bgcolor="#e0e0e0" | Flag of Nunavut.svg | Wahlspruch: Nunavut Sanginivut. Inuktitut, „Unser Land, unsere Stärke“ | Amtssprache(n) | Inuktitut, Innuinaqtun, Englisch und Französisch | Hauptstadt | Iqaluit | Größte Stadt | Iqaluit | Regierungschef | Paul Okalik | Fläche | 2.093.190 km | Einwohnerzahl | 29.992 (1. Juli 2005) | Bevölkerungsdichte | 0,01 Ew./km² | Bevölkerung | Inuit 85 %, Weiße 15 % | Beitritt zur kanadischen Föderation | 1. April 1999 durch Abspaltung von den Nordwest-Territorien | Zeitzone | (UTC -4 bis -7) | Sitze im kanadischen Parlament | Unterhaus 1, Senat 1 | ISO 3166-2 | CA-NU | Nunavut-map.png |
Größte Siedlungen (Quelle: "The Nunavut Handbook", 2004 ISBN 0-9736754-0-3)
Iqaluit_Legislative_Building_1999-04-12.jpg | Leg_Building_Iqaluit_2000-08-27.jpg Kinngait_Govt-Building_2000-08-25.jpg Die Territorialregierung wird von einem Premierminister (derzeit Paul Okalik) und weiteren sieben Ministern gebildet. Sie werden in geheimer Wahl von den insgesamt 19 Abgeordneten der 28 Gemeinden des Territoriums Nunavut aus den eigenen Reihen bestimmt. Aus ihrer Mitte wählen die Abgeordneten auch den Sprecher des Parlaments.
Die Wahlen zum Abgeordnetenhaus finden in fünfjährigem Rhythmus statt (erstmals 1999, zum zweiten Mal 2004). Die Abgeordneten werden nicht als Repräsentanten von politischen Parteien, sondern als Einzelpersönlichkeiten gewählt. Die Abstimmungen im Parlament erfolgen nach dem Prinzip der Mehrheitsentscheidung. Generell finden die Parlamentssitzungen im Legislative Building in der Hauptstadt Iqaluit statt; um jedoch mehr Volksnähe zu erreichen, wird einmal jährlich außerhalb der Hauptstadt in einer jeweils anderen Gemeinde getagt.
Eine besondere Rolle als Ratgeber in Traditionsfragen spielen die sog. Elders („Älteste“ von Gemeinden), für deren Anwesenheit im Parlamentssaal eigene, mit Robbenfellen verzierte Sitzplätze installiert wurden.
Um eine seiner räumlichen Größe entsprechende Verwaltungsstruktur zu erhalten, wurde Nunavut in die regionalen Zentren Iqaluit, Rankin Inlet und Cambridge Bay sowie folgende drei zugehörigen Verwaltungsregionen aufgeteilt:
Dem Ziel folgend, nicht nur in der Hauptstadt Iqaluit Arbeitsplätze zu schaffen und zugleich die Regierung der Bevölkerung näher zu bringen, wurde darüber hinaus ein sehr anspruchsvolles und auch aufwändiges Dezentralisationsprogramm beschlossen, an dem 10 der 28 Gemeinden beteiligt sind. Zwar verblieben die Kernaufgaben der Ministerien in Iqaluit, doch wurden vielerlei Ministeriums- und Kommissionsaufgaben und damit auch mehr als 400 Arbeitsplätze dezentralisiert, was den Neubau einer Reihe von Verwaltungsgebäuden und Unterkünften erforderlich machte.
Im Osten der zu Nunavut zählenden Baffin-Insel, Devon-Insel und Ellesmere-Insel verläuft die kanadische Staatsgrenze gegenüber Grönland in der Davis Strait, der Baffin Bay und der Nares Strait.
An diese Ebene schließt sich unter Ausdehnung nach Südosten über den nordkanadischen Archipel (vor allem Victoria-Insel, Prince-of-Wales-Insel, Somersetinsel und den Nordwestteil der Baffin-Insel) das Arktische Tiefland an, das nach Süden durch den Kanadischen Schild begrenzt wird. Dieses Arktische Tiefland wird von flachem Sedimentgestein aus dem älteren Paläozoikum beherrscht. Es ist verhältnismäßig eben und senkt sich von rund 700 Metern ü. M. im Norden auf etwa 100 Meter ü. M. im Süden ab.
