| Landesflagge | Landeswappen | ||||||||||||||||||||||||||||||
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| Flag of Lower Saxony.svg | Coat of arms of Lower Saxony.svg | ||||||||||||||||||||||||||||||
| (Details) | (Details) | ||||||||||||||||||||||||||||||
| Basisdaten | bgcolor="#FFFFFF" | Landeshauptstadt: | Hannover | bgcolor="#FFFFFF" | Fläche: | 47.619,63 km² (2.) | bgcolor="#FFFFFF" | Einwohner: | 8.005.930 (4.) (1. Januar 2006) | bgcolor="#FFFFFF" | Bevölkerungsdichte: | 168 Einwohner/km² (12.) | - bgcolor="#FFFFFF" | Arbeitslosenquote: | 11.7 % (Februar 2006) | 11.6 % (Jahresdurchschnitt 2005)bgcolor="#FFFFFF" | Staatsform: | freiheitlicher, republikanischer, demokratischer, sozialer und dem Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen verpflichteter Rechtsstaat | bgcolor="#FFFFFF" | Schulden: | ca. 6260 € pro Einwohner (April 2006) | bgcolor="#FFFFFF" | Schulden gesamt: | 50,1 Mrd. € (April 2006) | bgcolor="#FFFFFF" | DE: | DE-NI | bgcolor="#FFFFFF" | Offizielle Website: | www.niedersachsen.de | |
| Politik | bgcolor="#FFFFFF" | Ministerpräsident: | Christian Wulff (CDU) | bgcolor="#FFFFFF" | Regierende Parteien: | CDU-FDP-Koalition | bgcolor="#FFFFFF" | Sitzverteilung im Landtag (183 Sitze): | CDU 91 SPD 63 FDP 15 Bündnis 90/Die Grünen 14 | bgcolor="#FFFFFF" | letzte Wahl: | 2. Februar 2003 | bgcolor="#FFFFFF" | nächste Wahl: | 2008 | ||||||||||||||||
| Parlamentarische Vertretung | bgcolor="#FFFFFF" | Stimmen im Bundesrat: | 6 | ||||||||||||||||||||||||||||
| Karte | bgcolor="#FFFFFF" | Bundeslaender germany ns.png | |||||||||||||||||||||||||||||
Die von Süden/Südosten nach Norden/Nordwesten verlaufenden Flüsse Ems, Weser, Aller und Elbe prägen Niedersachsen.
Der höchste Berg ist der Wurmberg (971 m) im Harz. Für weitere Berge siehe: Liste der Berge und Erhebungen in Niedersachsen. Die meisten Berge und Hügel sind im Südosten des Landes zu finden.
Der Siedlungs-, Wirtschafts- und infrastrukturelle Schwerpunkt Niedersachsens befindet sich im Bereich der Städte Stadthagen - Hannover - Celle - Braunschweig - Wolfsburg - Hildesheim - Salzgitter.
Niedersachsen hat eine Außengrenze zu den Niederlanden und Anteil an der deutschen Nordseeküste.
Am 23. November 1946 genehmigt die britische Militärregierung die Vereinigung des Landes Braunschweig (mit Ausnahme des östlichen Teils des Landkreises Blankenburg sowie der Exklave Calvörde des Landkreises Helmstedt, die an die sowjetische Besatzungszone fallen und in das Land Sachsen-Anhalt integriert werden), des Freistaats Oldenburg und des Landes Schaumburg-Lippe mit dem Land Hannover (mit Ausnahme des Amtes Neuhaus, das an die sowjetische Besatzungszone fällt und erst 1993 Niedersachsen wieder angegliedert wird) zum neuen Land Niedersachsen.
Der Name "Niedersachsen" als Regionsbezeichnung ist allerdings sehr viel älter; Name und Wappen des neuen Landes greifen auf den Volksstamm der Sachsen zurück, dessen Siedlungsraum etwa dem heutigen Niedersachsen und einigen angrenzenden Gebieten entsprach. Die (Ur-)Sprache der einheimischen Bevölkerung ist das Niedersächsische; eine Sprache des Niederdeutschen. Der Zusatz "Nieder-" stammt bereits aus dem Mittelalter (Niedersächsischer Reichskreis) und unterschied das alte Sachsenland von den später aus dynastischen Gründen "(Ober-)Sachsen" genannten mitteldeutschen Fürstentümern (siehe Freistaat Sachsen, Sachsen-Anhalt).
