Nußknacker.jpg Ein Nussknacker ist ein Werkzeug zum Öffnen von Nüssen bzw. zum Knacken der Nussschalen. Nussknacker gibt es in verschiedenen Formen und Varianten.
Die Blütezeit der kunstvollen Holzknacker-Figuren begann im 18. Jahrhundert, als sie zunächst im Grödnertal und in Oberammergau geschnitzt wurden. In Südtirol wurden v.a. lustige Typen aus dem Volk hergestellt, in Bayern orientalische Figuren. Nach 1800 suchten die Menschen im Erzgebirge nach der Einstellung des Bergbaus nach neuen Erwerbsquellen, und so verlegte man sich hauptsächlich aufs Drechseln. Neben anderen dekorativen Gegenständen wurden hier auch Nussknacker gefertigt, wobei die beliebtesten Figuren Bergmänner, Gendarmen, Soldaten und Könige waren. Die Gestalten mit dem riesigen Maul sollten Respekt einflößen. Oder stand etwa die Absicht dahinter, Autoritätspersonen zu karikieren? Eine schriftliche Aussage hierzu existiert leider nicht. Fakt ist, dass Napoleon nach der Völkerschlacht von Leipzig als Nussknacker dargestellt wurde, später auch Bismarck.
Die bunt bemalten Figuren fanden natürlich auch bei Kindern Anklang; sie wurden auf den Weihnachtsmärkten verkauft und galten im 19. Jahrhundert auch als Kinderspielzeug. Doch auch der funktionale Nussknacker wurde von Designern entdeckt, z.B. in der Phase des Jugendstils. Die heute hergestellten dekorativen Figuren, die auch Sammelobjekte sind, haben meist gar keine Knackfunktion mehr.
Nicht ganz so bekannt ist eine Weihnachtsgeschichte des Struwwelpeter-Autors Heinrich Hoffmann, die er 1851 unter dem Titel König Nußknacker und der arme Reinhold schrieb. Die Figuren aus dem Erzgebirge, die in diesem Buch auftreten und von ihm gezeichnet wurden, hatte Hoffmann vorher als Anschauungsobjekte eigens auf dem Weihnachtsmarkt in Nürnberg gekauft. Die Titelfigur ist ein stolzer König, der sich mit den Worten vorstellt: "König Nußknacker, so heiß' ich, harte Nüsse, die zerbeiß' ich. Süße Kerne schluck' ich fleißig, doch die Schalen, ei, die schmeiß' ich lieber andern hin, weil ich König bin." Die Geschichte enthält auch noch eine Parodie auf die Hymne des Kaisers, was dem Werk ein vorübergehendes Publikationsverbot einbrachte.
Das Ballett Der Nussknacker von Peter Tschaikowsky hatte am 6. Dezember 1892 in Sankt Petersburg Premiere. Die literarische Vorlage ist wiederum Hoffmanns Nussknacker und Mausekönig. Geschrieben hatte er die Komposition allerdings schon einige Jahre früher.
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