Nigel Ernest James Mansell (* 8. August 1953 in en:Upton-upon-Severn, Worcestershire) ist ein britischer Rennfahrer. Durch den Gewinn der Formel 1-Weltmeisterschaft 1992 und der IndyCar-Meisterschaft 1993 ist er der einzige, der für einen kurzen Zeitraum beide Titel gleichzeitig inne hatte. Mansell, Spitzname "Lion", ist einer der bekanntesten Rennfahrer der 80er und 90er Jahre, der wegen seiner spannenden Rennen und Zweikämpfe mit damaligen Konkurrenten wie Ayrton Senna, Alain Prost und Nelson Piquet berühmt wurde.
Mansell polarisierte im Bereich der Formel 1 sehr stark. Während seine Fans ihn aufgrund seiner Art - er galt als bodenständig und auf der Piste gleichermaßen kampfstark wie kampfeslustig - und Erscheinung - charakteristisch waren sein Schnauzbart und sein athletischer Körperbau - bewunderten, gab es in der Branche zahlreiche Leute (unter anderem einige Teamkollegen), die ihm charakterliche Mängel bis hin zum Verfolgungswahn vorwarfen und seinen Rennstil kritisierten.[http://www.grandprix.com/gpe/drv-mannig.html]
Leben und Rennsportkarriere
Mansell wurde am 8. August 1953 in Upton-on-Severn, einer kleinen Stadt in Worcestershire, als drittes von vier Kindern seiner Eltern Joyce und Eric Mansell geboren. Während seiner Kindheit musste er aufgrund der Beschäftigung seines Vaters häufig umziehen und die Schule wechseln. Grössere Teile seiner Jugend- und frühen Erwachsenenjahre verlebte er in
Hall Green,
Birmingham. Er ging auf die
Rosslyn School und später auf die
Hall Green Bilateral. Anschließend begann er ein Ingenieursstudium am
Matthew Boulton College.
Die Karriereanfänge bis 1980
Die Rennsportkarriere von Mansell begann mit
Kartsport: Schon mit zehn Jahren (obwohl das Mindestalter bei elf lag) erhielt er dort seine erste Lizenz. Mit vierzehn gewann er sein erstes Rennen. Zwischen
1969 und
1976 gewann er verschiedene Kartmeisterschaften (
Wales, North und sieben Mal in Folge
Midland) und wurde
1973 Britischer Kartmeister.
Sein weiterer Weg führte ihn 1976 in die
Formel Ford, welche er bereits
1977 gewann (32 Siege in 42 Rennen). Mit dem Verkauf des gemeinsamen Hauses finanzierte Mansell mit Unterstützung seiner Frau Rosanne selbst
1978 den Eintritt in die
Formel 3, die für ihn mit andauernden Geldproblemen verbunden blieb. Durch die Formel 3 wurde
Colin Chapman auf Mansell aufmerksam und gab ihm
1980 einen Platz im seinem
Lotus-Formel 1-Team, in welchem er bis
1984 bleiben sollte.
Der Start in die Formel 1 - Team Lotus 1980 bis 1984
Bei seinem
Grand Prix-Debüt am
Österreichring 1980 saß er wegen einer geplatzten Benzinleitung im Benzinbad. Bis ein Motorschaden den endgültigen Ausfall bedeutete, hatte er sich bereits Verbrennungen ersten und zweiten Grades zugezogen. Immer wieder blitzte sein Talent auf und
1981 erlangte er durch einen dritten Platz in Zolder (GP der Niederlande) seine ersten WM-Punkte. Aber es gab auch viele, oft kuriose Unfälle und Rückschläge: So wie
1984 beim Großen Preis der
USA in
Dallas, als sein Auto in Zielnähe ohne Benzin stehenblieb, und er beim Versuch, es über die Linie zu schieben, wegen der Hitze ohnmächtig zusammenbrach.
Die Formel 1-Jahre 1985 bis 1992 bei Williams und Ferrari
1985 kam Nigel Mansell zu
Williams-
Honda, was seiner Karriere einen entscheidend positiven Schub gab. In
Brands Hatch gewann er in diesem Jahr seinen ersten
Grand Prix.
1986 und
1987 dominierte Mansell die Weltmeisterschaft und erzielte jeweils die meisten Saisonsiege, verlor jedoch beide Male den greifbaren Titel durch Unfälle und wurde Vize-Weltmeister (1986 hinter Prost, 1987 hinter seinem Teamkollegen
Nelson Piquet).
1989 wechselte er zu
Ferrari und zeigte neben
Gerhard Berger und
Alain Prost weiterhin Spitzenleistungen, blieb jedoch ohne Titel.
