Das Nintendo 64 ist die dritte Video-Spielkonsole des japanischen Herstellers Nintendo. Es stellt den Nachfolger des Super Nintendos und den Vorgänger des Game Cubes.
N64-cartridge.jpg Im Gegensatz zu anderen Spielkonsolen dieser Zeit (Sony PlayStation und Sega Saturn, beide 1994) verwendete das Nintendo 64 noch Module als Speichermedium, die auf maximal 512 MBit (64 MB) beschränkt waren, wodurch das Raubkopierproblem umgangen wurde und Ladezeiten entfielen. Im Vergleich zur CD-ROM lagen die Produktionskosten der Module jedoch wesentlich höher und aufgrund der vergleichsweise geringen Speicherkapazität konnten kaum vorgerenderte Video- und Audiosequenzen in die Spiele integriert werden. Aus diesem und anderen Gründen wie dem großen Aufwand Spiele zu entwickeln (SiliconGraphics Workstations, Kostenintensive Mitarbeiterschulung) wurde das Nintendo 64 von Anfang an eher spärlich von anderen Spieleherstellern berücksichtigt.
Nintendo konnte trotz einiger bahnbrechender N64-Spiele die Vorherrschaft im Heimkonsolenmarkt nicht mehr behaupten und fiel bei den Nutzerzahlen des Nintendo 64 deutlich hinter die der Playstation zurück.
2001 endete die Software-Entwicklung für das Nintendo 64 nach etwa 350 Spielen und 40 Millionen verkaufter Konsolen.
Auf der Unterseite des Controllers kann ein „Controller Pak“ zum Speichern der Spielstände oder ein „Rumble Pak“ zum Erzeugen von Rütteleffekten eingesetzt werden. Das Rumble Pak wurde 1997 zusammen mit Lylat Wars in einem Bundle und später auch einzeln verkauft. Dieses Force Feedback-ähnliche Feature wurde zusammen mit dem Analogstick von anderen Herstellern kopiert und ist heute in jedem Konsolen-Gamepad Standard. Ärgerlich ist das Fehlen eines Paks, das die Funktionen von Rumble- und Controller Pak vereint. Um dieses Problem zu umgehen wurden von Drittherstellern Module gefertigt, die zwischen Speichern und Vibration umgeschaltet werden konnten, was allerdings keine ganz perfekte Lösung darstellt, zumal von Nintendo selbst kein derartiges Pak verfügbar war.
N64-4MB expansion1.jpg Eine andere Erweiterung stellt das „Expansion Pak“ dar, welches auf der Oberseite der Konsole eingesetzt werden kann, wodurch der Arbeitsspeicher von 4 MB auf 8 MB erhöht wird. In einigen Spielen kann dadurch optional eine höhere Bildauflösung („Hi-Res“) gewählt werden, für einige wenige Titel ist das Expansion Pak sogar zwingend erforderlich.
N64-transfer pak1.jpg Es gab von Nintendo zudem noch das „Transfer Pak“ zum Übertragen von Game Boy-Daten in ein Nintendo 64-Spiel und das in Europa nie erschienene „Microphone Pak“ zur Spracherkennung und -steuerung.
Weiterhin wurde Ende 1999 ein spezielles Diskettenlaufwerk als Erweiterung in Japan auf den Markt gebracht, das „64DD“. Schließlich wurde 2004 die gesamte N64-Hardware in einem Controller untergebracht und als „iQue“ ausschließlich in China veröffentlicht.
Auch Grafikfehler wie z.B. fehlende/verschwindende Texturen oder gar Polygone sind keine Seltenheit, treten jedoch nicht so gehäuft auf wie Audioprobleme. Desweiteren bringen die Spiele verschiedene Systemvorrausetzungen mit sich. So laufen manche, einfacher gestaltete Spiele, problemlos auf einer 800MHz CPU, während andere hingegen eine mit mehr als 2GHz benötigen um in guter Qualität und flüssig zu laufen.
In der N64-Emulationsszene hat es sich eingebürgert, auf Plugins hinsichtlich der einzelnen zu emulierenden Komponenten zurückzugreifen. So ist es möglich, die komplette Video-, Audio- und Controlleremulation auszutauschen um bei Problemen so eventuell schnell eine Lösung herbeizuführen. Stigmatisiert hat sich dabei ein Programmierer namens Jabo (Mitglied des Project64 Programmiererteams), der eigene Plugins veröffentlicht, welche oftmals die beste Kompatibilität liefern. Einige Programmierer spezialisieren sich hinsichtlich ihrer Plugins auch auf bestimmte Spielegenres oder grafische Darstellungsmethoden.
Verfügbare Emulatoren
Besonders die beiden Emulatoren Project64 und "1964" erfreuen sich großer Popularität, da sie oft die höchste Kompatibilität zu den Spielen bieten. Nichts desto trotz ist es auch um die beiden Ikonen der N64-Emulation ruhig geworden, Aktualisierungen sind selten. Für eine halbwegs gute Emulation (frei von Rucklern) gilt eine ungefähre minimale Systemvoraussetzung von einem 800MHz CPU, 64MB Arbeitsspeicher und einer nicht zu alten Grafikkarte mit mindestens 64MB Video-Arbeitsspeicher, optimale oder gar aufgewertete Qualität ist jedoch nicht möglich. Außerdem ist ein Controller sehr zu empfehlen, welcher idealerweise einen Analogstick besitzen sollte (wie das Original vom N64).
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