Im Westen steigen auf Victoria Island die vulkanisch bestimmten Shaler Mountains wieder auf etwa 700 Meter an. Im Nordosten, wo sich die Küstenebene nicht mehr fortsetzt, erhebt sich die Gebirgsregion der Innuitians; sie erstreckt sich über alle Inseln nördlich des Parry Channels oder der Nordwestpassage. Die Innuitians, durch Faltung im Paläozoikum entstanden und auf mehr als 1.000 Meter ü. d. M. ansteigend, bilden mit den Königin-Elisabeth-Inseln, also mit der Ellesmere-Insel, den Parry-Inseln und den Sverdrup-Inseln, den Nordabschluß zum Arktischen Ozean. Höchste Erhebung ist der Barbeau Peak im Nordteil der Ellesmere-Insel mit 2.616 Metern. Die einzelnen Bergspitzen ragen nackt aus den dortigen weiten Eisfeldern als Nunataks („Landspitze“) in die Höhe.
Ganz allgemein bezeichnet man das Gebiet nördlich des Polarkreises, im wesentlichen also den dem Festland nördlich vorgelagerten Archipel, als Hohe Arktis.
Die arktische Landschaft ist geologisch noch sehr jung. Vor rund 20.000 Jahren, während des Pleistozäns, hatte der Norden Kanadas ein Vereisungsmaximum erreicht und war bis auf wenige eisfreie Rückzugsgebiete noch ganz mit Gletschern bedeckt. Mit dem Ende der letzten Eiszeit (etwa 8000 v. Chr.) ging das Eis langsam zurück; die Nordregionen wurden mithin erst vor wenigen Jahrtausenden, teilweise sogar erst vor einigen Jahrhunderten weitgehend eisfrei. Dies ist neben den ohnehin rauen Wachstumsbedingungen der wesentliche Grund für die Artenarmut der dortigen Flora.
Infolge des wechselnden Auftauens und Gefrierens der Bodenoberfläche entstehen durch lockeres Steinmaterial besondere Frostmuster unterschiedlichster Ausformung. Andere Formen bilden sich durch das Hochpressen von Wasser, vor allem Erdhügel mit Eiskernen; zu den merkwürdigsten Formen dieser Art zählen die auf vielen hocharktischen Inseln vorkommenden Pingos, deren kegelförmige Hügel auf über 50 Meter Höhe und 300 Meter Durchmesser anwachsen können.
Trotz der geringen Niederschlagsmengen befinden sich auf dem Gebiet von Nunavut und der Nordwest-Territorien rund 9% der Süßwasservorräte der Erde.
Während der langen Polarnacht bilden sich in der arktischen Region extrem niedrige Temperaturen aus, nicht selten um -50° C. Die durchschnittlichen Januartemperaturen liegen in Nunavut und den Nordwest-Territorien unter -20° C.
In der Übergangszeit von April bis Mitte Juni nimmt zwar die Sonneneinstrahlung zu, doch werden über 50%, ja bis zu 80% der Strahlen vom Schnee reflektiert und gehen der Umsetzung in Wärme verloren. Erst nach der Schneeschmelze oder der Kälteverdunstung des Schnees erhöht sich die Wärmeaufnahmefähigkeit des Bodens; in der kurzen Sommerperiode von Mitte Juni bis August erreichen so die Bodentemperaturen den positiven Bereich. Durchschnittliche Julitemperaturen von +10° C werden allerdings nur im Südteil Nunavuts und der Nordwest-Territorien überschritten.
Für alles Leben ist besonders schwer erträglich, daß häufig starke Winde zu den hohen Kältegraden hinzukommen. Dadurch wird die Körperwärme bei Mensch und Tier viel rascher abgeleitet. Man bezeichnet diese durch Wind verursachte, einer viel tieferen als der gemessenen Temperatur entsprechende Kältewirkung als „Windchill“: -12° C und eine Windgeschwindigkeit von 40 km/h wirken sich beispielsweise wie eine Temperatur von -34° C aus und können daher zu schwersten Erfrierungen führen. Allgemein wird der Windchillfaktor mit Hilfe von Erfahrungswert-Tabellen ermittelt. Während acht Monaten im Jahr herrscht in der Arktis Kaltluft aus dem Nordmeer vor, doch ist auch in den übrigen Monaten überall mit plötzlichem Temperatursturz und zusätzlich auftretenden auskühlenden Winden zu rechnen.
Die südliche Grenze zusammenhängenden Permafrosts und des als arktische Klimazone bezeichneten Bereichs, also des Gebiets baumloser Tundra, ist weitgehend deckungsgleich; sie verläuft von Nordwesten (nahe der Nordpolarmeerküste) quer durch die heutigen Nordwest-Territorien nach Südosten zur Südküste der Hudson Bay und von dort nach Nordosten zum Atlantik (nahe der Südküste der Baffin-Insel). Nunavut ist demzufolge nahezu ausschließlich von Tundra bedeckt; nur im Südwesten an der Grenze zu den Nordwest-Territorien befindet sich eine kleinere boreale Zone (Taiga).
