Nitzer Ebb ist eine Hardcore-Pure-Electronic Band, die 1982 in Chelmsford (England) von den drei Teenagern Bon Harris, David Gooday und dem Leadsänger Douglas McCarthy gegründet wurde.
Einflüsse
Gerade die markanten stimmgewaltigen Vocals vom Frontman Douglas McCarthy sind bis heute das Markenzeichen dieser Electronic-Combo. Zu ihren musikalischen Vorbildern zählen unter anderem
DAF,
Kraftwerk,
Einstürzende Neubauten,
Die Krupps und
Malaria. Mit den Krupps arbeiteten sie auch intensiv zusammen und veröffentlichten mit „The Machineries Of Joy“, ein Remake des Klassikers „Wahre Arbeit - Wahrer Lohn“, der fälschlicherweise auch zur
NDW gezählt wird und einen Achtungserfolg in den
US-Billboard-Dance Charts hatte. Leider gab es Meinungsverschiedenheiten und wurde so zum letzten Projekt der beiden einflussreichen EBM-Bands.
Geschichte
In der englischen Hauptstadt London gab es ab
1983 die ersten Hardcore-Fans und zwei Jahre später –
1985 erschien die Single „Isn't It Funny How Your Body Works“. Der erste Meilenstein und die erste Beachtung in den Fachmagazinen erfuhr das jugendliche Trio mit ihrem
Debütalbum „That Total Age“ auf
Mute Records (dem
Label der Synthie-Pioniere
Depeche Mode, die auch aus Essex stammen). Dieses Album gehört zu den bekanntesten EBM-Scheiben der Welt und beinhaltet
Gassenhauer wie „Let Your Body Learn“ und „Murderous“. Depeche Mode waren es auch, die im Jahre
1988 auf ihrer Europatournee mit Nitzer Ebb, indirekt für Unterstützung sorgten, so dass vor allem Deutschland, Frankreich, Belgien und Skandinavien auf NEP aufmerksam wurden. Nach einigen Umbesetzungen reduzierte sich das Trio auf Bon Harris und Douglas McCarthy. Der nächste Meilenstein war das etwas kommerzialisierte Album „Showtime“ (1990) mit den meistverkauften Top-Hits „Lightning Man“ und „Getting closer“, die noch heute unter EBM-DJs populär sind. Es folgte eine ausgedehnte eigene Welt-Tournee – der bisherige Höhepunkt der Engländer. Ein Jahr später erscheint die sehr eigenwillige EP „As Is“, inklusive dem von
Alan Wilder produzierten „Come Alive“. 1992 stieg McCarthy bei dessen Side-Projekt
Recoil ein und nahm den Alex Harvey-Kultsong „Faith Healer“ auf. Das Experimentiern mit Rockelementen auf dem nächsten Album „Ebbhead“ wurde zum
Worst Case; die Fans drehen dem Duo langsam den Rücken zu und die Verkaufszahlen fielen in den Keller. Der musikalische Wendepunkt mit „Big Hit“ sollte 1995 für einen Umschwung sorgen – das Gegenteil wurde erreicht und die Band löste sich auf.
Ein neuer Anfang
Studioprofi Bon Harris tauchte plötzlich als Produzent bei
Marilyn Manson und
Smashing Pumpkins auf. Sänger McCarthy erschien 1997 an der Seite von
Alan Wilder bei Recoil und wirkte bei zwei Titeln auf „Unsound Methods“ gesangstechnisch mit. Nach seiner Hochzeit begann der mittlerweile 30jährige McCarthy mit einem Studium Design- und Filmwissenschaft in
Cambridge. Nach seinem erfolgreichem Abschluss arbeitete er als Video und Filmdesigner in London.
Fünf Jahre später überredete der französische Techno-DJ Terence Fixmer – ein Fan von Nitzer Ebb – ihn zu einer Zusammenarbeit mit ihm. Für Novamute erstellt Fixmer einen Remix von „Let Your Body Learn“ – die B-Seite beinhaltet ein Hacker-Remix von „Control I'm Here“. Under anderem existieren auch Remixe von „Shame“ und „Join In The Chant“ von Derrick May und T. Heckmann. Unter dem neuen Namen Fixmer/McCarthy erschien 2004 das neue Album „Between The Devil“.
Techno meets EBM
Viele der alten Fans tauchen wieder auf und nach zahlreichen Bitten, entschliessen sich auch die beiden Urväter von Nitzer Ebb, wieder gemeinsam als NEP aufzutreten. Ihr erstes Re-Union Konzert fand auf dem Wave-Gotik-Treffen im Juni 2006 statt. Mehrere Tausend Fans feierten mit ihnen ihre alten Hits. Der Höhepunkt soll aber das
M'era Luna Festival im August 2006 in Hildesheim werden. Für die Bühnenshow arbeitet Douglas an einem ursprünglichen, minimal militaristischen Ansatz, der alten Arbeiten angepasst ist. Auch ein Live-Drummer wird dabei sein. Bei
Mute Records wird dieses Comeback mit dem Best-Of-Album „Body Of Work 1984-1997“ gewürdigt. Pikanterweise sind beim Mera Luna Festival in Hildesheim auch ihre selbsternannten „Nachfolger“
Spetsnaz dabei.
Discografie
Alben
- That Total Age (1987)
- Belief (1989)
- Showtime (1990)
- Ebbhead (1991)
- Big Hit (1995)
- ''Body of Work - 1984 - 1997 (2006)
- Body Rework (2006)
EPs
Compilations
- So Bright So Strong (1988)
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