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Bundesrepublik Nigeria
Federal Republic of Nigeria
Flag of Nigeria.svg Nigeria coa.png
(Details) (Details)

Wahlspruch: “Peace and Unity, Strength and Progress”
engl. für „Friede und Einigkeit, Stärke und Fortschritt“
Amtssprache Englisch
Hauptstadt Abuja
Staatsform Präsidiale Bundesrepublik
Präsident und Regierungschef Olusegun Obasanjo
Fläche 923.768 km² (31.)
Einwohnerzahl 133,5 Mio. (9.) (Stand Juni 2006)
Bevölkerungsdichte 144 Einwohner pro km² (53.)
Währung Naira
BIP/Einwohner 839 *] (2006) (148.)
Zeitzone UTC+1
Nationalhymne Arise Oh Compatriots, Nigeria's Call Obey
Kfz-Kennzeichen WAN
Internet-TLD .ng
Vorwahl +234
Nigeria-Pos.png
Nigeria-karte-politisch.png Die Bundesrepublik Nigeria (Federal Republic of Nigeria [, deutsch auch Nigerien) ist eine ehemalige britische Kolonie in Westafrika und grenzt an Benin, Niger, Tschad und Kamerun. Es ist mit Abstand das bevölkerungsreichste Land Afrikas und versucht sich nach Jahren der Militärdiktatur an seiner Demokratisierung und wirtschaftlichen Entwicklung. Nigeria konnte bisher seine reichen Erdölvorkommen nicht zur erfolgreichen Armutsbekämpfung nutzen. Korruption, Gewalt und ethnische Konflikte zwischen dem muslimischen Norden und dem christlich-animistischen Süden sind die Haupthemmnisse, um Nigerias Bevölkerung ein besseres Leben zu ermöglichen.

Geographie


  • Ausdehnung: W-O 1200 km, N-S 1100 km
  • 12 % Wald und Buschland, 34 % Ackerland, 23 % Wiesen und Weiden
  • Geographische Lage: zwischen 4° und 14° nördlicher Breite sowie 2° 40' und 14° 40' östlicher Länge
  • Oberflächenstruktur (von Süd nach Nord): lagunenreicher sumpfiger Küstenstreifen; Senke der Unterläufe von Niger und Benue; Josplateau; saharanischer Sahel und Tschad im äußersten Nordosten
  • Geologische Merkmale: Der Chappal Waddi ist mit 2.419 m höchster Berg, der insgesamt 4.184 km lange Niger längster Flussteil.
  • Landesgrenzen: 4047 km (Benin 773 km, Kamerun 1690 km, Tschad 87 km, Niger 1497 km)
  • Küste: 853 km
  • Größte Städte (Stand 1. Januar 2005): Lagos 8.789.133 Einwohner, Kano 3.626.204 Einwohner, Ibadan 3.565.810 Einwohner, Kaduna 1.582.211 Einwohner, Port Harcourt 1.148.753 Einwohner, Benin-Stadt 1.125.511 Einwohner und Maiduguri 1.112.511 Einwohner; siehe auch die Liste der Städte in Nigeria

Vegetation


(von Süd nach Nord)
  • Mangrovenwald
  • Regenwald
  • laubabwerfender Wald
  • Savanne
  • Sahelvegetation
Etwa entlang des 9° nördl. Breite verläuft die Niederschlagsgrenze. Südlich dieser Grenze herrscht doppelte Regenzeit, nördlich davon einfache Regenzeit.

Bevölkerung


Die Angaben zur Einwohnerzahl sind grobe Schätzungen und differieren bei verschiedenen Quellen (siehe Auswärtiges Amt). Allgemein schätzt man die Bevölkerung auf 120-150 Millionen Menschen, wobei weitere 5 Millionen im Ausland leben. Damit ist es das 9. bevölkerungsreichste Land der Erde. Schwankungen in der Einwohnerzahl betreffen auch Lagos. Die Slums von Lagos wachsen stark und es gibt dort keinerlei staatliche Kontrolle. Bei allen Zahlenangaben sind daher starke Bedenken angebracht und die Zahlen sind eher nach oben zu korrigieren.

50% der Gesamtbevölkerung sind Muslime (insbesonder im Norden des Landes); rund 40% der Bevölkerung sind Christen, davon 2% Kopten; knapp 10% sind Animisten, also Anhänger traditioneller afrikanischer Religionen.

