Die Niederlausitz (niedersorb. Dolna Łužyca, obersorb. Delnja Łužica, poln. Dolne Łużyce, lat. Lusatia inferior) ist eine Region im Süden des Landes Brandenburg und im Westen Polens. Sie grenzt im Süden an die Oberlausitz und an Niederschlesien. Ihr Zentrum ist die Stadt Cottbus. Die Niederlausitz hat einen sorbischen Bevölkerungsanteil.
Zur Hymne siehe: Lausitzhymne
Tiefgreifende Veränderungen in der Landschaft entstanden aber erst durch die Anlage große Tagebaue seit den dreißiger Jahren des 20. Jahrhunderts, vor allem jedoch zu DDR-Zeiten, dem über 100 Dörfer zum Opfer fielen.
Im Süden wird die Niederlausitz von der Oberlausitz begrenzt. Östlich schließen Oder und Bober, der Muskauer Faltenbogen (ein Teil des Niederlausitzer Grenzwalls) und die Muskauer Heide, westlich die Elbe und der Fläming die Niederlausitz ab.
Nur im äußersten Nordosten wird das Land von der Oder berührt, die hier bei Ratzdorf die einmündende Neiße aufnimmt. Ein Großteil des natürlichen Pflanzenbewuchses ist durch Heiden und Auwälder bestimmt. Allerdings ist die Niederlausitz ungeachtet der relativ dünnen Besiedlung wie alle Regionen Mitteleuropas eine stark vom Menschen gestaltete Kulturlandschaft Der Naturpark Niederlausitzer Heidelandschaft ist ein idyllischer Teil der Niederlausitz. Im 20. Jahrhundert wurde die Niederlausitz vor allem durch den Braunkohlenbergbau geprägt. Für den Aufschluss der Tagebaue wurden über 500 Orte bzw. Ortsteile abgebaggert, davon ein Großteil mit sorbischer Bevölkerung. Bis in die Gegenwart werden Orte zerstört, so Horno (Rogow), Lakoma (Łakoma) (Ortsteil von Cottbus) oder Kausche (Chusej) (Ortsteil von Drebkau (Drjowk)).
Hauptorte der Niederlausitz sind: Cottbus (Chośebuz), als die größte Stadt, Guben (Gubin), Luckau (Łukow), Calau (Kalawa), die historische Hauptstadt des Landes Lübben (Spreewald) (Lubin), Finsterwalde (Grabin), Senftenberg (Zły Komorów), Spremberg (Grodk), Lübbenau/Spreewald (Lubnjow), Vetschau (Wětešow) Lauchhammer, sowie im polnischen Teil Żary (Sorau).
Die Landwirtschaft auf relativ mageren Böden bei Deutschlands niederschlagsärmstem Klima ist nicht sehr ertragreich. Andererseits haben einige landwirtschaftliche Produkte aus der Niederlausitz, insbesondere aus dem Spreewald, deutschlandweit einen sehr guten Ruf.
1367 inkorporierte Kaiser Karl IV. die Lausitz in die böhmischen Krone, deren Nebenland das Markgraftum bis zum Prager Frieden von 1635 blieb. Auch die böhmischen Könige konnten in dem abgelegenen Gebiet keine starke Landesherrschaft etablieren, denn die Lausitz regelte ihre internen Angelegenheiten weitestgehend selbst. Vor allem im 15. Jahrhundert aber auch im 16. Jahrhundert gingen bedeutende Teile der Lausitz durch Verkauf und Verpfändung an die benachbarten Kurfürstentümer Sachsen und Brandenburg verloren, so zum Beispiel 1454 der zentrale Cottbuser Kreis. Im 15. Jahrhundert hatten auch mehrere Heerzüge der Hussiten die Lausitz verwüstet. In jener Zeit entstand auch der Lausitzer Landtag. Die in vier Kurien gegliederte Ständeversammlung war die wichtigste politische Kraft im Land. Daneben nahm der Landvogt die Belange des böhmischen Königs wahr.
Bis zum Ende des 15. Jahrhunderts wurde das Land lediglich Lausitz genannt; erst seitdem wurde - zur Unterscheidung von der Oberlausitz, wie die Länder Budissin (Bautzen) und Görlitz fortan genannt wurden - die Bezeichnung Niederlausitz gebräuchlich.
Im Schmalkaldischen Krieg 1546/47 hielten die Niederlausitzer trotzdem zum katholischen König Ferdinand I. Der königliche Landvogt Albrecht von Schlick konnte das Gebiet des Stifts Dobrilugk zurückerobern, das 1541 vom sächsischen Kurfürsten Johann Friedrich besetzt worden war.
Als 1618 die antihabsburgischen Unruhen in Böhmen begannen, verhielten sich die Niederlausitzer Stände zunächst passiv. Sie ignorierten die dringenden Aufforderungen der Böhmen, sie im Krieg gegen die Habsburger zu unterstützen. Erst nach dem Tod Kaiser Matthias im März 1619 änderten sie ihre Politik. Sie traten der Böhmischen Konföderation bei und waren an der Absetzung Ferdinands II. und der Wahl Friedrich V. von der Pfalz zum König von Böhmen beteiligt.
Gemäß den Bestimmungen des Prager Friedens 1635 wurde der sächsische Kurfurst mit dem Markgraftum Niederlausitz belehnt, welches territorial selbstständig blieb, wobei der Kurfurst von Sachsen zugleich der Markgraf der Niederlausitz war. Zeitweilig war der Inhaber der wettinischen Sekundogenitur von Sachsen-Merseburg auch der Markgraf der Niederlausitz.1790 kam es als Reaktion auf die Französische Revolution zu Bauernrevolten.
Unter der preußischen Herrschaft begann die planmäßige Unterdrückung der Sorben, insbesondere wurden administrative Maßnahmen ergriffen, um den Gebrauch der sorbischen Sprache zurückzudrängen. Daran beteiligte sich auch die evangelische Kirche. Mitte des 19. Jahrhunderts begann der Abbau von Braunkohle.
Region | Brandenburgische Landschaft | Geographie (Sachsen) | Geographie (Polen) | Sorben | Lausitz
This article is licensed under the GNU Free Documentation License.
It uses material from the
"Niederlausitz".
Home Page • arts • business • computers • games • health • hospitals • home • kids & teens • news • physicians • recreation• reference • regional • science • shopping • society • sports • world