Die Nucor Corporation ist einer der größten Stahlproduzenten in den USA und der größte Betreiber von Minihütten (die in Elektrolichtbogenöfen Schrott zu neuem Stahl verarbeiten, im Unterschied zu anderen Unternehmen, die die konventionelle Hochofentechnologie verwenden). Nucor beansprucht mit über 17,9 Mio. Tonnen Stahl jährlich aus Schrottrecycling der größte Schrottrecycler in den USA zu sein. Im Jahr 2005 erzielte Nucor einen Nettoerlös von 12,7 Milliarden US-$.
REO gab die PKW-Produktion auf, konzentrierte sich mit geringem Erfolg auf die Produktion von LKWs, versuchte sich zusätzlich mit geringem Erfolg in der Rasenmäherproduktion und verkaufte schließlich im Dezember 1954 seine gesamte Produktion, wobei es 3 Mio. US-$ Verlust einfuhr.
Dennoch bemerkte eine Gruppe von Aktionärsdissidenten den Steuerverlust und kämpfte in einem Stellvertreterkrieg im September 1955 gegen die Liquidationsabsichten der Leitung. In einer Art umgekehrten feindlichen Übernahme wurde Reo verpflichtet, eine winzige Gesellschaft namens Nuclear Consultants Inc. zu übernehmen.
Reo wurde schließlich zur Nuclear Coporation of America und verlegte seinen Sitz in das Empire State Building in New York City. Dennoch waren Nuclears Versuche, als Kernenergieunternehmen Fuß zu fassen, nicht erfolgreicher als die Bemühungen von Olds bei der Fahrzeugproduktion. Es folgten Bemühungen, sich zu einem Mischkonzern zu entwickeln. Der Hauptsitz wurde erneut verlegt, diesmal nach Phoenix, Arizona.
Unter den vielen Zukäufen, die Nuclear während seiner Versuche, profitabel zu werden, tätigte, befand sich Vulcraft, ein Profilstahlproduzent, der in Florence (South Carolina) seinen Sitz hatte. Vulcraft wurde von Sanborn Chase gegründet, der in jungem Alter starb und die Gesellschaft seiner Witwe vererbte. Nuclear erwarb 1962 Vulcraft von der Witwe Chase und stellte F. Kenneth Iverson als CEO ein.
Dennoch war der Mischkonzern Nuclear nicht erfolgreicher als die Nukleargesellschaft oder der Autohersteller Reo und so wurde im März 1965 erneut Insolvenzantrag gestellt. Der Aufsichtsrat feuerte den Vorstandsvorsitzenden von Nuclear (und musste ihm dabei seinen Privatjet zurückgeben), konnte aber zwei Monate lang keinen Ersatz für ihn finden, weil niemand an der Spitze einer Gesellschaft stehen wollte, die wahrscheinlich bald ihren Betrieb einstellen würde. Letztlich erklärte ein Buchhalter von Nuclear, Samuel Siegel, der das Unternehmen verlassen wollte, gegenüber dem Aufsichtsrat seine Bereitschaft, unter zwei Bedingungen im Unternehmen zu bleiben: Falls Iverson Vorstandsvorsitzender bleiben und Siegel Finanzvorstand würden. Die beiden Bedingungen wurden sofort vom Aufsichtsrat akzeptiert.
Unfähig, vorteilhafte Preise bei amerikanischen Stahlherstellern zu erzielen und unzufrieden mit dem verfügbaren Importstahl jener Zeit, entschied Iverson (ein gelernter Metallurg), mit Nuclear durch den Bau der ersten Stahlhütte in Darlington (South Carolina) 1968 selbst in die Stahlproduktion einzusteigen. Das Unternehmen entschied sich, mit Hilfe eines Darlehens über 5 Millionen US-$ der Bank Wachovia einen Lichtbogenofen anzuschaffen, der weitaus preiswerter als ein konventioneller Hochofen war. Obwohl die frühen Tage hart waren (als die amerikanischen Stahlhersteller erkannten, dass Nuclear eine eigene Hütte betrieb, kündigten sie alle Verträge), war Nuclear letztlich fähig, den finanziellen Erfolg zu erzielen, den die Gesellschaft anfangs hatte vermissen lassen.
In Anerkennung der Tatsache, dass die Stahlproduktion nichts Nukleares besitzt, nahm das Unternehmen 1972 seinen gegenwärtigen Namen an. Seitdem hat Nucor drei weitere Vulcraft-Fabriken und acht Stahlhütten errichtet, expandierte in andere Stahlprodukte und behielt seinen Hauptsitz in der South-Park-Gegend von Charlotte (obwohl es innerhalb der Gegend umzog).
Dan DiMicco wurde im September 2000 zum CEO von Nucor berufen. Unter seiner Leitung schränkte Nucor die lange geübte Praxis der Errichtung von neuen Produktionseinrichtungen „auf der grünen Wiese“ ein, wofür als Hauptgrund Überkapazitäten im Inlandmarkt genannt wurden. Stattdessen wurde nach passenden existierenden Stahlproduktionsstätten mit gleichen Geschäftsphilosophien Ausschau gehalten. Nucor hat ca. 6 bis 7 Käufe von Unternehmen, Unternehmensanteilen oder Einrichtungen getätigt, seit Di Micco CEO wurde.
Im Dezember 2005 beschäftigte Nucor über 11.000 Mitarbeiter in Standorten in 14 US-Bundesstaaten.
Die Nucor-Kultur kann in fünf Bereichen zusammengefasst werden: dezentralisierte Managementphilosophie, erfolgsabhängige Entlohnung, gleiche Zuwendungen, Kundenservice und Qualität und technologische Führerschaft.
Zusätzlich zu diesen eingeführten Bonussystemen hat Nucor periodisch außerordentliche Bonussystem für alle Beschäftigte mit Ausnahme der Leitenden in Jahren großen Geschäftserfolgs aufgelegt. Dieser Bonus erreichte bis zu US$ 1.000 für jeden Beschäftigten.
Gegenwärtig betreibt Nucor zusammen mit BHP Steel und IHI einen Betrieb seit Mai 2002 in Crawfordsville (Indiana), der Stahlbleche zwischen 0,7 mm und 2,0 mm direkt gießen kann. Man erspart sich dabei das Walzwerk. Falls sich dieses CASTRIP genannte Verfahren als erfolgreich herausstellen sollte, würde dies ermöglichen, eine Hütte auf einem Sechstel der Fläche einer Minihütte und zu einem Zehntel der Kosten eines konventionellen integrierten Stahlwerks zu errichten. Allerdings zeigt sich, dass besonders die kleinen Blechstärken unter 1,4 mm Probleme bereiten. Obwohl das Gießwerk auf 500.000 Jahrestonnen (bei 55 Angestellten) ausgelegt ist, konnte nur ein Bruchteil davon bis jetzt (4/2006) tatsächlich ausgenutzt werden.
Nucor betreibt darüber hinaus zwei weitere Pilotprojekte, eins in Westaustralien und eins in Brasilien, die sich mit der preisgünstigen Beschaffung von Eisen zur Verwendung in den eigenen Stahlhütten beschäftigen.