Nitrile sind eine Gruppe von chemischen Verbindungen, mit der allgemeinen Formel R-C≡N. Die funktionelle Gruppe aus Kohlenstoff und dreifachgebundenem Stickstoff wird als Nitril- oder Cyanogruppe bezeichnet. Die Nitrile leiten sich formal von der Blausäure (HCN) durch Ersatz des Wasserstoffatoms durch einen organischen Rest ab. Die Isomere mit der Formel R-N≡C nennt man Isonitrile.
Nitril-Polymere sind chemisch sehr beständig und haben gummiähnliche Eigenschaften, weshalb sie z.B. für Schutzhandschuhe verwendet werden.
Beispiel:
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Butannitril
Im Labormaßstab können Nitrile durch die Umsetzung von Alkalicyaniden (Alkalimetall-Salze der Blausäure) mit Alkylhalogeniden hergestellt werden (Kolbe-Nitrilsynthese). Dabei entsteht das Alkannitril und ein Alkalihalogenid. Als Nebenprodukte treten Isonitrile auf. Die Umsetzung von Methyliodid mit Natriumcyanid zu Acetonitril und Natriumiodid sei als Beispiel für diese Reaktion gegeben:
CH3-I + Na+CN- → CH3-CN + Na+I-.
Eine weitere Möglichkeit ist die Dehydratisierung von Aldoximen mit z. B. Phosphorpentachlorid, PCl5, analog einer Beckmann-Umlagerung.
Des weiteren kann man durch Reduktion (Hydrierung) eines Nitrils ein Amin herstellen.
Besonders Adiponitril und Acrylnitril sind als Zwischenprodukte der Kunststoffherstellung von praktischer Bedeutung.
Eine wichtige Bedeutung von Nitrilen liegt darin, dass man in einer chemischen Synthese diese Gruppe leicht einführen kann und dann in andere funktionelle Gruppen (Aminosäuren oder Amine) umwandeln kann.
Acetonitril findet als Lösungsmittel Verwendung.
Nitril | Nitrile | Nitrilo | Nitrile | ニトリル | Nitryl | Нитрилы