article

Wappen Karte
Wappen-Nordenham.png Karte_nordenham_in_deutschland.png
Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Wesermarsch
Fläche: 87,2 km²
Einwohner: 27.660 (30. Oktober 2005)
Bevölkerungsdichte: 319 Einwohner/km²
Höhe: 0 m ü. NN
Postleitzahl: 26954 (alt: 2890)
Vorwahl: 04731
Geografische Lage: 53° 30' n. Br.
8° 28' ö. L.
Kfz-Kennzeichen: BRA
Gemeindeschlüssel: 03 4 61 007
Stadtgliederung: 35 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Walther-Rathenau-Straße 25
26954 Nordenham
Offizielle Website: www.nordenham.de
E-Mail-Adresse: stadt@nordenham.de
Politik
Bürgermeister: Dr. Georg Raffetseder (CDU)
Regierende Partei: SPD
Nordenham ist mit 27.830 Einwohnern die größte Stadt des Landkreises Wesermarsch in Niedersachsen. Weiterhin ist Nordenham Teil der Region Oldenburger Land.

Geografie


Nordenham liegt am Westufer der Weser gegenüber von Bremerhaven an ihrer Mündung in die Nordsee sowie nördlich der Städte Bremen und Oldenburg (Oldb.). Zusammen mit den Nachbargemeinden Butjadingen und Stadland ist Nordenham vor allen Dingen eine touristisch attraktive Gegend zwischen Nordsee, Jadebusen und Weser. Die Umgebung ist überwiegend ländlich geprägtes Marschland und wird ringsherum von Deichen vor Sturmfluten geschützt.

Stadtgliederung

Nordenham ist in folgende 35 Stadtteile unterteilt:
Abbehausen, Abbehauser Groden, Abbehauser Hörne, Abbehauserwisch, Atens, Atenserfeld, Blexen, Blexersande, Blexerwurp, Bulterweg, Butterburg, Einswarden, Ellwürden, Enjebuhr, Esenshamm, Esenshammer Altendeich, Esenshammer Oberdeich, Esenshammergroden, Friedrich-August Huette, Grebswarden, Großensiel, Havendorf, Heering, Hoffe, Kloster, Moorseersand, Oberdeich, Phiesewarden, Rahden, Sarve, Schockumerdeich, Schweewarden, Schütting, Tettens, Treuenfeld, Volkers.
Zum Stadtgebiet gehören auch die beiden Inseln Langlütjen I und Langlütjen II.

Geschichte


Nordenham entwickelte sich seit der Mitte des 19. Jahrhunderts aus der Gemeinde Atens. Der Kaufmann Wilhelm Müller ließ einen Schiffanleger, den so genannten Ochsenpier, errichten, über den der Norddeutsche Lloyd Vieh nach England transportierte. Gaststaette-Friedeburg.jpg

Der Stadtteil Blexen ist einer der ältesten Orte der Gegend (erste Besiedelung vermutlich im 7. Jh. n. Chr.). Er wurde 789 erstmals urkundlich erwähnt aus Anlass des Todes des Bischofs Willehad. Die Blexer St. Hippolyt-Kirche wurde im Laufe der nächsten Jahrhunderte zur Wallfahrtskirche. Im Zuge der Oldenburgischen Verwaltungsreform 1933 verlor Blexen seine Selbstständigkeit und wurde dem Stadtgebiet Nordenhams zugeschlagen.

Im Jahre 1404 bauten die Bremer im Ortsteil Atens eine Befestigungsanlage, die Vredeborch (Friedeburg). Von hier aus zogen sie gegen die aufständischen Einwohner Butjadingens und Stadlands zu Felde. Der nördliche Teil der Wesermarsch war zu diesem Zeitpunkt noch eine Insel und wurde durch die Heete vom Festland getrennt. Erst um das Jahr 1450 wurde die Heete durchdeicht.

In den Jahren 1499-1514 wurde Butjadingen von Graf Johann V. für das Herzogtum Oldenburg erobert.

Im Jahre 1808 wurde ganz Butjadingen, wie der Rest des Herzogtums Oldenburg, von holländischen Truppen besetzt. 1813 erhob sich die Bevölkerung gegen die französischen Truppen Napoleons. Im Rahmen von Vergeltungsmaßnahmen wurden an der Blexer Kirche zehn Soldaten erschossen.