Geschichtlich besteht eine enge, durch die Personalunion des 18. Jahrhunderts begründete Bindung des Adelshauses in Hannover an das Vereinigte Königreich Großbritannien und Nordirland. Das "Lied der Niedersachsen" (Niedersachsenlied) wird als Landeshymne angesehen.
Am 1. Juni 1993 trat die neue Verfassung des Landes in Kraft, die die "Vorläufige Niedersächsische Verfassung" von 1951 ablöste. Sie ermöglicht erstmals Volksbegehren und Volksentscheide und verankert den Umweltschutz als Staatsgrundsatz.
Nach einem Bürgerentscheid wurde das ehemals hannoversche Amt Neuhaus mit den damaligen Gemeinden Dellien, Haar, Kaarßen, Neuhaus (Elbe), Stapel, Sückau, Sumte und Tripkau sowie die Ortsteile Neu Bleckede, Neu Wendischthun und Stiepelse der Gemeinde Teldau und das historisch-hannoversche Gebiet im Forstrevier Bohldamm in der Gemeinde Garlitz vom Land Mecklenburg-Vorpommern mit Wirkung vom 30. Juni 1993 zum Land Niedersachsen (Landkreis Lüneburg) ausgegliedert. Aus diesen Gemeinden wurde am 1. Oktober 1993 die neue Gemeinde Amt Neuhaus gebildet. Zum 1. Januar 2005 wurden die vier Regierungsbezirke, aus denen Niedersachsen bis dato bestand, aufgelöst. Dies waren die Regierungsbezirke Braunschweig, Hannover, Lüneburg und Weser-Ems Der Regierungsbezirk Lüneburg war aus der Zusammenlegung der ehemaligen Regierungsbezirke Lüneburg und Stade entstanden, der Regierungsbezirk Weser-Ems aus der Zusammenlegung der ehemaligen Regierungsbezirke Aurich und Osnabrück sowie des Verwaltungsbezirks Oldenburg (Oldb).
Bei den Landtagswahlen am 2. Februar 2003 erlitt die SPD eine schwere Niederlage und verlor ihre Regierungsmehrheit. Wahlsieger war die CDU, die mit ihrem Spitzenkandidaten Christian Wulff den Ministerpräsidenten in einer Koalition mit der FDP stellte.
Die Ministerpräsidenten von Niedersachsen seit 1946:
Wahlergebnisse und Landesregierungen seit 1947.Sofern der Niedersächsische Landtag nicht vorzeitig aufgelöst wird, kann die nächste Landtagswahl gemäß der Landesverfassung frühestens am 4. November 2007 stattfinden. Der späteste zulässige Wahltermin ist der 3. Februar 2008.
Im Bundesrat hat Niedersachsen sechs Stimmen, die höchst mögliche Anzahl, ebenso wie Bayern, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen.
62 Abgeordnete vertreten die niedersächsischen Bürgerinnen und Bürger im Deutschen Bundestag: 27 von der SPD, 21 von der CDU, sechs von der FDP, fünf von Bündnis 90/Die Grünen sowie drei von der Linkspartei.
Dem Europäischen Parlament gehören zehn Abgeordnete aus Niedersachsen an: Fünf von der CDU, zwei von der SPD und jeweils einer von FDP, Bündnis 90/Die Grünen und Linkspartei.