Die Zahl unterschiedlicher Ethnien wird auf 260-380 geschätzt. Die Hauptethnien sind Yoruba (über 20,0 % der Gesamtbevölkerung ) und Igbo (Ibo; 30% der Bevölkerung) ; dahinter folgen Haoussa (11%) , Fulbe (8,2 %), Kanuri (5,2 %), Ibibio (4,2 %), Nupe (3,2 %), Edo (2,4 %), Ijaws (1,8 %), Bura (1,7 %), Tiv (1,6 %), Ambai (0,9%) und andere (7,2 %).

Die Lebenserwartung beträgt 51,3 Jahre bei den Männern und 51,7 Jahre bei den Frauen. Die Geburtenrate je 1000 Menschen ist 45,4. Die Todesrate je 1000 Menschen liegt bei 15,4.

Gesprochen werden vor allem Joruba, Hausa und Ibo und eine dreistellige Zahl anderer Sprachen (insgesamt 434 Sprachen). Amtssprache ist Englisch.

Wegen des aus religiösen Gründen verhängten Impfverbots in Teilen Nigerias waren 2004 fast zwei Drittel der weltweit über 1.250 Polio-Fälle (Kinderlähmung) in Nigeria anzutreffen. Damals hatten die Behörden die Impfungen ausgesetzt, nachdem muslimische Geistliche das Gerücht verbreiteten, der Impfstoff mache unfruchtbar. Auch in die angrenzenden Länder wurde Polio durch dieses Verbot transportiert.

Geschichte


1861 begann die Kolonisierung Nigerias durch Großbritannien. In vorkolonialer Zeit existierten auf dem Gebiet des heutigen Nigeria verschiedene Staaten, so z. B. die Yoruba-Staaten Königreich Oyo und Ife, das Königreich Benin, das Sokoto-Kalifat und die Emirate der Haussa, aber auch Gesellschaften ohne eine zentrale politische Autorität.

1960 erhielt Nigeria mit einer föderalen Verfassung die Unabhängigkeit. Bis zum Jahre 1966 regierte Premierminister Tafawa Balewa das Land, während der Unabhängigkeitspräsident Benjamin Nnamdi Azikiwe nur zeremonielle Funktionen innehatte.

Nach zahlreichen inneren Unruhen, Wahlmanipulationen und Gewaltausbrücken übernahm das Militär die Macht und beendete die I. Republik. Kurz darauf brach von 1967 bis 1970 der Biafra-Krieg aus. Im Jahre 1975 wurde der Militärdiktator Yakubu Gowon unblutig durch General Murtala Mohammed gestürzt, der selbst sechs Monate später bei einem gescheiterten Putschversuch getötet wurde. Sein Nachfolger wurde General Olusegun Obasanjo, der das Demokratisierungsprogramm seines Vorgängers fortsetzte und 1979 die Regierungsgewalt an den zivil gewählten Präsidenten Shehu Shagari übergab.

Die 70er Jahre waren ökonomisch durch einen massiven Ölboom gekennzeichnet, Nigeria wurde der größte Erdölexporteur Afrikas. Ende 1982 wurde die II. Republik unter Shagari gestürzt, General Muhammadu Buhari putschte sich an die Macht, wurde aber kurz darauf 1985 durch seinen Kameraden General Ibrahim Babangida in einem Palastcoup abgelöst.

Babangida regierte bis 1993. Korruption und Repression stiegen während seiner Regierungszeit permanent an, ein Demokratisierungsprozess zur Gründung einer III. Republik endete als Fehlschlag, Babangida ließ die abschließenden Präsidentschaftswahlen annullieren. Nach dem Mordprozess des innenpolitischen Vertreters "Marcus L´Hoste" trat er daraufhin die Macht an eine kurzzeitige Übergangsregierung ("III. Republik") ab, die schließlich dem Militärdiktator Sani Abacha im Jahr 1995 weichen musste. Es folgte eine der brutalsten Militärdiktaturen in der nigerianischen Geschichte, die u.a. durch die Hinrichtung der "Ogoni Nine" (Ken Saro-Wiwa) gekennzeichnet wurde.

Abacha starb im Jahre 1998, sein Nachfolger Abdulsalami Abubakar zog innerhalb eines Jahres ein eilig zusammengestelltes Demokratisierungsprogramm durch, das vor allem zum Ziel hatte, Nigeria wieder als gleichberechtigtes Mitglied in die internationale Staatengemeinschaft zurückzuführen. 1999 wurde der ehemalige Militärpräsident Olusegun Obasanjo als erster Präsident der IV. Republik vereidigt und 2003 in umstrittenen Wahlen für eine zweite Amtszeit bestätigt. Die IV. Republik war durch eine aktive Außenpolitik in der Lage, die Schäden der Abacha-Diktatur zu beseitigen, sah sich jedoch starken innenpolitischen Unruhen ausgesetzt, die bis heute andauern.

