Andreas Nikolaus Ritter von Lauda (* 22. Februar 1949 in Wien), genannt Niki Lauda, ist dreimaliger Formel-1-Weltmeister, Pilot und österreichischer Unternehmer.
1974 war Ferrari mit dem neuen 312B3 wieder erfolgreich. Lauda errang seinen ersten Grand Prix-Sieg, verpasste aber den WM-Titel aufgrund diverser Ausfälle, wie z. B. der Kollision mit Jody Scheckter kurz nach dem Start zum Großen Preis von Deutschland auf dem Nürburgring, während Teamkollege Clay Regazzoni dort den Sieg und einen "ewigen Rundenrekord" erzielte. Am Saisonende war Niki Lauda mit 38 Punkten WM-Vierter. Er gewann 2 Rennen. Weltmeister wurde Emerson Fittipaldi auf McLaren vor Laudas Teamkollegen Clay Regazzoni.
Vor dem Großen Preis von Deutschland am 1. August 1976, der nach Auslaufen eines Vertrages schon vorher als letztes F1-Rennen auf dem Nürburgring feststand, regnete es. Alle Fahrer außer Jochen Mass starteten im Rennen auf Regenreifen und mussten auf abtrocknender Piste schon nach der ersten Runde wechseln. Durch diesen Stopp zurückgefallen, lag Lauda in Runde 2 nur im Mittelfeld und war laut Zeugenaussagen bei der Aufholjagd besonders riskant unterwegs. Lauda verunglückte dann kurz nach Passage des Adenauer Ortsteils Breidscheid vor dem Streckenabschnitt Bergwerk, vermutlich auf Grund eines technischen Defektes der hinteren Radaufhängung. Im einzigen Filmdokument, einer Amateuraufnahme eines französischen Zuschauers auf Super8-Film, kann man sehen, dass der Ferrari nach Durchfahrt des heute inoffiziell nach Lauda benannten Linksknicks plötzlich nach außen abbiegt, gegen eine Felswand prallt und entlang der Fahrbahn schleudert. Laudas Helm wurde vom Kopf gerissen, er wurde kurz bewusstlos. Die fast 200 Liter Benzin im Fahrzeug liefen aus und entzündeten sich. Einige nachfolgende Wagen stießen gegen Laudas Fahrzeug oder konnten noch anhalten. Es bildete sich ein Stau, die Strecke war – im Gegensatz zu Roger Williamsons tödlichen Unfall 1973 in Zandvoort – blockiert. Mehrere Piloten, insbesondere Arturo Merzario, Brett Lunger, Guy Edwards und Harald Ertl, konnten Lauda nach über einer halben Minute aus dem brennenden Wrack bergen. Auf der Krankentrage war Lauda, wie aus den Aufnahmen ersichtlich, wieder bei Bewusstsein. Er hatte sich jedoch Verbrennungen im Gesicht zugezogen, da der wegfliegende Helm auch die feuerfeste Kopfhaube teilweise abgezogen hatte.
Ursprünglich sollte der Krankenwagen, der Rennstrecke folgend, kilometerweit bergauf (ca. 300 m Höhenunterschied) fahren und dann auf der Landstrasse wieder bergab nach Adenau zum dortigen Hospital. Auf Einsatz von Hans-Joachim Stuck wurde, bei nun abgebrochenem Rennen, anstatt dieses ca. 20 km langen Umweges vernünftigerweise entgegen der normalen Fahrtrichtung zur nur wenige 100 m entfernten Ausfahrt Breidscheid gefahren. Diese langen Distanzen waren auch ein Grund für die Entscheidung, die 22,8 km lange Nordschleife nicht mehr für Formel-1-Rennen zu nutzen.
Das Rennen wurde zum Unmut der deutschen Fans abgebrochen, da dem Führenden Jochen Mass damit der sicher geglaubte Sieg entglitt. Nach dem Neustart gewann James Hunt das Rennen.
Aufgrund der Brandverletzungen am Kopf wurde Lauda zuerst per Hubschrauber in das Bundeswehrkrankenhaus in Koblenz geflogen. Dort erwiesen sich jedoch die Lungenverätzungen durch das Einatmen des giftigen Rauchs der Kunststoffkarosserie als viel kritischer, wodurch eine Verlegung nach Ludwigshafen nötig wurde. Im Hospital bekam Lauda schon die Krankensalbung, überlebte jedoch. Die Genesung erfolgte dank der Unterstützung durch Willi Dungl besonders rasch. Nur vier Wochen später fuhr er schon wieder in Monza einen von drei Ferraris, da Carlos Reutemann schon als Ersatz verpflichtet worden war. Er wurde Vierter. Durch die Brandverletzungen am Auge in der Sicht besonders eingeschränkt, gab Lauda beim letzten Rennen in Japan bei strömendem Regen aus Sicherheitsgründen auf und überließ somit James Hunt den WM-Titel. Anschließend begründete Lauda sein Aufgeben damit, daß er sich nicht ein zweites Mal habe umbringen wollen.
