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Repin Leskov Nikolaj picture 1988-89years.jpg Nikolai Semjonowitsch Leskow (russisch Николай Семёнович Лесков; * 4./16. Februar 1831 in Gorochowo (Gouvernement Orel); † 21. Februar/5. März 1895 in Sankt Petersburg) war ein bedeutender russischer Schriftsteller.

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Leben


Leskow (mit Betonung auf der zweiten Silbe) wurde als Sohn eines Beamten, der erst kurz zuvor geadelt worden war, geboren. Seine Ausbildung erfolgte anfangs durch Privatlehrer, später besuchte er das Gymnasium von Orel, das er ohne Abschluss verließ. Nach dem finanziellen Ruin der Familie begann er 1847 als Kanzleibeamter beim Kriminalgericht von Orel zu arbeiten. 1850 ging er nach Kiew, wo er als Sekretär für die Rekrutierungsbehörde der Armee arbeitete. In Kiew förderte ein Onkel, der Professor für Medizin war, Leskows weitere Ausbildung.

1853 heiratete Leskow Olga Smirnowa. Aus der Ehe gingen zwei Kinder, ein Sohn und eine Tochter hervor. Ab 1857 arbeitete er für ein englisches Handelsunternehmen, in dessen Auftrag er viel reisen musste, wobei er weite Teile Russlands kennen lernte. 1860 kündigte er seine Stellung, verließ seine Frau und ließ sich in Petersburg als Journalist nieder. In dieser Zeit begann er auch zu schreiben und erste Erzählungen erschienen in Zeitschriften. Zwischen 1862 und 1863 bereiste er Osteuropa und Frankreich. Ab 1865 lebte er mit Katerina Bubnowa zusammen; der gemeinsame Sohn, Andrei Leskow, schrieb später die erste Biografie des Autors.

1874 nahm Leskow eine Anstellung im Kultusministerium an. 1883 wurde er dort entlassen, nachdem er sich kritisch über Kirche und Staat geäußert hatte. Auch mit seinen literarischen Arbeiten kam er in den Folgejahren immer häufiger in Konflikt mit der staatlichen Zensur. Leskow starb 1895 an den Folgen einer Krebserkrankung.

Leistungen


Serov Leskov.jpg-Porträt von 1894)]] Mit seinen Romanen Ohne Ausweg und Bis aufs Messer geriet Leskow früh in Gegensatz zu den tonangebenden, liberalen literarischen Kreisen und galt für einige Zeit als Reaktionär. Durch seine Erzählungen und Novellen erlangte er jedoch schließlich Anerkennung und galt zu Lebzeiten, neben Dostojewski und Tolstoi, als der bedeutendste russische Prosaautor. Leskow war ein kenntnisreicher und durchaus kritischer Beobachter Russlands. Er trat für Reformen ein, lehnte jedoch jede Art von umstürzlerischer Bewegung ab. Viele seiner Figuren handeln aus einem russisch-patriotischen oder christlichen Selbstverständnis heraus moralisch (und verwickeln sich folglich in zahlreiche Widersprüche). Das besondere Interesse Leskows galt der im zaristischen Russland verbotenen, jedoch weit verbreiteten Sekte der Altgläubigen, die in mehreren Erzählungen eine bedeutende Rolle spielt.

Seine Erzählungen und Romane sind einerseits realistisch und oft volkstümlich, haben jedoch auch einen starken symbolistischen Einschlag, was sich gerade dadurch zeigt, dass Leskow traditionelle religiöse Erzählformen wie die Legende aufgriff und auch sonst gerne mystische oder märchenhafte Elemente in seine Stoffe verwob. Leskows Werk, das schwer zu übersetzen ist (besonders gelungen sind die Übersetzungen von Johannes von Guenther), zeichnet sich durch Umgangssprache und Dialektfärbung aus, wodurch es ihm gelang, zum einen die russische Literatursprache zu erweitern und gleichzeitig neue Aspekte des Alltagslebens gerade der einfachen Menschen einzufangen. Sein Stil der mündlichen Erzählung (im russischen Skaz genannt), ist unerreicht.

Werke


Literatur


  • Martina Fuchs: ‚Ledi Makbet Mcenskogo uezda‘ : vergleichende Analyse der Erzählung N. S. Leskovs und der gleichnamigen Oper D. D. Šostakovičs. Heidelberg: Groos 1992. (= Sammlung Groos; 45; Mannheimer Beiträge zur slavischen Philologie; 4) ISBN 3-87276-661-9
  • Wolfgang Girke: Studien zur Sprache N. S. Leskovs. München: Sagner 1969. (= Slavistische Beiträge; 39)
  • Johannes Harder: Kampf um den Menschen. Eine Deutung Nikolai Leskovs. Wuppertal-Barmen: Jugenddienst-Verl. 1959. (= Das Gespräch; 22)
  • Robert Hodel: Betrachtungen zum skaz bei N. S. Leskov und Dragoslav Mihailović. Bern u.a.: Lang 1994. (= Slavica Helvetica; 44) ISBN 3-906751-77-5
  • Sang-Hun Lee: Die Legendendichtung N.S. Leskovs als Verfahren der Dekanonisierung. München: Biblion 2004. ISBN 3-932331-44-3
  • Inès Muller de Morogues: ‚Le problème féminin‘ et les portraits de femmes dans l'oeuvre de Nikolaj Leskov. Bern u.a.: Lang 1991. (= Slavica Helvetica; 38) ISBN 3-261-04378-4
  • Marie Luise Rößler: Nikolai Leskov und seine Darstellung des religiösen Menschen. Weimar: Böhlau 1939.
  • Gabriella Safran: Rewriting the Jew. Assimilation narratives in the Russian empire. Stanford, Calif.: Stanford University Press 2000. ISBN 0-8047-3830-0
  • Vsevolod Setschkareff: N. S. Leskov. Sein Leben und sein Werk. Wiesbaden: Harrassowitz 1959.
  • Irmhild Christina Sperrle: The organic worldview of Nikolai Leskov. Evanston, Ill.: Northwestern Univ. Press 2002. ISBN 0-8101-1754-1
  • Bodo Zelinsky: Roman und Romanchronik. Strukturuntersuchungen zur Erzählkunst Nikolaj Leskovs. Köln u.a.: Böhlau 1970. (= Slavistische Forschungen; 10) ISBN 3-412-10970-3

Weblinks


Autor | Literatur (19. Jh.) | Literatur (Russisch) | Roman, Epik | Mann | Russe | Geboren 1831 | Gestorben 1895

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