Nordschleswig (dänisch Nordslesvig) ist eine Region im Süden Dänemarks zwischen deutsch-dänischer Grenze und der Stadt Kolding. Im Dänischen wird die Region meist als Südjütland (dänisch Sønderjylland) bezeichnet.
Der Vertreter der Dänischen Minderheit in Schleswig im Deutschen Reichstag H.P. Hanssen erhielt im Oktober 1918 von der neuen Reichsregierung das Zugeständnis, dass die Nordschleswig-Frage nach dem Selbstbestimmungsrecht der Völker entschieden werden sollte. Nach dem 1. Weltkrieg wurde in den Artikeln 109 bis 114 des Versailler Vertrages festgelegt, dass die Bevölkerung in Schleswig im Rahmen einer Volksabstimmung die Grenzziehung zwischen Deutschland und Dänemark selbst entscheiden könne. Das Plebiszit wurde in zwei Abstimmungszonen abgehalten.
Die 1. Abstimmungszone umfasste das gesamte Nordschleswig bis zur “Clausen-Linie“ südlich von Tondern und nördlich von Flensburg, die den heutigen deutsch-dänischen Grenzverlauf markiert. Stimmberechtigt waren sämtliche vor dem 1. Januar 1900 geborene Personen, die entweder aus dem Plebiszitgebiet stammten oder dort zumindest seit 1900 ihren Wohnsitz unterhielten oder, vor 1900 dort wohnhaft, von deutschen Behörden ausgewiesen worden waren. Dies setzte entsprechende Aktivitäten beider Volksgruppen zur Mobilisierung von Landsleuten außerhalb der Abstimmungszonen in Gang. Die 2. Abstimmungszone erstreckte sich auf ein Territorium südlich der Clausen-Linie.
Die Modalitäten der Abstimmung führten jedoch zu Kontroversen. Dänemark definierte die Grenzen der Abstimmungszonen und setzte durch, dass in der 1. Abstimmungszone en bloc abgestimmt wurde, das heißt alle Stimmen gemeinsam ausgezählt wurden. Dies führte dazu, dass auch Städte mit deutscher Mehrheit wie Apenrade, Sonderburg und Tondern, zu Dänemark kamen. In der 2. Abstimmungszone wurde Stadt für Stadt und Gemeinde für Gemeinde abgestimmt. Bei der Abstimmung in der 1. Zone am 10. Februar 1920 votierten 74,9 Prozent der Stimmberechtigten für eine Vereinigung mit Dänemark. An einigen Orten (z. B. in Lügumkloster) waren die Mehrheitsverhältnisse äußerst knapp. In den ländlichen Gebieten des Nordens waren 90 Prozent und mehr dänische Stimmen keine Seltenheit. In einzelnen Gemeinden wie Tondern und Hoyer gab es deutsche Dreiviertelmehrheiten. Am 14. März 1920 stimmten 80,2 Prozent der Stimmberechtigten in der 2. Abstimmungszone für einen Verbleib bei Deutschland. Dänische Mehrheiten gab es nur in drei kleinen Gemeinden auf Föhr, doch stimmte im schnell gewachsenen Flensburg immerhin ein Viertel für Dänemark. In der 3. Abstimmungszone wurde daraufhin keine Abstimmung mehr abgehalten.
Nordschleswig liegt am kleinen Belt. Daher kommt auch die entsprechende Passage im Deutschlandlied.
Die meisten Ortsnamen haben eine dänische wie deutsche Version. Siehe auch unter: Schleswigsche Ortsnamen
Statt von Nordschleswig wird auf dänischer Seite inzwischen hauptsächlich von Sønderjylland gesprochen, weil man ersteres fälschlicherweise als deutsche Bezeichnung auffasst. Obwohl Sønderjylland eigentlich ein Synonym für das gesamte Schleswig ist, wird der Landesteil südlich der Grenze im Gegensatz zu Sønderjylland als Sydslesvig bezeichnet. Auch auf deutscher Seite ist man meist nicht konsequent und stellt Nordschleswig als südliches Pendant einen Landesteil Schleswig gegenüber.
Schleswig-Holstein | Nordschleswig
Sønderjylland | Põhja-Schleswig | Sønderjylland | Północny Szlezwig | Sönderjylland
This article is licensed under the GNU Free Documentation License.
It uses material from the
"Nordschleswig".
Home Page • arts • business • computers • games • health • hospitals • home • kids & teens • news • physicians • recreation• reference • regional • science • shopping • society • sports • world