| Stadt | Landkreis | Einwohner 31. Dez. 2000 | Einwohner 30. Juni 2005 |
|---|---|---|---|
| Hannover | Region Hannover | 515.001 | 515.772 |
| Braunschweig | kreisfrei | 245.816 | 245.895 |
| Osnabrück | kreisfrei | 164.101 | 164.066 |
| Oldenburg (Oldenburg) | kreisfrei | 154.832 | 162.341 |
| Göttingen | Göttingen | 124.132 | 121.865 |
| Wolfsburg | kreisfrei | 121.805 | 121.829 |
| Salzgitter | kreisfrei | 112.302 | 108.340 |
| Hildesheim | Hildesheim | 103.909 | 102.767 |
| Wilhelmshaven | kreisfrei | 85.287 | 83.765 |
| Delmenhorst | kreisfrei | 76.644 | 76.046 |
| Lüneburg | Lüneburg | 67.398 | 71.532 |
| Stadt | Landkreis | Einwohner 31. Dez. 2000 | Einwohner 30. Juni 2005 |
|---|---|---|---|
| Celle | Celle | 72.127 | 71.402 |
| Garbsen | Region Hannover | 63.269 | 62.960 |
| Hameln | Hameln-Pyrmont | 58.807 | 58.789 |
| Wolfenbüttel | Wolfenbüttel | 54.690 | 54.537 |
| Nordhorn | Grafschaft Bentheim | 51.968 | 53.026 |
| Cuxhaven | Cuxhaven | 53.391 | 52.384 |
| Emden | kreisfrei | 50.963 | 51.719 |
| Lingen (Ems) | Emsland | 51.684 | 51.318 |
| Langenhagen | Region Hannover | 49.432 | 50.613 |
| Peine | Peine | 49.494 | 49.885 |
| Melle | Osnabrück | 45.390 | 48.600 |
| Stade | Stade | 44.929 | 45.928 |
Neben Getreide werden Raps, Zuckerrüben, Salat (speziell Eisbergsalat), Kohl, Möhren (Mohrrüben, Karotten) und dank des sandhaltigen Bodens Spargel in Teilen des Landes angebaut. Bekannt ist auch die niedersächsische Grünkohlkultur (in südöstlichen Regionen auch als Braunkohl bekannt). Neben dem Gemüseanbau und der Viehzucht ist der Obstanbau (speziell im Norden, Altes Land) ein wichtiger Wirtschaftszweig.
Weitere wichtige wissenschaftliche Einrichtungen sind die Universität Osnabrück, die Fachhochschule Osnabrück, die Carl von Ossietzky Universität Oldenburg in Oldenburg, die Technische Universität Clausthal, die Universität Lüneburg, die Universität Hildesheim und die Herzog August Bibliothek in Wolfenbüttel.
Die Fachhochschule Oldenburg/Ostfriesland/Wilhelmshaven ist die größte Fachhochschule des Landes.
Siehe auch: Liste von wissenschaftlichen Einrichtungen in Niedersachsen, Wissenschaftliche Kommission Niedersachsen
Besonders lebendig ist das Plattdeutsche noch in Ostfriesland. Plattdeutsch hat sich hier unabhängig von anderen niederdeutschen (genauer: niedersächsischen) Dialekten entwickelt und zeigt große Verbindung mit dem Niederländischen und dem Friesischen, das in Ostfriesland aber seit dem 18. Jahrhundert durch das Niederdeutsche verdrängt wurde. Die Anzahl der Sprecher des Niederdeutschen ist in Ostfriesland mit mehr als der Hälfte der Bevölkerung besonders hoch, insgesamt sprechen und verstehen etwa 40 % der niedersächsischen Bevölkerung den traditionellen Dialekt ihrer Region, wobei ein starkes Stadt-Land-Gefälle festzustellen ist.
Baugeschichtlich bedeutsam in Niedersachsen war die Epoche der Renaissance, die sich in vielen Bauten im Stil der Weserrenaissance widerspiegelt. Eine weitere Sehenswürdigkeit sind die Gärten in Herrenhausen (Hannover) - die einzig erhaltenen und nie veränderten Barockgärten der Welt. In Osnabrück finden sich viele Gebäude des Klassizismus und der Zeit des Rokoko. Sehenswürdigkeiten sind u. a. die Altstadt mit Dom und dem Rathaus des Westfälischen Friedens sowie zahlreichen Steinwerken und Fachwerkhäusern. Auch Niedersachsens größtes Barockschloss und mit St. Katharinen höchstes mittelalterliches spätgotisches Bauwerk sind hier zu sehen.
Bildende Kunst
Niedersachsen hat seit dem 19. Jahrhundert bedeutende Künstler von internationalem Rang hervorgebracht. Der populärste ist wohl Wilhelm Busch, der durch seine Bildergeschichten bekannt wurde. Weniger bekannt ist sein Werk als Landschaftsmaler. Er schuf mehr als 1000 Gemälde, die aber erst posthum veröffentlicht wurden.
