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Die Nikobaren sind eine zum indischen Unionsterritorium Andamanen und Nikobaren gehörende Inselgruppe im Golf von Bengalen mit einer Fläche von insgesamt 1841 km² und etwa 42.000 Einwohnern. Nur 12 der 22 Inseln sind bewohnt.

Die wichtigsten Inseln heißen: Car Nicobar, Great Nicobar, Chowra, Teresa (übrigens benannt nach der österreichischen Kaiserin Maria Theresia), Nancowrie (auch: Nancowry), Katchal und Little Nicobar. Hauptort ist Nancowrie (auch: Nancowry). Zwischen 1778 und 1783 waren die Nikobaren erste und einzige österreichische Überseekolonie, anschließend fielen sie an Großbritannien. Mit der Unabhängigkeit Indiens 1947 wurden sie indisch.

Einzelne Inseln der Nikobaren und der benachbarten Andamanen waren Jahrzehnte von der indischen Regierung für Besucher gesperrt, um die austro-tamilische Urbevölkerung vor unberechenbaren Einflüssen der Zivilisation zu schützen. Auch Forscher haben nur mit Ausnahmegenehmigung Zutritt. Touristen sind offiziell auf den Nikobaren nicht geduldet. Die indigene Bevölkerung der Nikobaresen und Shompen lebt sehr zurückgezogen nach urgesellschaftlichem Stammesrecht in abgelegenen Gebieten der Inseln; es gibt Hinweise auf Kannibalismus. Die Gesichtszüge der meisten Stammesbewohner sind mongolid. Die halbnomadisch lebenden Shompen der südlichen Inseln kennen nicht einmal den Feuergebrauch. Auch ihre Sprache ist mit keiner anderen Sprache weltweit verwandt. Die Volkszählung von 2001 hat 380 Shompen ermittelt.

Wichtige Objekte aus der Kultur auf den Nikobaren sind im Völkerkundemuseum in Wien aufbewahrt. Diese Sammlung stammt aus der Zeit Kaiserin Maria Theresias und ihres ältesten Sohnes Joseph II., als die Nikobaren für knapp fünf Jahre Kolonie des Habsburger Reichs waren. Die Sammlung könnte dazu beitragen, das untergegangene kulturelle Erbe der Nikobaresen wiederzubeleben.

Durch einen Tsunami am 26. Dezember 2004 sind mit großer Wahrscheinlichkeit einige Bewohner der Nikobaren ums Leben gekommen. Genaue Zahlen hierüber gibt es jedoch nicht. Auch die Geografie der Inselgruppe hat sich durch die Wucht der Erschütterung verändert; einige Inseln wurden verschoben, angehoben oder sind wie die Insel Trinkat in zwei Teile zerbrochen. Die am stärksten verwüsteten Inseln sind Car Nicobar und Chawra Islands. Auf Car Nicobar gibt es keine landwirtschaftlichen Anbauflächen; die Bewohner beziehen ihre Nahrungsversorgung von Little Andaman Island.

Die strategisch wichtigen Inseln werden auch von der indischen Armee und Luftwaffe als Basis genutzt, was zu Konflikten mit der Urbevölkerung führt.

Literatur


  • Simron Jit Singh: Die Nikobaren - Das kulturelle Erbe nach dem Tsunami. Herausgeber Oliver Lehmann; Czernin Verlag, Wien (Die erste ausführliche Dokumentation über Alltag und Riten der Nikobaresen.)

Weblinks


Inselgruppe (Indischer Ozean) | Geographie (Indien) | Deutsche Kolonialgeschichte

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