Bahnhof-Nordenham.jpg Am 15. Oktober 1875 befuhr der erste Eisenbahnzug die Strecke Hude - Nordenham. Das "Hotel auf dem Deiche" des Stadtgründers Wilhelm Müller (auf dem Bild das Mittelstück) war zuvor zum Bahnhof ausgebaut und 1875 an den Oldenburgischen Staat verkauft worden.

Der Name der Stadt Nordenham rührt vom Gut Nordenhamm her, weshalb die Stadt ursprünglich mit zwei M als "Nordenhamm" geschrieben wurde. Erst im Jahre 1888 wurde beschlossen, auf das zweite M im Namen zu verzichten - angeblich als freundliche Geste gegenüber den Engländern, mit denen ein reger Seehandel zustande kam. Englische Städte, die auf "-ham" enden, werden mit nur einem M geschrieben. Durch die Angleichung wollte man Schreibfehler der englischen Handelspartner vermeiden helfen.

1878 wurde in der Postagentur Blexen das erste Telefon des Oldenburger Landes in Betrieb genommen. Es verband die Station mit dem Telegrafenamt in Nordenham.

1905 rief der Bremer Reeder Friedrich Adolf Vinnen die "Midgard" Deutsche Seeverkehrs-AG ins Leben, die die inzwischen errichteten Hafenanlagen von Nordenham übernahm, verwaltete und ausbaute sowie eine Anzahl von größeren Fischdampfern bereederte. Auch mit der Gründung der Nordenhamer Terrain-AG (1906) und der "Visurgis" Heringsfischerei AG (1907) trug er zum wirtschaftlichen Aufschwung des Ortes bei.

Am 1. Mai 1908 wurde Nordenham das Stadtrecht II. Klasse verliehen. Seit 1955 ist Nordenham eine selbstständige Stadt.

Im Zuge der Gebietsreform von 1974 wurden die ehemals eigenständige Gemeinden Abbehausen und das Dorf Esenshamm in das Stadtgebiebt eingegeliedert.

Politik


Stadtrat

Die letzten Stadtratswahlen vom 9. September 2001 ergaben folgendes Wahlergebnis:
  • SPD, 52,10%, 20 Sitze, Austritt von 1 Mitglied aus der Partei im Jahre 2006 (bildet mit der SPD eine Gruppe, so dass sich die Mandatsverhältnisse nicht ändern)
  • CDU, 31,66%, 12 Sitze
  • FDP, 11,21%, 4 Sitze
  • Grüne, 5,01%, 1 Sitz
Die Wahlbeteiligung betrug 47,82%.

Bürgermeister

Bei der letzten Bürgermeisterwahl im Jahre 2003 erhielt Dr. Georg Raffetseder (CDU) 59,47% der Stimmen. Auf seine Gegenkandidaten Ulrich Münzberg (SPD) und Frank-Rüdiger Halt (parteilos) entfielen nur 36,91% bzw. 3,6% der Stimmen.

Städtepartnerschaften

Peterlee-Rathaus.jpg Es bestehen zwei Städtepartnerschaften mit Peterlee im Norden Englands und mit Swinemünde im Nordwesten Polens auf der Insel Usedom. Peterlee ist eine Neugründung, eine so genannte "new town", aus dem Jahre 1948 im County Durham. Seit 1981 gibt es mit dieser Stadt eine Partnerschaft. Es finden regelmäßig sowohl öffentliche wie auch private Treffen statt. Die Partnerschaft mit Swinemünde besteht seit 1992. Es finden regelmäßige Schüleraustausche zwischen den Gymnasien beider Städte statt, sowie weitere offizielle und inoffizielle Treffen.

Kultur und Sehenswürdigkeiten


Bauwerke

Moorsee-Mühle-Nordenham.jpg Bekanntes modernes Bauwerk ist der Wesertunnel vor den Toren der Stadt.

Das städtische Museum zeigt Exponate aus der Industrie- und Stadtgeschichte, u. a. das "Bruderkussbild" in zwei Ausführungen. Die restaurierte historische Galerie-Holländer-Windmühle Moorseer Mühle ist die einzige Windmühle in der Umgebung mit zwei Windrosen und die letzte voll funktionsfähige Windmühle im Landkreis. Angeschlossen ist ein Museum über Müllereigeschichte in zwei Gebäuden. Den Jedutenhügel in Nordenham-Grebswarden soll es schon zu Wikingerzeiten gegeben haben. Die St.-Hippolyt-Kirche in Blexen mit Münstermann-Altar und der Willehadusbrunnen war früher Ziel von Wallfahrten. Museum und Kaufhaus zugleich ist das Historische Kaufhaus in Abbehausen.

