| Wappen | Karte |
|---|---|
| Wappen_Nordhausen.png | Karte nordhausen in deutschland.png |
| Basisdaten | |
| Bundesland: | Thüringen |
| Landkreis: | Nordhausen |
| Geografische Lage: | |
| Höhe: | ca. 180-260 m ü. NN |
| Fläche: | 89,32 km² |
| Einwohner: | 42.765 (31. Dezember 2005) |
| Bevölkerungsdichte: | 479 Einwohner je km² |
| Postleitzahl: | 99734 |
| Vorwahl: | 03631 |
| Kfz-Kennzeichen: | NDH |
| Gemeindeschlüssel: | 16 0 62 041 |
| Stadtgliederung: | 8 Stadtteile/Stadtbezirke |
| Adresse der Stadtverwaltung: | Markt 1 99734 Nordhausen |
| Website: | www.nordhausen.de |
| Oberbürgermeister: | Barbara Rinke (SPD) |
Nordhausen ist eine Stadt in Thüringen am Südrand des Harzes. Sie ist Kreisstadt des gleichnamigen Landkreises und hat den Status einer Großen kreisangehörigen Stadt.
Nordhausen wurde bei der britischen Bombardierung 1945 zu fast 80 % zerstört. Damit zählt Nordhausen zu den zehn am stärksten durch Bombardierung beschädigten Städte in Deutschland.
Wegen seiner Kautabakfabrik G. A. Hanewacker (gegründet 1817) galt Nordhausen als Zentrum der Kautabakproduktion in Deutschland.
Anfang 2004 wurde die Stadt bei der zweiten Thüringer Landesgartenschau umgestaltet. Das Land Thüringen stellte 60 Millionen Euro zur Verfügung.
ab 2007 auch:
1220 wurde Nordhausen von Kaiser Friedrich II. zur Freien Reichsstadt erhoben, 1225 erhielt sie ihr erstes Siegel und um 1260 wurde erstmals ein Rat gebildet. 1277 gab es einen Aufstand der Handwerker und Kleinbürger gegen die Reichsritter. Dabei wurde die Reichsburg zerstört, die erst gegen Ende des 12. Jahrhunderts neu gebaut wurde. Bei einem weiteren Aufstand am 14. Februar 1375 wurde der Rat gestürzt und seine Mitglieder verbannt. Die Stadt erhielt eine neue Verfassung, und die Handwerker übernahmen die Macht. 1430 trat Nordhausen der Hanse bei. 1500 wurde Nordhausen Teil des Niedersächsischen Reichskreises.
1507 wurde die Produktion von Branntwein in der Stadt erstmalig urkundlich erwähnt; der so genannte Nordhäuser Korn brachte die Stadt im Mittelalter zu Reichtum. In Spitzenzeiten gab es über 100 Brennereien in der Stadt. 1523 setzte sich in Nordhausen die Reformation durch und die Kirchengüter wurden säkularisiert. In diesem Jahr hielt sich auch Thomas Müntzer in der Stadt auf. Obwohl zwei Stadtbrände (1540 und 1612), der Ausbruch der Pest (1626) und der Dreißigjährige Krieg die Entwicklung der Stadt hemmten, wuchs sie weiter an.
1866 erhielt Nordhausen Anschluss an die Eisenbahn aus Halle (Saale), die Fortsetzung nach Heiligenstadt wurde ein Jahr später eröffnet.
Nordhausen-Lutherplatz.jpg Von 1937 bis 1945 befand sich bei Nordhausen das Rüstungszentrum und Konzentrationslager Dora-Mittelbau. Am 3. und 4. April 1945 wurde die Stadt durch Bomber der Royal Air Force zu drei Vierteln zerstört, wobei etwa 8.800 Menschen ums Leben kamen. Am 11. April besetzte die 1. US-Armee (General Hodges) kampflos Nordhausen. In dem nahegelegenen Konzentrationslager Dora-Mittelbau kamen die US Soldaten in engen Kontakt mit dem Grauen dort und befahlen der Zivilbevölkerung an den Aufräumarbeiten im Lager mit zu wirken um auch ihnen den Schrecken direkt vor Augen zu führen. Die Rote Armee zog am 2. Juli ein.