Politik


Gemäß der nach amerikanischem Vorbild entworfenen Verfassung von 1989, welche jedoch erst im Zuge der 4. Republik 1999 in Kraft trat, verfügt Nigeria über ein präsidiales Regierungssystem mit einem Senat und einem Abgeordnetenhaus. Darüberhinaus gewährleistet die Verfassung ein Mehrparteiensystem und alle 4 Jahre stattfindende Wahlen.

  • Gesundheit/Soziales: Kranke, Arme und Alte sind auf Familienhilfe angewiesen, nur Regierungsbedienstete kommen in den Genuss öffentlicher Fürsorge. Niedrige Einkommen, die schnell wachsende Bevölkerung und die leere Staatskasse führten zum Scheitern aller Pläne, ein Gesundheits- und Rentensystem zu schaffen. Epidemien fordern unter der unterernährten und schlecht versorgten Landbevölkerung oft Tausende von Opfern.
  • Armee: Berufsarmee mit 77.100 Mann (Heer 80,4 %; Marine 7,3 %; Luftwaffe 12,3 %). Anteil des Militärbudgets am Staatshaushalt: 0,8 % (2004).
  • Soziale Bewegungen
    • Frauenbewegung: bereits vor 150 Jahren entstand in Nigeria die Yan'Taru Bewegung, eine islamisch religiöse Bewegung, die sich die Weitergabe von religiösem sowie alltäglichen Wissen von Frauen an Frauen zum Ziel gesetzt hatte. Heute gibt es eine Anzahl sekularer sowie religiöser Frauen, die sich als Aktivistinnen oder Akademikerinnen für Frauenrechte einsetzen. Zu den wichtigsten Frauenorganisationen gehören u.a. Women In Nigeria (WIN), dem National Council of Women's Societies, der Women's Aid Collective und der Federation of Muslim Women's Association in Nigeria. Wichtige Namen der Frauenbewegung sind z.B. Ayesha Imam und Joy Ezeilo.

Bildung


In Nigeria herrscht eine 9 jährige Schulpflicht vom 6. bis zum 15. Lebensjahr. Die Einschulungsquote von 93% ist im Vergleich zu den Nachbarstaaten relativ hoch. Allerdings befinden sich Schulen und besonders Hochschulen in außerordentlich schlechtem Zustand. Hinzu kommt die geringe Motivation der Lehrkräfte und die enorme Zahl an Streiks, weswegen der Unterricht zuweilen vollständig unterbleibt, bedingt durch ausbleibende Gehaltszahlungen. Betrug der Bildungsetat 1985 noch 12,2% des BIP, so sanken die Ausgaben 2003 auf 4,6%. Da der Besuch öffentlicher Schulen schon längst nicht mehr gewährleistet, Rechnen, Schreiben oder Lesen zu lernen, wächst vor allem in den Städten Lagos und Abuja die Zahl privater Bildungseinrichtungen, welche versuchen den Erwartungen der aufstrebenden Mittelschicht gerecht zu werden. In einigen Provinzen des Nordens sind alle Schulen geschlossen. Es finden sich hier nur noch Koranschulen. Die Analphabetenrate liegt bei 32,7% für Männer und 52,7% für Frauen.

Verwaltungsgliederung


Hinweis: Die Summe der Einwohnerzahlen der 36 Bundesstaaten ergibt eine Bevölkerungszahl von etwas mehr als 159 Mio. - dies ist jedoch völlig unrealistisch und wird nirgendwo bestätigt. Fast alle Quellen, Schätzungen und Berechnungen gehen von 130-135 Mio. Einwohnern (2006) aus. Dies würde gegenüber der letzten Volkszählung 1991 von damals 88,5 Mio. durchschnittl. einen jährl. Zuwachs von 2,7% entsprechen.

Infrastruktur


Das Schienennetz beläuft sich auf 3.505 km. Im Straßennetz sind von 193.198 km 37.000 km befestigt. Es gibt fünf internationale Flughäfen im Land, wichtigster ist der in der Hafenstadt Lagos. Die staatliche Fluglinie Nigeria Airways ist bankrott, jedoch gibt es zahlreiche private Fluglinien für den Inlandsverkehr. Wasserwege belaufen sich auf 8.575 km. Überseehäfen finden sich in Lagos, Calabar, Warri und Port Harcourt. Ölhäfen sind Bonny und Buruti. Hauptstadt ist Abuja.