1991 kehrte er zu
Williams zurück, wo er zuerst im Schatten von
Riccardo Patrese stand, letzten Endes jedoch die WM nur knapp gegen seinen Dauerrivalen
Ayrton Senna verlor. Bemerkenswert ist sein verschenkter Sieg beim
Großen Preis von Kanada in
Montreal, als ihm in der letzten Runde deutlich führend schon im Jubel der Motor ausging, so dass er letztendlich nur auf den fünften Platz kam.
1992 wurde Mansell mit
Williams-
Renault Formel-1-Weltmeister und stellte in diesem Jahr einen neuen Saisonrekord von neun Siegen auf.
IndyCar-Rennen und Formel 1-Ausklang 1993 bis 1995
Zu noch größerer Popularität gelangte Mansell im Jahre
1993, als er als erster
Rookie in der Geschichte die
IndyCar-Meisterschaft (gegen den favorisierten
Emerson Fittipaldi) für sich entschied. Zudem gewann er gleich sein erstes Champcar-Rennen in Surfers Paradise (Australien), in dem er ebenso einmalig gleich von der Poleposition startete. Diesem Sieg schlossen sich vier weitere (u.a. beim
Michigan 500) an. Am Gewinn der Meisterschaft ist weiterhin bemerkenswert, dass Mansell dieser Triumph trotz eines größeren Unfalls in Phoenix gelang.
Mansell ist auch als "Red Five" bekannt, seine legendäre Startnummer, welche auf seinem Lola-Ford auch noch nach seinem CART-Titelgewinn parallel zur Nummer 1 aufgeklebt war. Dies brachte 1994 jedoch wenig Erfolg: drei Pole-Positions und einige zweite Plätze, einer davon in Long Beach.
1994 fuhr Mansell - neben seinen Einsätzen im Newman-Haas-IndyCar-Team - bei Williams für den tödlich verunglückten Ayrton Senna vier Formel 1-Rennen und siegte beim letzten Rennen der Saison, dem Grossen Preis von Australien in Adelaide.
1995 unterschrieb Mansell zwar einen Saisonvertrag bei McLaren, konnte aber aufgrund des zu kleinen Cockpits und einer daraus resultierenden überaus unkomfortablen Sitzposition die ersten zwei Rennen nicht bestreiten. Im Anschluss an eine Umgestaltung des Cockpits fuhr Mansell noch zwei letzte Rennen, bevor er das Fahrzeug für nicht konkurrenzfähig erklärte und seine Monoposto-Karriere beendete.
Die Jahre nach dem Abschied von 1995
Im Jahre
1996 führte Mansell zwar einige Tests für
Jordan Peugeot durch, war aber an keinem Rennen beteiligt.
1998 kehrte Mansell ins Renncockpit zurück und startete bei den 24 Stunden von Chamonix (12. an der Seite von Ari Vatanen). Außerdem nahm er mit einem wenig konkurrenzfähigen Ford Mondeo an sechs Rennen der British Touring Car Championship teil und erreichte beim Rennen in Donington Park einen fünften Platz.
Im Herbst 2005 verkündete Mansell sein erneutes Comeback und die Teilnahme an der Grand Prix Masters-Rennserie , einer Rennserie für ehemalige Formel-1-Piloten. Er gewann im November des Jahres deren Auftaktrennen in Kyalami (Südafrika) und auch das erste Rennen des Jahres 2006 im April in Katar.
Erfolge und Auszeichnungen
- Britischer Kartmeister 1973
- Britischer Formel Ford Meister 1977
- Formel 1-Vizeweltmeister 1986, 1987 und 1991
- Formel 1-Weltmeister 1992
- IndyCar-Meisterschaft 1993
- BBC Sports Personality of the Year award 1986 und 1992
- Aufnahme in die International Motorsports Hall of Fame 2005
Zahlen, Daten, Fakten - Formel 1
| Nationalität | Großbritannien
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| Geburtsort | Baughton, Worcestershire
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| Geburtsdatum | 8. August 1953
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| Gestorben | --
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| Aktuelles Team | --
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| WM-Titel | 1, 1992
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| WM-Punkte insgesamt | 482
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| Siege insgesamt | 31
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| Podiumsplätze | 58
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| Pole Positions | 32
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| Schnellste Runden | 28
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| Starts | 187
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| Führungsrunden | 2086
|
| Führungskilometer | 9627
|
| Aktueller Fahrer | Nein
|
Literatur
Englischspachig:
- Nigel Mansell, James Allen: Nigel Mansell: My Autobiography, HarperCollins (Oktober 1996) - ISBN: 0002187035.
- Mike Dodson, u. a.: Nigel Mansell: A Pictorial Tribute to the Double Champion, Motorbooks International (November 1995) - ISBN: 1855325918.
- Alan Henry: Nigel Mansell: World Champion, Hazleton Publishing Ltd (September 1992) - ISBN: 1874557004.
Deutschsprachig:
- Christopher Hilton: Nigel Mansell. Der grossartige Kämpfer der Formel 1-Szene (1989) - ISBN: 3908007496.
Weblinks und Quellen
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