Unter Nitriten versteht man in der anorganischen Chemie die Salze (M+NO2-, M: anorganisches Kation) der salpetrigen Säure, HNO2. In der organischen Chemie sind damit die Ester (R–O–N=O, R: organischer Rest) dieser Säure gemeint, die von den dazu isomeren Nitro-Verbindungen, R-NO2, zu unterscheiden sind, bei denen der Rest am Sticktoff gebunden ist.
Bei höheren Temperaturen können zusammen mit Eiweißbestandteilen der Nahrung Nitrosamine gebildet werden, die als kanzerogen gelten. Daher sollten gepökelte Fleischwaren nie gegrillt werden.
Organische Nitrite wirken im Körper als Stickstoffmonoxid-Donatoren und verfügen dadurch über dessen Wirkung, die über einen second messenger-Mechanismus eine Entspannung der glatten Muskulatur und eine Vasodilatation herbeiführen. Bei Überdosierung auch therapeutisch genutzter Nitrite kann es zu starkem Blutdruckabfall, Kreislaufkollaps bis hin zum Schock kommen.
Auch für Fische ist Nitrit giftig, wobei eine starke Abhängigkeit vom pH-Wert des Wassers besteht, da nur die Salpetrige Säure durch die Kiemen in den Körper gelangen kann. Die LD50 für Salpetrige Säure liegt für alle Fischarten übereinstimmend um 0,01 mg/L. Einen weiteren Weg in den Fisch finden Nitrit-Ionen durch einen aktiven Transportmechanismus, der eigentlich der Aufnahme von Chlorid-Ionen dient, wenn deren Konzentration im Wasser deutlich unter ca. 15 mg/L liegt.
Nitrit | Nitrite | Nitrito | Nitriitti | Nitrite | Nitriet | Azotany(III) | Нитрит | Nitrit