Auf 1.000 Einwohner kommen 66 Fernseher, 3,8 Telefone, 6,1 Rechner und 0,01 Internet-Zugänge. 25 Tageszeitungen mit einer Gesamtauflage von rund 1,7 Mio. Stück existieren in Nigeria. Seit Mitte der 1990er Jahre ist ein Aufschwung im Mobilfunkbereich mit einer stetig wachsenden Zahl an Mobiltelefonen zu verzeichnen. Drei Netzbetreiber haben eine zunehmende Flächendeckung und Roaming-Verträge mit allen wichtigen europäischen Netzen.

Wirtschaft


Allgemein leidet die Wirtschaft unter der mangelhaften Infrastruktur und der unterdimensionierten Stromversorgung (noch immer werden 70 % des Energiebedarfs aus dem Niger-Wasserkraftwerk gedeckt).
  • Pro-Kopf-Einkommen im Jahr (BSP): 250 Euro
  • Ausfuhrgüter: Erdöl (größter Exporteur Afrikas und fünftgrößtes Erdölvorkommen weltweit), Kakao (mit 340 Mio. t jährlich viertgrößter Produzent der Welt), Gummi
  • Einfuhrgüter: Konsumgüter, Maschinen, Transportmittel, chemische Produkte, Rohmaterialien, Nahrungsmittel und Lebendvieh
  • Außenhandel: klassisch komplementär (typisch für Entwicklungsländer)
  • Industrie: Erdölraffination, Bergbau, Nahrungsmittelverarbeitung, Gummi, Eisen und Stahl, Kraftfahrzeuge, Zigaretten, pharmazeutische Produkte, Zellstoff und Papier, Felle und Häute, Textilien, Schuhe, Zement, chemische Produkte, Düngemittel
  • Rohstoffe: Agrar-/Forstsektor: Kakao (größtenteils im kleinbäuerlichen Anbau), Kaffee, Erdnüsse, Palmherzen, Holz; Mineralsektor: Erdöl, Erdgas, kleinere Mengen anderer Mineralien
  • Tourismus: Der Tourismus ist weitgehend zum Erliegen gekommen. 739.000 Besucher sorgten 1998 für Einnahmen von 118 Mio. Euro.
  • Das Land leidet unter hoher Korruption. Im Jahresbericht 2004 von Transparency International wird Nigeria an drittletzter Stelle geführt (Link). Präsident Obasanjo, der selbst ca. 15 Jahre der Organisation vorstand, hat 2003 gemeinsam mit Professor Peter Eigen, dem Gründer von TI in Berlin, eine Kampagne vorgestellt, die zum Ziel hat, die hohe Korruptionsrate zu verringern (Link).
  • Nigeria Connection: Vorschussbetrug, bei dem von Kriminellen aus Nigeria sehr viele E-Mails verschickt werden, in denen um Vorauszahlung für spätere, nie stattfindende Geschäfte, gebeten wird.
  • Nigeria zählt nach wie vor zu den ärmsten Ländern der Welt: noch 2003 belief sich der Anteil der Bevölkerung mit weniger als 1 US-Dollar pro Tag auf 70 % (siehe auch: Tabelle: Die höchste Armut weltweit).

Landwirtschaft

Es werden lediglich 20 % der nutzbaren Flächen des Landes bewirtschaftet. Der Anteil der Landwirtschaft betrug 1995 28 % des BIP. Die Zahl der Beschäftigten in diesem Sektor stieg von 45 % (1993) auf über 60 % (2003). Dies ist weniger ein Indikator für den wachsenden Bedarf an Arbeitskräften als vielmehr eine Auswirkung des seit Mitte der 80er Jahre zu beobachtenden wirtschaftlichen Niedergangs Nigerias. Der Agrarsektor ist auf zwei Produktzweige ausgerichtet - die Cash Crops und die Food Crops. Zu Ersteren gehört der großflächige Anbau von Kakao, Bananen, Baumwolle und Kautschuk. Food Crops (Yams, Maniok, Hirse und Mais) werden im Rahmen der Subsistenzwirtschaft in kleinbäuerlichen Betrieben angebaut. Die Weidewirtschaft konzentriert sich vor allem auf den Norden Nigerias und dort auf die Haussa und die Fulani, welche traditionell in der Viehzucht tätig sind. Um den Bedarf zu decken, wird jedoch des Weiteren Lebendvieh (Rinder, Kamele, Schafe, Ziegen) aus den Nachbarstaaten eingeführt. Für nordamerikanischen Weizen (USA und Kanada) besteht ein Einfuhrverbot, um die Inlandsproduktion vor dem billigen Importweizen zu schützen. Es treten regelmäßig Hungersnöte auf, diese jedoch nicht, wie man vermuten könnte auf dem Land, sondern in den Millionenstädten Lagos und Abuja. Anders als auf dem Land funktionieren in den Städten nicht mehr die klassischen Solidargemeinschaften (z.B. Großfamilie).

