlieb Ludwig von Beville (* 28. Juli 1732; † 9. April 1810) ruhen.

Flaemig-Skate und Fläming-Walk

Neu eingerichtet wurden im Naturpark 2004 mit dem Fläming-Walk zwölf Nordic Walking-Rundkurse und eine Anfängerroute, die mehrere Ortsteile der Gemeinde berühren. Kemnitz bildet einen Ausgangspunkt für alle Routen, Mühlenroute und Weinbergweg führen beispielsweise durch Nettgendorf. Die Flaeming-Skate („die“ Flaeming-Skate offiziell), der dem Inlineskaten und dem Radfahren vorbehalten ist, führt sowohl mit seinem Hauptkurs wie auch mit Nebenkursen durch Gemeindeteile, durch die Flemmingwiesen und über den Golmberg. Die Strecke auf weitgehend asphaltierten und drei Meter breiten Wegen ist mit 190 Kilometern auf mehreren Rundkursen die größte zusammenhängende Strecke dieser Art.

Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr


Neben der traditionellen Landwirtschaft gewinnt mit dem Naturraum und durch die Nähe zu Berlin in jüngerer Zeit der Tourismus eine immer größere Bedeutung für die Region. Der inzwischen stark frequentierte Flaeming-Skate führte nicht nur zu einem Aufschwung in der Gastronomie und im Beherbergungsgewerbe, sondern auch im Transportgewerbe und im Bereich geführter Touren.

Im ÖPNV ist die Gemeinde durch die Verkehrsgesellschaft Teltow-Fläming mit mehreren Buslinien angeschlossen.

Söhne und Töchter der Stadt


  • Oskar Barnack, * 1. November 1879 in Lynow, entwickelte zwischen 1913 und 1914 als Entwicklungschef der Firma Leitz in Wetzlar die erste Kleinbildkamera (Leica).
  • Rudi Dutschke, * 7. März 1940 in Schönefeld, war Soziologe und bekanntester Studentenführer während der Studentenbewegung der 1960er Jahre in der Bundesrepublik Deutschland.

Quellen und Weblinks


Siehe auch

Nuthetal, Golmberg, Flemmingwiesen, Baruther Urstromtal, , Tourismus in Brandenburg

Literatur

  • Christa und Johannes Wankowiak: Unterwegs an Nuthe und Nieplitz. Porträt einer märkischen Landschaft. Auf alten Spuren und neuen Wegen. Stapp Verlag Berlin, 1995 ISBN 3-87776-061-9 (das Zitat aus dem Amtserbbuch Zinna ist hier entnommen)
  • Jan Feustel, Zwischen Wassermühlen und Sumpfwäldern, Ein Reise- und Erlebnisführer in das Baruther Urstromtal, Hendrik Bäßler Verlag, Berlin 1999 ISBN 3-930388-11-1, zum Schloss Stülpe siehe Seiten 67ff

Weblinks

Ort in Brandenburg | Glaziologie

 

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