Von besonderer Bedeutung waren für die Inuit seit jeher Karibus und auch Moschusochsen; teilweise gilt das noch heute. Die Gesamtzahl der Karibus ist im Laufe des 20. Jahrhunderts infolge starken Bejagens, vermehrten Auftretens von Wölfen und zunehmender Waldbrände, nicht zuletzt aber auch infolge vermehrter wirtschaftlicher und technischer Aktivitäten enorm zurückgegangen. Schätzte man die Zahl in den 1930er Jahren noch auf über zwei Millionen, so lag sie 40 Jahre später nur noch wenig über einer halben Million.
Ähnliches gilt für die Moschusochsen: Wegen übertriebenen Bejagens - auch durch Inuit - waren die Tiere fast ausgestorben, weshalb 1917 ein Jagdverbot unumgänglich wurde, das erst 1969 wieder vorsichtig gelockert werden konnte; man schätzt den heutigen Bestand auf etwa 15.000 Tiere.
Neben Karibus und Moschusochsen leben in der Tundra Eisbären, arktische Wölfe, Vielfraße, Polarfüchse, arktische Hasen (Eishasen), Lemminge und verschiedene Hörnchenarten. Erstaunlicherweise wurde keines dieser Tiere als territoriales Symbol ausgesucht; die gesetzgebende Versammlung wählte vielmehr als „Tier von Nunavut“ den kanadischen Husky (Canadian Inuit Dog, „Inuithund“).
Hinzu kommen riesige Vogelscharen, darunter die selteneren Gerfalken und Wanderfalken; in den Sommermonaten dürften etwa 80 Vogelarten in der Arktis nisten, vor allem auf Bylot Island (Sirmilik-Nationalpark).
Fische treten in nur wenigen Arten auf - vor allem Seesaiblinge und Seeforellen. Es herrscht jedoch großer Fischreichtum sowohl in den Seen und Flüssen als auch in den Küstenregionen, wo überdies viele Meeressäuger - Wale (Grönlandwale, Weißwale, Narwale) und Robbenarten (Bartrobben, Ringelrobben, Atlantik-Walrosse) - anzutreffen sind.
Unter solchen Bedingungen konnte sich nur verhältnismäßig artenarme Vegetation entwickeln. Die Region westlich der Hudson Bay wird deshalb als „Barrenlands“, unfruchtbares Ödland bezeichnet. Die extreme Kälte verlangsamt Wachstum und Verwesung; bestimmte arktische Flechten vergrößern ihren Durchmesser pro Jahrhundert nur um etwa einen halben Zentimeter, und auch die zur Verwesung notwendigen Bakterien sind in der trockenen Kälte nur sehr eingeschränkt aktiv. Die Vegetationsdichte und -vielfalt nimmt von Süden nach Norden ab. Sind auf dem südlichen Festland noch bunt blühende Pflanzengesellschaften, vor allem aus Gräsern, Schmetterlingsblütlern, Steinbrechgewächsen, zwergwüchsigen Weidengewächsen und Heidekrautgewächsen, zu finden, so gibt es auf der Baffin-Insel und den übrigen nördlichen Inseln nur wenige für höheren Pflanzenwuchs günstige Standorte; Flechten und Moose überwiegen. An südwärts ausgerichteten Hanglagen mit Mineralböden und zeitiger Schneeschmelze wachsen u. a. Löwenzahn, verschiedene Steinbrechgewächse wie der Gegenblättrige Steinbrech (Blume des Territoriums Nunavut), sowie Tragant, Berufkraut, Silberwurz (Blume der Nordwest-Territorien) und Arktischer Mohn.
Kanada | Kanadische Provinzen und Territorien | Inuit
Nunavut | Nunavut | Nunavut | Nunavuto | Nunavut | Nunavut | Nunavut | Nunavut | נונאווט | Nunavut | Nunavut | ᓄᓇᕗᑦ | ヌナブト準州 | ნუნავუტი | 누나부트 준주 | Nunavut | Nunavut | Nunavutas | Nunavut | Nunavut | Nunavut (terytorium Kanady) | Nunavut | Nunavut | Нунавут | Nunavut | Nunavut | Нунавут | Nunavut | நுனாவுட் | Nunavut | Nunavut | 努那福特 | Nunavut