Norilsk (russisch Норильск) ist eine Stadt in Russland und liegt im Nordwesten des Mittelsibirischen Berglandes. Die Stadt hat 131.935 Einwohner (Stand 2005). Die geographischen Koordinaten sind: . Somit ist Norilsk die nördlichste Großstadt der Welt.
In den ersten beiden Jahrzehnten wurde Norilsk, sowie das dortige Nickelkombinat fast ausschließlich von Gefangenen gebaut und betrieben, die in dem von 1935 bis 1956 bestehenden Norilsker Besserungsarbeitslager (russische Kurzform: Noril'lag) inhaftiert waren. Die Insassenzahl dieses Lagers stieg bis zu Stalins Tod 1953 stetig an und erreichte in den frühen 1950er Jahren etwa 70.000 Personen.
Von 1948 bis 1954 existierte in Norilsk zudem das „Speziallager Nr. 2“ (auch: „Gornyj lager'“ / „Gorlag“), in dem zusätzlich ca. 20.000 (fast ausschließlich „politische“) Häftlinge unter besonders strengen Haftbedingungen interniert waren. Im Sommer 1953, wenige Monate nach Stalins Tod, traten die Insassen dieses Lagers in einen mehrmonatigen Häftlingsaufstand. Unter anderem forderten sie eine Lockerung der Haftbedingungen, eine strafrechtliche Verfolgung von durch das Lagerpersonal verübten Verbrechen, sowie eine generelle Überprüfung der Fälle aller für politische ("konterrevolutionäre") Vergehen verurteilten Gefangenen. Eine eigens aus Moskau angereiste Kommission stellte Zugeständnisse in vielen, jedoch nicht allen Punkten in Aussicht. In einigen der Lagerabteilungen nahmen die Häftlinge daraufhin die Arbeit wieder auf. Nachdem die Lageradministration jedoch damit begann, die Organisatoren des Aufstands von den übrigen Häftlingen zu isolieren, traten viele dieser Häftlinge erneut in Ausstand. Die Lageradministration brach daraufhin den Widerstand, indem sie jede einzelne Lagerabteilung von Wachtruppen und Einheiten des Innenministeriums stürmen ließ, wobei Dutzende Gefangene zu Tode kamen. Viele der am Aufstand beteiligten Häftlinge wurden systematisch misshandelt, vereinzelt wird auch von Erschießungen berichtet. Über tausend am Aufstand beteiligte Häftlinge wurden in andere Gefangenenlager verlegt.
An das russische Eisenbahnnetz ist Norilsk nicht angebunden, da eine zu Stalins Zeiten begonnene Strecke nie fertig gestellt wurde. Die Stadt wird jedoch durch eine etwa 120 km lange Bahnlinie mit dem Flusshafen von Dudinka verbunden. Von dort werden die in Norilsk gewonnenen Erze und Metalle im Sommer über den Jenissej und den nördlichen Seeweg verschifft. Bei der Bahnstrecke handelte es sich anfänglich um eine Schmalspurbahn, die später umgebaut wurde. Bis in die neunziger Jahre fand auch Personenverkehr statt. Nachdem nun aber auch im Winter die Straße nach Dudinka und zum Flughafen vom Schnee befreit werden, wurde dieser eingestellt. Obwohl die Eisenbahnstrecke vielfach als nördlichste der Welt bezeichnet wird, existieren nahe Murmansk noch nördlichere Bahngleise.
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