1895 kaufte der Künstler Heinrich Vogeler den Barkenhoff in Worpswede und gründete somit die Künstlerkolonie Worpswede. Diese war Heimat namhafter Künstler des deutschen Impressionismus und des Expressionismus. Die bekanntesten Künstler der ersten Generation der Kolonie waren:
Zwischen den 20er und 30er Jahren war der hannoversche Maler und Lyriker Kurt Schwitters in Niedersachsen tätig. Er ist der Erfinder der Merzkunst, die als Weiterentwicklung des Dadaismus gilt. Schwitters bezeichnete sich selbst nicht als Dadaist sondern als Merzkünstler, arbeitete jedoch zeitweise eng mit den Berliner Dadaisten zusammen. Seine bekanntesten Gedichte sind "An Anna Blume" und die "Sonate in Urlauten". Von den Nationalsozialisten als "entartet" eingestuft, flüchtete der Künstler 1937 und kehrte nie mehr in seine Heimatstadt zurück. Eine Rekonstruktion seines berühmten Merzbaus ist im Sprengel-Museum in Hannover zu besichtigen.
Wie kein anderer Künstler der ersten Jahrhunderthälfte hat der am 11. Dezember 1904 in Osnabrück geborene und am 2. August 1944 in Auschwitz ermordete Maler Felix Nussbaum alle Erfahrungen der Jahrzehnte nach dem Ersten Weltkrieg in seinen Bildern festgehalten und als Teil seiner eigenen Situationen reflektiert, in die der Künstler als Jude durch die rassistische Ideologie des nationalsozialistischen Deutschland hineingestoßen wurde. Seine Bilder sind geprägt von der beschaulichen Geborgenheit der Provinz, vom schnellen, dem Zeitgeist konformen Erfolg in der Kunstmetropole Berlin, von der Bedrohung und Orientierungslosigkeit in der Emigration, von Kriegsdrohung und Bombenkrieg, von der Angst im Internierungslager, der Isolation im Untergrund und im Versteck und schließlich vom Leid und der Vernichtung der Juden in Europa durch das Naziregime. Kein Betroffener hat den "Holocaust" der Juden in Europa künstlerisch dokumentiert wie Nussbaum. Für ihn wurde in seiner aussichtslosen Situation Malerei zur Widerstandshandlung, da sie ihm seine menschliche Würde erhielt und ihm lange Zeit die Kraft zum Überleben gab. Er war Protokollant dieser Zeit und wurde ihr Opfer.
Der Künstler Felix Nussbaum ist sicherlich nicht der Avantgarde zuzurechnen, er gehört zur “Verschollenen Generation” der um 1900 Geborenen, die wie keine andere in ihrer künstlerischen Entfaltung durch die Zeitumstände behindert, abgeschnitten und schließlich vergessen wurde. Ihre Wiederentdeckung begann erst in den Siebzigerjahren des 20. Jahrhunderts.
Der 1940 geborene Neodadaist, Performance- und Konzeptkünstler Timm Ulrichs erlangte internationale Bekanntheit. Er war unter anderem 1977 auf der documenta 6 vertreten. Im Jahr 2001 erhielt er den Niedersächsischen Staatspreis.
Niedersachsen verfügt über 2 Kunsthochschulen:
Von 1900 bis 1902 war der bedeutende österreichische Lyriker Rainer Maria Rilke in der Worpsweder Künstlerkolonie ansässig, wo er die Bildhauerin Clara Westhoff heiratete, mit der er 1901 eine Tochter hatte. Danach verschlug es den expressionistischen Autor nach Paris.
Der neben Rilke bedeutendste niedersächsische Schriftsteller der Moderne ist Arno Schmidt. Der avantgardistischen Schriftsteller lebte von 1958 bis zu seinem Tode 1979 in Bargfeld. Schmidt schreibt neben experimentellen Romanen wie seinem Hauptwerk "Zettel's Traum" auch erwähnenswerte Übersetzungen, wie z. B. von James Joyce, Edgar Allan Poe oder James Fenimore Cooper. Siehe auch: Arno-Schmidt-Stiftung.
Als einer der bedeutendsten deutschen Lyriker der 70er Jahre gilt der 1940 in Vechta geborene und 1975 bei einem Autounfall in London verstorbene Schriftsteller Rolf Dieter Brinkmann. Seine Werke sind beeinflusst vom Nouveau Roman und der amerikanischen Beat-Generation, um deren Veröffentlichung in Deutschland er sich verdient gemacht hat.
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