Am 31. Oktober 1989 fanden auf dem August-Bebel-Platz Demonstrationen mit 25.000 Teilnehmern statt.
| 1802 bis 1946 |
1726 wurden jährlich 1,3 Millionen Liter Branntwein in 69 Brennereien erzeugt. Wenig später, in der Mitte des 18. Jahrhunderts, erreichte die Zahl der Branntweinbrennereien mit 100 ihr Maximum.
1789 wurde ein Reinheitsgebot für die Zutaten des Nordhäuser Korns festgelegt: mindestens zwei Drittel Roggen und maximal ein Drittel Gerstenmalz. Als jedoch 1819 der preußische Staat die Branntweinherstellung aus Kartoffeln zu fördern begann, mischten viele Nordhäuser Brennereien dem Korn Kartoffelsprit bei.
Im April 1945 wurden bei der Bombardierung der Stadt alle Brennereien zerstört oder beschädigt, doch bereits 1948 wurden wieder 200.000 Liter Branntwein produziert. 1949 wurden mit Gründung der DDR landesweit Vereinigungen Volkseigener Betriebe (VEB) gebildet. Der VEB Nordbrand verdrängte in den folgenden Jahren die verbleibenden Brennereien. Ab 1961 wurde der Nordhäuser Korn auch nach Westdeutschland exportiert. Ende der 60iger Jahre wurden in dem Betrieb über 10 Millionen Liter Spirituosen jährlich hergestellt. Dies entsprach 15 % der DDR-Spirituosenproduktion. 1986 erreichte die Kornproduktion in Nordhausen ihren Höhepunkt, als jährlich 60 Mio Liter Branntwein gebrannt wurden. Nach der politischen Wende 1989/90 halbierte sich die Korn-Produktion. 1991 wurde der Betrieb dann von der Eckes AG übernommen, woraufhin das Produkt deutschlandweit besser vermarktet werden konnte. Im Februar 1994 begann man das ehemalige Museum der Nordhäuser Brennereigeschichte in ein arbeitendes technisches Denkmal mit eigenem Brennrecht von 103.500 Litern reinem Alkohol umzuwandeln. Die dort erzeugten Spirituosen sind so rar, dass sie nicht flächendeckend im Supermarkt verkauft werden können, sondern nur in wenigen Spirituosenläden zu erhalten sind.
Die Nordhäuser Straßenbahn setzt seit 2004 Fahrzeuge mit Hybridantrieb auf der Duolinie 10 ein, die innerstädtisch mit Elektromotor und Oberleitung auf den Gleisen der Straßenbahn verkehren und außerhalb der geschlossenen Ortschaften auf den Gleisen der Harzer Schmalspurbahnen von einem Dieselmotor angetrieben werden. Die Strecke führt zunächst quer durch die Nordhäuser Innenstadt und dann weiter zum Nachbarort Ilfeld und verkehrt im Stundentakt.
Folgende weiteren Eisenbahnlinien des Landes Thüringen verkehren auch in Nordhausen:
Stand 2006.
Fernstraßen
Während der Epoche der DDR wurden im "VEB Schwermaschinenbau Nordhausen" unter anderem Bagger hergestellt. Der Betrieb wurde später in "Nordhäuser Bagger- und Stahlbau - NOBAS" umbenannt und gehört jetzt zur "Papenburg-Gruppe".
Bekannt aus der Werbung in den Medien ist die Nordbrand Nordhausen GmbH (Unternehmen der ECKES Firmengruppe), die sich aus dem ehemaligen DDR-Betrieb VEB Nordbrand Nordhausen entwickelt hat.
Nordhausen hat derzeit als große kreisangehörige Stadt eine eigene Schulträgerschaft für die Grund- und Regelschulen. Die auf dem Gebiet der Stadt gelegenen Gymnasien (Humboldt- und Herdergymnasium) befinden sich in der Trägerschaft des Landkreises Nordhausen.
Ort in Thüringen | Reichsstadt | Landkreis Nordhausen
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