Industrie

Die Industrie erwirtschaftete 1995 53 % des BIP, beschäftigte jedoch lediglich 7 % der Bevölkerung. Schwerpunkt der industriellen Tätigkeiten ist der Abbau der Bodenschätze. Da hier gegenwärtig dem Erdöl und in zunehmenden Maße dem Erdgas die größte Bedeutung beigemessen wird, erklärt sich auch der geringe Beschäftigungsgrad der Bevölkerung. Zwar unterstehen die internationalen Konzerne (Shell, Mobil, Agip, Elf und andere) der NNOC, gleichzeitig sind sie aber die Träger der Arbeiten. In den offshore und onshore Anlagen sind daher überwiegend Europäer und Thais sowie Philipinos beschäftigt. Nigerianer werden lediglich für Reinigungsarbeiten eingesetzt. Es gibt keine Raffinerietätigkeiten, somit wird das Öl als unbehandelter Rohstoff exportiert. Zwar sind Raffinerien im Land vorhanden (im Rahmen sowjetischer Wirtschaftshilfe), diese wurden jedoch nie gewartet und sind heute funktionsunfähig. Ähnlich sieht es mit anderen staatlichen Großbetrieben aus: Ein für 20 Mrd. $ gebautes Stahlwerk in Ajaokuta produzierte bisher kein Gramm Stahl. Ein anderes Beispiel ist das Aluminiumwerk in Akwa Ibom, welches bereits 2000 fertiggestellt wurde, jedoch nie über Probeläufe hinaus ging. Dies sind nur exemplarische Beispiele für die in den 80er Jahren verpasste Industrialisierung des Landes.

Außenpolitik

Trotz der vielen innenpolitischen Probleme ist Nigeria der mächtigste Staat Westafrikas. Entsprechend hat es den Vorsitz der ECOMOG, des Sicherheitsapparats der ECOWAS inne. Darüberhinaus ist es Mitglied zahlreicher internationaler Organisationen. Darüberhinaus strebt Nigeria einen ständigen Sitz im UN-Sicherheitsrat an, in welchem bisher kein afrikanisches Land dauerhaft vertreten ist.

Staatsausgaben

Zwischen 1992 und 2000 lag der Anteil der Staatsausgaben für

Kultur


  • Nationalfeiertag: 1. Oktober (Tag der Unabhängigkeit von Großbritannien im Jahre 1960)
  • Sehenswürdigkeiten: Reiches künstlerisches Erbe, insbesondere Skulpturen und Holzschnitzereien aus Benin und Ife
    • Die Terrakotten der eisenzeitlichen Nok-Kultur sind weltweit bekannt, jedoch bei weitem nicht die ältesten Hinterlassenschaften nigerianischer Vorgeschichte.
  • Kulturelle Einflüsse: Die nigerianische Kultur ist nicht nur von Traditionen der zahlreichen Ethnien durchsetzt, sondern auch durch islamische Einflüsse im Norden und europäische Einflüsse im Süden geprägt. - Nigeria ist die weltweit größte Gemeinde von Eckankar, der Religion von Licht und Ton Gottes.
  • Alphabet: Pannigerianisches Alphabet
  • Literatur: Der nigerianische Schriftsteller Wole Soyinka erhielt 1986 den Nobelpreis für Literatur. Mit Chinua Achebe erhielt im Jahr 2002 ein weiterer wichtiger nigerianischer Autor den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels. Eine in Afrika sehr erfolgreiche Autorin ist Buchi Emecheta, die sich in ihrem Werk kritisch mit der Situation der Frauen im zeitgenössischen Afrika auseinandersetzt.
  • Musik: Der vielleicht berühmteste Musiker Nigerias ist der Erfinder des Afrobeat Fela Anikulapo Kuti, der mit seiner Band "Africa 70" im "Shrine" in Lagos legendäre Konzerte gab. Weitere charakteristische Musikstile sind etwa Jùjú, Apala, Fuji oder Sakara.
  • Sport: Sportlich international bekannt wurde das Land vor allem durch die Nigerianische Fußballnationalmannschaft.

Umwelt


Schwerste Schäden im Nigerdelta durch die seit 37 Jahren andauernde Ölförderung. Pipelines verlaufen durch Dörfer und über Äcker; Wasser und Luft sowie Nahrungsmittel sind verseucht. Geschützte Gebiete: 3,22 % der Landesfläche.

Literatur


Weblinks


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