3d-foto-beispiel1.jpg

Siehe auch


Kirchen

Sonstige

  • Seenpark mit Vogelschutzgebiet

Wirtschaft und Infrastruktur


Verkehr

Seit der Fertigstellung des Wesertunnels hat Nordenham über die B 437 einen direkten Anschluss an die A 27 (Auffahrt Loxstedt-Stotel). In Gegenrichtung über die B 212 erreicht man Oldenburg (Oldb.). Im Zuge des Ausbaus der B 437 wurden außerdem eine Ortsumgehung um den Stadtteil Esenshamm geschaffen, zusätzlich zu der einige Jahre vorher fertiggestellten Ortsumgehung Nordenham. Des Weiteren besteht eine dauerhafte Bahnverbindung vom Nordenhamer Bahnhof zum Bremer Hauptbahnhof. Trotz des Wesertunnels befindet sich in Nordenham-Blexen immer noch eine Fährverbindung nach Bremerhaven.

Ansässige Unternehmen

Ein Großteil der Nordenhamer Bevölkerung - ungefähr 4.500 Personen - arbeitet in Industriebetrieben, die vor allem von der nahen Lage zur Weser (seeschifftiefes Fahrwasser) profitiert. Besonders erwähnenswert sind das Werk Nordenham der deutschen Airbus, wo vor allem Rumpfschalen auch für den A 380 hergestellt werden, sowie die Rhenus Midgard, dem größten deutschen Hafen in Privatbesitz. Weitere große Industriebetriebe sind die Norddeutschen Seekabelwerke, Kronos Titan, Xstrata Zinc, Metaleurop und nkt cables.

Die wirtschaftliche Entwicklung der Stadt Nordenham

Die Norddeutsche Seekabelwerk AG siedelte sich 1899 als erster Industriebetrieb in Nordenham an. Heutzutage hat dies noch Auswirkungen auf das Wirtschaftsleben in Nordenham.

Die "MIDGARD Deutsche Seeverkehrs AG" verfügt heute über zwei moderne Seehafenanlagen in Nordenham und Nordenham-Blexen. Das Unternehmen gehört seit 1. Januar 1998 zur Rethmann-Gruppe (Selm).

1908 wurde die "Metallwerke Unterweser AG" gegründet. Das Unternehmen diente dazu, den aus Übersee an der Unterweser ankommenden Schiffsraum (Ballast) mit Erzen auszunutzen. Daraus resultierte die Einrichtung einer Kunstdüngerfabrik, der Superphosphatfabrik (1906 - 1908), dort wurde die Metallverhüttung der anfallenden Schwefelsäure verarbeitet. Nach einer Krise in der Düngerindustrie im Jahr 1988 wurde die Fabrik geschlossen.

Die Industrialisierung wurde durch den Ersten Weltkrieg gestoppt. Durch die Nachkriegszeit hatte von 1921 bis 1925 bestehende Aktiengesellschaft wenig Erfolg mit der Gründung der "Oldenburger Schiffswerft". Die Frerichs-Werft wurde im Jahre 1935 Opfer der Wirtschaftskrise.

Der in den Jahren 1935/36 einsetzende wirtschaftliche Aufschwung erfasste auch die Schwerindustrie; damit profitierte auch die Oldenburger Werft, Filialen der bremischen Weser-Flugzeugbaugesellschaft als Reparaturbetrieb für Maschinen der Firmen Donier Junkers, Arado und Heinkel. Der Konzern Felten & Guilleaume erreichte durch die Eröffnung des Fertigungsbetrieb für Kabel, Schalter und Schaltanlagen in den Hallen der Weserflug Nordenham (vormals Oldenburger Werft) am 1. August 1949 eine weitere Industrialisierung der Region.

Weitere Entwicklung am Standort Felten & Guilleaume (F&G)
  • 1950: Produktion von Bleichert - Elektrokarren und elektrische Motoren
  • 1951: 800 Mitarbeiter sind für die Herstellung von Kabelgarnituren tätig
  • 1956: Fertigung von Auslösern für Fehlerstromschutzschalter
  • 1957: Herstellung von Fernmelde-Kabelgarnituren
  • 1977: Verlagerung der Motorenproduktion von Braunschweig nach Nordenham
  • 1979: Serienproduktion des Leistungsschutzschalters PX100
  • 1998: Die drei Geschäftsgebiete in Nordenham werden eigenständige GmbH´s. Die Bonner Moeller Gruppe übernimmt die Mehrheit der Felten & Guilleaume AG.
  • 1999: Trennt sich F&G von seinen Kabelaktivitäten. Die Kabelproduktion in Köln und die Kabelgarnituren GmbH in Nordenham werden an die dänische NKT- Gruppe verkauft.

