Ein Notsignal ist ein Notruf in Form der nonverbalen Kommunikation, um in einer Notsituation akustisch (Schallzeichen) oder visuell (z.B. Lichtzeichen) Hilfe anzufordern. Welches Signal in welcher Situation eingesetzt wird, ist auch abhängig von den Möglichkeiten und der Umgebung. Das bekannteste ist das SOS--Zeichen, da sich die Buchstabenabfolge als Notsignal eingebürgert hat, obwohl es sich ursprünglich um einen Code handelt.
Seefahrt
In der
Seefahrt werden zur Anzeige von
Notfällen auf See gemäß Anlage IV der
Kollisionsverhütungsregeln und dem
internationalen Signalbuch oder dem
Handbuch für Suche und Rettung unter anderem folgende internationale
Seenotsignale verwendet:
- visuell
- Abfeuern einer Fallschirmleuchtrakete mit rotem Licht (Seenotsignalmittel)
- Zeigen einer Handfackel mit rotem Feuerschein (Seenotsignalmittel)
- Zeigen oranger Rauchsignale (Seenotsignalmittel)
- Abfeuern einer Rakete mit roten Sternen in kurzen Zwischenräumen (Seenotsignalmittel)
- Setzen der Flaggen "N" und "C" (Flaggenalphabet) ("November über Charlie")
- langsames synchrones seitliches Heben und Senken der Arme ("Müde Fliege")
- Signal im Mast aus einer viereckigen Flagge und darüber oder darunter ein Ball
- Abgabe des SOS-Signals durch Lichtsignale
- Flammen auf dem Fahrzeug, z.B. brennende Teer- oder Öltonnen
- Seewasserfärbung
- akustisch
- Dauerabgabe des Schallzeichens ("Nebelhorn")
- Abgabe von minütlichen Knall-Signalen
- Absetzen des Seenotfunkspruches "MAYDAY MAYDAY MAYDAY" (von franz. M'aidez ("Helfen Sie mir")) über 500 kHz und/oder 2182 kHz oder K16 (Notfallverkehr); Inhalt: Schiffsname, Rufzeichen, Position, Art des Notfalls, Art der benötigten Hilfe und Angaben, die geeignet sind, die Rettung zu erleichtern; Nach Absetzen der Notmeldung längere Zeit Sprechtaste betätigen, um anderen die Funkpeilung und Zielfahrt zu ermöglichen.
- Abgabe des SOS-Signals durch Morsen über Funk.
- Daten
- Zugelassene Zeichen, die über Funk übertragen werden (z.B. Seefunkbojen, Datenfunk).
Alpinwesen
Im alpinen Bereich dient das internationale "Distressed-Signal" als Hilferuf. Hierbei handelt es sich um einen SOS-ähnlichen Notruf, der aus sechs kurzen Signalen, die in ein-minütigem Abstand gegeben werden, besteht. Ratsam ist es ebenso, ein visuelles Signal hinzuzufügen. Gut geeignet sind Spiegel, bzw. bei Dunkelheit eine Taschenlampe. Hier wird das Distressed-Signal in Form von "Blinken" gegeben.
Retter antworten auf dieses Signal, indem sie drei kurze Signale in ein-minütigem Abstand geben.
Sonstige
- In der Medizin können leichte Krankheiten oder andere, nur geringfügige Änderungen des gesundheitlichen Zustandes ein Notsignal für eine schwere Erkrankung sein.
- Die für Gefahr gegebenen öffentlichen Alarme (Zivilschutz) zählen i.w.S. ebenfalls zu den Notsignalen (sie vermitteln jedoch keinen Hilferuf sondern warnen vor einer Notsituation).
Siehe auch
Alarmierung | Erste Hilfe | Sicherheit | Signal
Distress signal