Am 26. Mai 1991 stürzte die Boeing 767 "Mozart" der Lauda Air in Thailand ab, worauf Niki Lauda sofort den Unglücksort besichtigte und nach der Ursache zu forschen begann. Aufgrund seiner bekannten Hartnäckigkeit und nicht zuletzt unterstützt durch seine umfassenden technischen Kenntnisse, konnte ein Konstruktionsfehler des Flugzeugherstellers (ungewollte Einschaltung der Schubumkehr während des Fluges) als Absturzgrund ausfindig gemacht werden. Die Boeing Company musste aufgrund dessen alle entsprechenden Flugzeugmodelle nachbessern. Siehe auch: Lauda Air-Flug 004 Lauda.air.b737.arp.jpg 1992 erfolgte eine engere Zusammenarbeit mit der Lufthansa und 1997 beteiligte sich die Austrian Airlines (AUA) zu 36 % an der Lauda Air. 2001 wird die Beteiligung zuerst auf 55 %, dann auf 99 % erhöht. 2002 wird die Lauda Air zur Gänze von der Austrian Airlines übernommen, Niki Lauda scheidet bereits am 21. November 2000 aus der Fluglinie mit seinem Namen aus. 2003 wird die Lauda Air Teil der Austrian Airlines Group und besitzt zur Zeit 18 Flugzeuge.
Im Rahmen der Insolvenz der Aero Lloyd übernimmt Niki Lauda die Mehrheitsanteile an der Aero Lloyd Austria GmbH und gründet Ende November 2003 wieder eine eigene Airline.
Die neue Airline firmiert unter NL Luftfahrt GmbH und nutzte in den ersten Monaten für ihren Außenauftritt den Marketingnamen flyniki. Anfang 2004 wurde der Name der Fluglinie mit Niki festgelegt. Mit Air Berlin besteht eine enge Kooperation.
In den 1990er Jahren war Lauda wieder im Motorsport tätig, als Berater von Ferrari, wo er die Neuorganisation des relativ erfolglosen Traditionsteams betrieb und u. a. zuerst Jean Todt und für die Saison 1996 den amtierenden Weltmeister Michael Schumacher zu den Italienern lockte. Zudem wird Lauda Co-Moderator der Formel-1-Sendungen Countdown und Highlights bei RTL. Vom 6. Februar 2001 bis 26. November 2002 war Lauda beim britischen Formel-1-Team Jaguar beschäftigt (zunächst als Rennleiter, dann als Teamchef).
Im Oktober 2003 startet Lauda mit einem Partner in Wien die Laudamotion GmbH. Er kopiert das Konzept der mobilen Werbung des deutschen Anbieters maxhopp (www.maxhopp.de) und vermietet mit Werbung beklebte Kleinwagen des Typs Smart als rollende Litfaßsäulen. 2004 wird Lauda in den Aufsichtsrat der ÖBB berufen, welchen er nach wenigen Monaten wieder verlässt.
Kurios aus medizinischer Sicht ist, dass Lauda vier Nieren hat. Da die eigenen Nieren als Folge der Medikamente nach dem Unfall in ihrer Funktion stark nachlassend waren, sind ihm zwei weitere Spendernieren eingepflanzt worden. Die erste wurde 1997 von seinem Bruder, die zweite von seiner Lebensgefährtin Birgit Wetzinger am 24. Juni 2005 in Wien transplantiert.
Niki Lauda hat 2 Söhne: Lukas und Mathias Lauda (geb. 1981). Mathias ist seit 2002 ebenfalls im Autorennsport tätig und wird dabei von seinem Bruder gemanagt.
| Nationalität | Österreich |
| Geburtsort | Wien |
| Geburtsdatum | 22. Februar 1949 |
| WM-Titel | 3 |
| WM-Punkte | 420,5 |
| GP-Siege | 25, wie Jim Clark |
| Podiumsplätze | 54 |
| Pole Positions | 24 |
| Schnellste Runden | 25 |
| Starts | 171 |
| Führungsrunden | 1598 |
| Führungskilometer | 7086 |
Mann | Formel-1-Rennfahrer (Österreich) | Unternehmer (Handel und Transport) | Geboren 1949 | Weltmeister (Formel 1)
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