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Nikolai Iwanowitsch Lobatschewski (Николай Иванович Лобачевский) (* 20. November 1792 in Nischni Nowgorod; † 12. Februar 1856 in Kasan) war ein russischer Mathematiker.

Leben


Lobatschewski begann 1807 ein Studium der Chemie und der Pharmakologie an der Universität von Kasan, wechselte 1808 jedoch zur Mathematik, Astronomie und Physik über und lernte unter dem deutschen Mathematiker Martin Bartels, dem Lehrer und späteren Freund von Carl Friedrich Gauß. 1811 beendete er das Studium.

Er wurde 1816 zum Professor an der Kasaner Universität ernannt, war 1823 - 1824 Dekan der Physiko-Mathematischen Fakultät, danach 1825 - 1835 Direktor der Universitätsbibliothek und 1827 bis zu seiner Emeritierung 1846 Rektor. 1837 wurde er in den erblichen Adelsstand erhoben.

Er arbeitete noch bis 1855 als stellvertretender Kurator des Kasaner Schulbezirks, erblindete schließlich und starb ein Jahr nach seiner Versetzung in den endgültigen Ruhestand.

Werk


Lobatschewski beschäftigte sich schon um 1814 mit dem Parallelenaxiom der Geometrie (wie unabhängig von ihm der österreichisch-ungarische Mathematiker János Bolyai etwa ab 1820). Vor ihm versuchten viele Mathematiker, Euklids fünftes Axiom von den anderen Axiomen abzuleiten. Lobatschewski jedoch entwickelte eine Geometrie, in der das Parallelenaxiom nicht gilt, was zur nicht-Euklidschen | hyperbolischen Geometrie führt, die man heute auch Lobatschewskische Geometrie nennt. Seine Idee wurde zuerst am 23. Februar 1826 berichtet und abgedruckt in dem Bulletin der Kasaner Universität (Вестник Казанского университета, 18291830).

Weitere wichtige mathematische Errungenschaften Lobatschewskis erwähnt sein Lehrbuch der höheren Algebra (1834), in dem eine unabhängig von Dandelin 1823 und Gräffe 1837 entwickelte Methode zur näherungsweisen Bestimmung der Nullstellen von Polynomen n-ten Grades (heute als Dandelin-Gräffe-Verfahren bekannt) sowie ein 1862 von Betti erneut entdecktes Lösungsverfahren für homogene lineare Diophantische Gleichungen beschrieben wurde. Auch vertrat Lobatschewski einen sehr modernen Funktionenbegriff und fasste eine Funktion als eine Zuordnung zwischen zwei Mengen reeller Zahlen auf, wie Dirichlet unabhängig von ihm kurze Zeit später.

So sehr sein nichtwissenschaftliches Wirken, sein pädagogisches Geschick und sein organisatorisches Engagement ihm hohe Wertschätzungen und zahlreiche Ehrungen einbrachten, so wenig Anerkennung fand sein wissenschaftliches Werk zu seinen Lebzeiten. Seine mathematischen Gedanken galten eher als Schrullen eines sonst verdienten Mannes. Allein Carl Friedrich Gauß zollte ihm Anerkennung und erwirkte 1842 seine Ernennung zum korrespondierenden Mitglied der Göttinger Gelehrten Gesellschaft.

Trivia


Der Liedermacher Tom Lehrer hat ein Lied verfasst, in dem Lobatschewskis Name auftaucht, allerdings ohne Bezug auf die historische Person.

Weblinks


  • http://www-history.mcs.st-andrews.ac.uk/history/Mathematicians/Lobachevsky.html

Mathematiker | Russe | Mann | Geboren 1792 | Gestorben 1856

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