Niobe war der Name mehrerer Schiffe in den Marinen verschiedener Länder.
Das Schiff wog voll ausgerüstet 1.590 metrische Tonnen und war mit 854 BRT vermessen. Es war in der Wasserlinie 43,29 m lang und 12,8 m breit. Der Tiefgang betrug 5,39 m. Die Besatzung bestand aus 34 Offizieren und 316 Unteroffizieren und Mannschaften.
Die Niobe war als Vollschiff getakelt und hatte eine Segelfläche von 1.650 m². Unter Vollzeug konnte sie 14 Knoten laufen. Die Bewaffnung bestand anfangs aus 16 x 68-Pfündern und 4 x 30-Pfündern. Diese wurden später gegen 6 x 15 cm-Ringkanonen und 6 x 12 cm-Ringkanonen ausgetauscht.
Bis zum Verkauf, für 180,2 Preußische Thaler, an die Preußische Marine im Jahr 1861 diente sie in der Royal Navy. Am 21. Oktober 1861 wurde sie unter preußischer Flagge als Schulschiff für Seekadetten in Dienst gestellt. In dieser Funktion wurde sie bis zur Ausmusterung am 18. November 1890 benutzt. Die Galionsfigur befindet sich heute in der Marineschule Mürwik.
Im selben Jahr (Erster Weltkrieg) wurde der Schoner mit Grubenholz nach England an Bord von einem deutschen Unterseeboot aufgebracht und prisengerichtlich eingezogen. Spätere Namen waren Aldebaran, Niobe (!) und Schwalbe. Nach einer Zwischenstation als Charterschiff einer Filmgesellschaft wurde es 1922 von der deutschen Reichsmarine übernommen, auf den Namen Niobe getauft, zu einer dreimastigen Jackass-Bark umgebaut und als Segelschulschiff eingesetzt. Am 26. Juli 1932 kenterte die Niobe im Fehmarnbelt (Pos.: 54° 35,7´ N; 11° 11,2’ O) in einer nicht vorhersehbaren Gewitterböe und sank in wenigen Minuten. 69 Menschen kamen dabei zu Tode, 40 wurden gerettet. Am 21. August 1932 wurde das Schiff gehoben, nach Kiel geschleppt und eingehend untersucht. Die Toten wurden in Kiel beigesetzt. Am 18. September 1933 erfolgte dann die endgültige Versenkung des Wracks durch einen Torpedo des Torpedobootes Jaguar nordöstlich der Stolpe-Bank im Beisein des Großteils der Flotte.
An der Nordküste (Gammendorfer Strand) der Insel Fehmarn befindet sich das Niobe-Denkmal, das auf den Untergang der Niobe hinweist. Jährlich erfolgt am Untergangstag eine Kranzniederlegung.
Nach der Besetzung der Niederlande durch deutsche Truppen 1940 übernahm die deutsche Kriegsmarine 1940 die am 28. September 1898 vom Stapel gelassene Gelderland, die in der niederländischen Marine zunächst als Kreuzer und zuletzt als Schulschiff gedient hatte, und baute das Schiff von ab 1942 bis 1944 auf verschiedenen Werften zum Flakschiff um. Am 1. März 1944 wurde das Schiff unter dem Namen Niobe wieder in Dienst gestellt. Nur vier Monate später, am 16. Juli 1944, wurde die Niobe im Finnischen Meerbusen vor Kotka von 142 Maschinen verschiedener Typen (La-3, Pe-2, A-20 & Il-2) der sowjetischen Luftwaffe angegriffen und versenkt. Auf Veranlassung der niederländischen Regierung, die nach dem Krieg wieder Eigentümer des Wracks war, wurde die Niobe 1947 gehoben und vor Ort verschrottet.
Der 1916 gebaute Öltanker "Niobe" war ein Versorgungsschiff der italienischen Marine.
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