| Wappen | Karte | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Sin escudo.png Wappen | Lage von Niederfüllbach in Deutschland.png | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Basisdaten | bgcolor="#FFFFFF" | Bundesland: | Bayern | bgcolor="#FFFFFF" | Regierungsbezirk: | Oberfranken | bgcolor="#FFFFFF" | Landkreis: | Coburg | bgcolor="#FFFFFF" | Fläche: | 2,59 km² | bgcolor="#FFFFFF" | Einwohner: | 1.652 (31. Dezember 2004) | bgcolor="#FFFFFF" | Bevölkerungsdichte: | 638 Einwohner je km² | bgcolor="#FFFFFF" | Höhe: | 280-350 m ü. NN | bgcolor="#FFFFFF" | Postleitzahl: | 96489 | bgcolor="#FFFFFF" | Vorwahl: | 09565 | bgcolor="#FFFFFF" | Geografische Lage: | bgcolor="#FFFFFF" | Kfz-Kennzeichen: | CO | bgcolor="#FFFFFF" | Gemeindeschlüssel: | 09 4 73 153 | bgcolor="#FFFFFF" | Adresse der Gemeindeverwaltung: | Parkstraße 36 96489 Niederfüllbach | bgcolor="#FFFFFF" | Website: | http://www.niederfuellbach.de | bgcolor="#FFFFFF" | Bürgermeister: | Walter Esch (SPD) | ||
Niederfüllbach ist eine Gemeinde im Landkreis Coburg in Oberfranken (Bayern). Sie gehört verwaltungsrechtlich zur Verwaltungsgemeinschaft Grub a.Forst.
Ab dem 14. Jahrhundert bestimmten die Rittergeschlechter Schaumberg und Reitzenstein (ab dem 17. Jahrhundert) die Geschichte des Ortes. Deren Rittersitz, auch Schloss genannt, wurde im Lauf der Jahrhunderte immer weiter aus- und umgebaut, auch nachdem im Jahr 1525 dieses im Deutschen Bauernkrieg zerstört worden war. 1575 wurde erstmals ein undern füllbach erwähnt, was, wie auch spätere Dokumente belegen, auf eine Teilung des Ortes und den Streit um Zuständigkeiten (Lehnspflicht) zwischen den Hennebergern und den Klöstern Bamberg bzw. Banz hinweist. Im Dreißigjährigen Krieg wird der Ort im Jahr 1634 von mit den kaiserlichen (katholischen) Truppen verbündeten Kroaten niedergebrannt. Nach dem Ende des Krieges wird der Ort wieder aufgebaut, 1695 erhält er die noch heute erhaltene (Schloss-)Kirche.
Im Jahr 1763 kommt es bei der Schlacht bei Niederfüllbach zu handgreiflichen Auseinandersetzungen um die rechtliche Zuständigkeit zwischen Niederfüllbacher Bauern, unterstützt von der Lichtenfelser Miliz, und Coburger Militär, die schließlich vor dem Reichskammergericht zu Wetzlar in einem Schiedspruch gegen die Coburger beendet wurden. Nach dem Aussterben des Rittergeschlechts von Reitzenstein besaßen die Herren von Portzig und von Lichtenberg das Rittergut von 1773 bis 1818. Bis 1803 gehörte dabei Niederfüllbach dem Bamberger Lehnsverband an, um von da an zum Königreich Bayern zu gehören.
Mit Coburgs ersten Staatsvertrag aus dem Jahr 1811, der zwischen Bayerns Ministerpräsident Graf Montgelas und Prinz Leopold von Sachsen-Coburg-Saalfeld ausgehandelt wurde, wurden erstmals die rechtlichen Streitigkeiten um die Zuständigkeiten für die Teilorte Niederfüllbach (im Norden) und Unterfüllbach (im Süden) geklärt, beide kamen zu Sachsen-Coburg-Saalfeld (ab 1826 Sachsen-Coburg und Gotha und wuchsen zu einem Dorf zusammen. 1817 verkaufte der Herr von Lichtenstein Rittergut und Schloss an Prinz Leopold von Sachsen-Coburg-Saalfeld, den späteren König Leopold I. von Belgien. 1859 erhielt der Ort einen Bahnhof an der neu erbauten Bahnstrecke Coburg – Lichtenfels, der aber heute nicht mehr angefahren wird.
Im Jahr 1907 brachte König Leopold II. von Belgien, der Sohn Leopolds I., große Teile des königlich-belgischen Besitzes in die Niederfüllbacher Stiftung ein. Damit gelang es ihm, einen erheblichen Anteil der durch die Ausbeutung der ihm seit 1885 als Privatbesitz unterstehenden Kolonie Kongo vor dem Zugriff durch das belgische Parlament zu retten, nachdem dieses auf Grund der starken öffentlichen Kritik an der Sklaverei in dieser Kolonie die Übereignung des afrikanisch-belgischen Besitzes vom König auf den Staat gefordert hatte. Zusätzlich enterbte er durch die Stiftung seine drei Töchter. Im Jahr 1911 überliess nach starkem politischen Druck die Verwaltung der Niederfüllbacher Stiftung bei Bruch der Stiftungssatzung, worin die Unveräußerlichkeit des Stiftungsvermögens festgelegt war, dem belgischen Staat das gesamte Vermögen aus Wertpapieren, mit einem geschätzten Wert von 100 Millionen Belgischen Franken, gegen ein einmalige Abfindung von 1,1 Millionen Mark. Heute lebt die Stiftung vor allem von etwa 200 Hektar Grundbesitz im Coburger Land.
Mit dem Ende der Monarchie im Jahr 1918 wurde nach einer Volksabstimmung im Jahr 1919 der zwischenzeitlich entstandene Freistaat Coburg 1920 mit dem Freistaat Bayern vereinigt. Damit wurde auch Niederfüllbach endgültig Teil Bayerns.
Im Jahr 1966 erwarb der Architekt Clodt Dankwart von Pezold das Schloss, das wegen fehlender Mittel zum Abbruch vorgesehen war und ließ es umfangreich sanieren.
Wenige hundert Meter nördlich von Niederfüllbach befindet sich der Sportflugplatz Coburg-Steinrücken der Flugtechnischen Arbeitsgemeinschaft Coburg e.V.
This article is licensed under the GNU Free Documentation License.
It uses material from the
"Niederfüllbach".
Home Page • arts • business • computers • games • health • hospitals • home • kids & teens • news • physicians • recreation• reference • regional • science • shopping • society • sports • world