Nimbus_Seitenwagen.jpg Nimbus ist eine ehemalige dänische Motorradmarke.
Nimbus, einziger dänischer Serienhersteller von Motorrädern, ist in vielerlei Hinsicht außergewöhnlich.
Nimbus ist eine Marke der Kopenhagener Firma Fisker & Nielsen, die auch bekannt ist als Hersteller industrieller Reinigungsmaschinen und Staubsauger ("Nilfisk").
Der Gründer P. A. Fisker und sein Sohn, der Ingenieur Anders Fisker, entwickelten nach dem ersten Weltkrieg das Nimbus-Motorrad.
Das Fahrgestell aus Stahl-Flachprofilen mit starrem, dh. ungefedertem Hinterrad erhielt zuerst die verbesserte Vorderradgabel des "Ofenrohr"-Typs. Diese wurde durch die Teleskopgabel ersetzt, welche gleichzeitig mit BMW konstruiert wurde, jedoch ohne dass man voneinander wußte.
Anfangs waren vier einzelne Zylinder vorgesehen gewesen. Jedoch entschloss man sich zum Zusammengießen der Zylinder, was eine Neuerung zu jener Zeit war, und in Anbetracht der unterschiedlichen Kühlungsverhältnisse sowohl heikel werden konnte als auch den höher belasteten hinteren Zylindern zugute kommen konnte. Das Konzept bewährt sich.
Die obenliegende Nockenwelle wurde von einer Königswelle angetrieben, eine aufwendige, sonst Rennmaschinen vorbehaltene Antriebstechnik. Die Königswelle war zugleich vertikal angeordnete Lichtmaschine.
Die gesamte Konstruktionsarbeit bei den Nimbus-Maschinen war auf äußerste Akribie, Handwerkskunst und Haltbarkeit ausgelegt. Nimbus-Maschinen waren zu jeder Zeit teuer, aber auch ausgesprochen haltbar.
Die Kurbelwelle wurde kugelgelagert, was sich als einer der ganz wenigen Schwachpunkte des Vierzylinder-Motors mit 746 cm³ Hubraum erweisen sollte. Dieser leistete anfangs bei 4000 U/min 18 PS und später mit höherer Verdichtung 22 PS bei 4500 U/min. Die Pleuellager sind in Weißmetall-Lagerung ausgeführt. Für die dänische Polizei wurden leistungsstärkere Versionen mit höherer Verdichtung produziert.
Das Motorrad wurde im April 1934 vorgestellt. 1937 kam die "Nimbus-Sport" aus den Markt, mit blauem Lack, verchromtem Tank, verchromten Felgen und hochgelegtem, ebenfalls verchromten Auspuffrohr. Dies Modell erhielt nun eine Fußschaltung mit Handkupplung, anstelle der von den amerikanischen Maschinen bekannten Fußkupplungen und Stangen-Handschaltungen.
Fisker & Nielsen A/S änderte in den Produktionsjahren 1934 bis 1960 viele Einzelteile, jedoch fast immer so, dass die neuen Versionen alte ersetzen konnten. Die optisch einschneidendste Änderung war die Einführung der hohen Teleskopgabel 1948. 1950 kam die Gummiaufhängung der Sättel anstatt in Federn.
Die letzte größere Änderung 1956 war kein Erfolg mehr. Das "Luxus-Modell" hatte gekapselte Ventile im Gegensatz zu den offen laufenden Schwinghebeln aller Vorversionen. Jedoch waren Wärmeabfuhr und Schmierung nicht gelungen, die Ventilfedern bzw. Ventilführungen litten an der Kapselung.
Eine Hinterradfederung (Liefermotorräder der Firma Fisker & Nielsen waren bereits damit ausgerüstet), eine neue Gaswechsel-Steuerung ohne Ventile, Nockenwelle und Kipphebel nur mittels der Kolben sowie ein Zweizylinder- Prototyp (siehe Foto rechts) gingen nicht mehr in Serie.
Marktveränderungen, der Wunsch, Auto zu fahren, und hohe Abgabenlasten auf die Importmaterialien führten zu Absatzrückgängen und letztlich zur Einstellung der Nimbus-Produktion von Neumaschinen. Die Ersatzteil-Fertigung wurde jedoch noch zehn Jahre weiterbetrieben.
nach Unterlagen von Fisker & Nielsen. Von Nr. 1301 bis Nr. 13573 sind die Fahrgestellnummer und die Motornummer gleich, ab Nr. 13573 folgt die Fahrgestellnummer nicht mehr den Motornummern.
| Von Nr. | bis Nr. | Baujahr |
|---|---|---|
| 1301 | 1500 | 1934 |
| 1501 | 1900 | 1935 |
| 1901 | 2600 | 1936 |
| 2601 | 3400 | 1937 |
| 3401 | 4300 | 1938 |
| 4301 | 5300 | 1939 |
| 5301 | 6000 | 1940-44 |
| 6001 | 6400 | 1945 |
| 6401 | 7000 | 1946 |
| 7001 | 7500 | 1947 |
| 7501 | 8000 | 1948 |
| 8001 | 8800 | 1949 |
| 8801 | 9600 | 1950 |
| 9601 | 10350 | 1951 |
| 10351 | 11250 | 1952 |
| 11251 | 12100 | 1953 |
| 12001 | 12750 | 1954 |
| 12751 | 13500 | 1955 |
| 13501 | 13750 | 1956 |
| 13751 | 13850 | 1957 |
| 13851 | 13950 | 1958 |
| 13951 | 14000 | 1959 |
| 14001 | 14015 | 1960 |
12715 Nimbus II wurden gebaut, von denen heute noch ein Drittel fahrbereit sind. Diese Zahl ist Beweis für die solide, verbraucherfreundliche Konstruktion.
Das Image der Nimbus II als strapazierfähiges und zuverlässiges Motorrad wurde oft bewiesen. 1935 fuhren Palle Huld und Elith Fors 18.000 km rund um das Mittelmeer. Ein Österreicher fuhr auf einer Nimbus nach Thailand, ein dänischer Ingenieur von Khartoum nach Nairobi.
Nimbus-Motorräder wurden überwiegend auf dem dänischen Markt abgesetzt, ein Teil jedoch über die ganze Welt verstreut. Das chinesische Heer erhielt 1937 drei Nimbus mit 20 mm-Kanonen, auf den Beiwagen montiert. Größte Abnehmer der Nimbus-Maschinen waren das dänische Heer, Post und Polizei. Aber auch Firmen, die ihren Versand innerhalb der Städte mit Nimbus mit Lieferbeiwagen durchführten, zählten zu den Kunden, neben unzähligen Privatpersonen. Die königlich dänische Post benutzte noch lange diese Liefermotorräder zur Briefkastenleerung. Erst am 20.09.1976 wurde die letzte Fahrt mit einer gelben Post-Nimbus in Kopenhagen durchgeführt. Die letzte Maschine von ehemals 137 Stück ging als Schenkung an das Post- und Telegrafen-Museum.
In den letzten Jahren ist das Interesse an NIMBUS- Motorrädern in Dänemark, in Deutschland sowie in anderen Ländern stark gestiegen. Im Großraum Hamburg sind acht Maschinen bekannt, in der Bundesrepublik weitere rund 250 verteilt. Deren Eigner beteiligen sich weitenteils am Informationsaustausch, als lockere Gemeinschaft.
In Dänemark sind nach Angaben des Markenclubs "Danmarks Nimbus Touring" rund 4000 Maschinen noch fahrbereit, viele davon 30 oder 40 Jahre alt und immer noch im Einsatz.
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"Nimbus (Motorrad)".
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