Somit verbleiben derzeit am Standort Nordenham drei selbstständige Unternehmen:

  • ATB – Seit 80 Jahren Erfahrung auf dem Gebiet der Antriebstechnik Fertigung von explositionsgeschützte Motoren
  • Moeller - weltweiter Anbieter von Komponenten und Systemen für die Energieverteilung und Automatisierung in der Industrie
  • nkt cables GmbH, Kabelgarnituren ist ein seit 1949 in Nordenham ansässiges Unternehmen für die Lieferung von Mittel- und Hochspannungsgarnituren sowie Kabelverteilerschrank, Zähleranschlußsäulen, Hausanschlusskästen, Straßenbeleuchtungssäulen.

Energie

Seit Anfang der 80er-Jahre besteht bei der Schule Am Luisenhof eine Windenergieanlage mit 80 kW Spitzenleistung der Fa. Enercon, die im Rahmen eines Pilotprojektes Windstrom in das allgemeine Stromnetz einspeist.

Medien

Bürger-Radio und -Fernsehen bietet der ehemalige Offene Kanal Wesermündung (jetzt radioWSMtv) an. Das Studio befindet sich im Rathausturm an der Walther-Rathenau-Straße. Gesendet wird jeweils am Mittwoch (Radio) und am Donnerstag (Fernsehen). In Nordenham erscheinen die Kreiszeitung Wesermarsch sowie die Nordwest-Zeitung mit ihren jeweiligen Lokalteilen.

Öffentliche Einrichtungen

Nordenham besitzt zwei Schwimmbäder mit 25-Meter-Becken sowie ein Freibadgelände im Freizeitbad Störtebeker. Die Stadthalle "Friedeburg" für verschiedene Veranstaltungen entstand aus dem ehemaligen Hotel des Stadtgründers Wilhelm Müller in den 1950er-Jahren. Eine Sternwarte mit Planetarium befindet sich in den Räumen des Gymnasiums Nordenham. Die Stadtbücherei befindet sich ebenfalls in einem Anbau des Gymnasiums nahe der Innenstadt. Eine ehemalige Sporthalle, die Jahnhalle, wurde zum Jugend- und Kulturzentrum umgebaut und direkt am Strandgelände befindet sich neben dem Campingplatz eine Deutsche Jugendherberge (DJH).

Bildung

Nach Umstellung des Bildungssystems des Landes Niedersachsen im Jahre 2004 wurden die früheren Orientierungsstufen aufgelöst. Deren Gebäude stehen nun den weiterführenden Haupt- und Realschulen sowie dem Nordenhamer Gymnasium zur Verfügung. Außerdem verfügt Nordenham über eine Berufsschule sowie eine Volkshochschule.

Sport


In Nordenham gibt es eine umfangreiche aktive Sportszene, die sich in vielen verschiedenen Vereinen widerspiegelt. Das größte Sportangebot bietet im Ortskern von Nordenham der Sportverein Nordenham (SVN e.V.) an, mit dem Schwerpunkt auf diverse leichtathletische Sportarten. Der Blexer Turnerbund von 1907 e.V. bietet die Sparten Handball, Schwimmen, Leichtathletik, Step Aerobic, Tennis (3 Freiplätze, 2 Hallenplätze), Tischtennis, Gymnastik, Turnen, Gesundheitssport (Rückengymnastik, Aqua-Fitneß), Badminton etc. an.

Töchter und Söhne der Stadt


Literatur


  • Klaus Wiborg: Nordenham. Böning Verlag, Nordenham 1955 - ISBN B0000BPDP7

Weblinks


Ort in Niedersachsen | Ort mit Seehafen

Nordenham | Nordenham | Nordenham | Nordenham

 

This article is licensed under the GNU Free Documentation License. It uses material from the "Nordenham".

Home Pageartsbusinesscomputersgameshealthhospitalshomekids & teensnewsphysiciansrecreationreferenceregionalscienceshoppingsocietysportsworld