Lieblingsnivellier.jpgDas Nivellier (auch Nivellierinstrument, Nivelliergerät) ist ein Messgerät mit dem Höhenhorizonte hergestellt und Höhenunterschiede gemessen werden. Dazu hat das Nivellier ein Zielfernrohr, dessen Zielachse mittels einer Libelle oder ähnlichen Vorrichtung senkrecht zur Lotrichtung ausgerichtet wird. Das Zielfernrohr ist um die in Lotrichtung zeigende Stehachse frei drehbar. Daher kann rundum mit horizontaler Visierlinie geblickt werden. Zwei beliebige Punkte, die in diesem Horizont liegen, haben die gleiche Höhe.
Das Nivellier findet Verwendung beim Ingenieurbau um waagerechte Flächen herzustellen, Höhenunterschiede festzulegen oder Maschinen und Bauwerke einzurichten. Das Nivellier ersetzt die Wasserwaage, wo deren Genauigkeit nicht mehr ausreicht und wo deren Anwendung zu aufwändig wäre.
In der Landesvermessung wird das Nivellier als Präzisionsinstrument zur Bestimmung von Höhennetzen und Höhenpunkten durch Feinnivellement über lange Strecken verwendet.
Nivellierlattenablesung.jpgDie Messtätigkeit mit dem Nivellier wird Nivellement genannt. In der Regel wird das Nivelliergerät auf ein dreibeiniges Stativ aufgesetzt. Zur weiteren Messausrüstung gehört die Nivellierlatte, die auf dem Messpunkt lotrecht aufgestellt wird. Die Skala der Nivellierlatte wird durch das Zielfernrohr des Nivelliergerätes abgelesen.
Nivelliergeräte werden unterschieden nach ihrer Bauweise (z.B.nach Fernrohrbeweglichkeit oder Horizontiervorrichtung) und nach dem Einsatzgebiet (Baunivellier, Ingenieurnivellier, Feinnivellier) und der zugehörigen Messgenauigkeit.
Geräte, bei denen das Fernrohr vertikal statt horizontal ausgerichtet wird, heißen optisches Lot. Sie werden u.a. zum Abteufen von Schächten im Bergbau benutzt.
NivellementExample.jpgMit dem Nivellier werden Höhenunterschiede gemessen. Dazu wird das Nivellier an einem beliebigen Beobachtungspunkt zwischen den Messpunkten aufgestellt und horizontiert. Auf jedem Messpunkt wird eine Nivellierlatte lotrecht aufgestellt. Auf der Nivellierlatte ist eine Maßeinteilung so angebracht, dass die Ablesung der Lattenteilung im Nivelliergerät den lotrechten Abstand des Punktes vom Höhenhorizont (Gerätehorizont) des Nivelliers ergibt. Wird bei unveränderter Aufstellung des Nivelliers zu einem weiteren Punkt gemessen, so gibt die Differenz der beiden Ablesungen den Höhenunterschied der beiden Punkte.
Damit ein Höhenunterschied über größere Entfernung, über größere Höhenunterschiede oder um Hindernisse gemessen werden kann, wird die Messung in Abschnitte geteilt. Ein Abschnitt besteht jeweils aus der Messung vom bekannten Punkt zum neuen Punkt. Das Nivellier wird zwischen beiden lotrecht aufgestellt. Der bekannte Punkt wird Rückblick genannt, der neue Punkt heißt Vorblick. Die Ablesungen werden subtrahiert, Rückblick minus Vorblick, um den Höhenunterschied zu erhalten.
Auf dem Zielpunkt angekommen werden die Höhenunterschiede aller Abschnitte addiert um den Höhenunterschied zwischen Ausgangspunkt und Zielpunkt zu erhalten.
Kompensatornivellier.jpgDas selbsthorizontierende Nivellier besitzt anstelle der Fernrohrlibelle einen Kompensator (Ziellinienregler zur automatischen Horizontierung). Dieser besteht aus optisch-mechanischen Bauteilen, die in den Strahlengang des Fernrohres eingefügt sind. Durch diese Bauteile wird die Ziellinie innerhalb eines kleinen Bereichs automatisch waagerecht gestellt. Wegen des begrenzten Arbeitsbereichs der Kompensatoren ist eine Vorhorizontierung mit der Dosenlibelle erforderlich.
Als Kompensator zur Feinhorizontierung wird häufig ein Pendelprisma verwendet, das an Bändern aufgehängt den Sehstrahl entgegen der Fehlhorizontierung des Nivelliergerätes ablenkt.
Dumpy level | Niveau optique | Waterpasinstrument | Niwelator | Нивелир
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