Niederbayern ist einer von 7
Regierungsbezirken in
Bayern und nicht zu verwechseln mit dem deckungsgleichen
Bezirk Niederbayern. Er liegt im Osten des Landes und grenzt im Norden an die
Oberpfalz, im Nordosten an
Böhmen, im Südosten an
Oberösterreich und im Südwesten an
Oberbayern. Der Begriff "Niederbayern" erscheint zum ersten Mal im Jahre
1255 bei der bayerischen Landesteilung. Ursprünglich war Niederbayern wesentlich größer: Damals gehörten auch der
Chiemgau und die Gegend von
Bad Reichenhall dazu. Bei der Landkreisreform in den
1970er Jahren wurde der "ur-niederbayerische" Landkreis
Kötzting der
Oberpfalz zugeschlagen.
Verwaltungsgliederung
Kreisfreie Städte
- Landshut
- Passau
- Straubing
Landkreise
- Landkreis Deggendorf
- Landkreis Dingolfing-Landau
- Landkreis Freyung-Grafenau
- Landkreis Kelheim
- Landkreis Landshut
- Landkreis Passau
- Landkreis Regen
- Landkreis Rottal-Inn
- Landkreis Straubing-Bogen
Anmerkungen:
- Der Landkreis Dingolfing-Landau hieß in der Übergangszeit vom 1. Juli 1972 bis zum 30. April 1973 Landkreis Untere Isar.
- Der Landkreis Freyung-Grafenau hieß in der Übergangszeit vom 1. Juli 1972 bis zum 30. April 1973 Landkreis Freyung.
- Der Landkreis Rottal-Inn hieß in der Übergangszeit vom 1. Juli 1972 bis zum 30. April 1973 Landkreis Rottal.
Vor der Kreisgebietsreform am 1. Juli 1972 gliederte sich der Regierungsbezirk Niederbayern in vier Stadtkreise und 22 Landkreise.
Siehe: Verwaltungsgliederung des Regierungsbezirks Niederbayern vor der Kreisreform
Geschichte
Die bayerische Verfassung von
1808 teilte das
1806 formierte
Königreich Bayern einheitlich in Kreise ein. Die Kreise entsprachen den Verwaltungseinheiten der mittleren Ebene, also den heutigen Bezirken und waren bewußt ohne Bezug zu älteren administrativen oder herrschaftlichen Bezügen ganz nach rational-zweckmäßigen Aspekten umrissen worden. Nach französischem Vorbild wurden die Kreise entsprechend ihren Hauptflüssen benannt. Das Gebiet des heutigen Niederbayern verteilte sich dabei auf den Unterdonau-, den Isar-, den Regen- und den Salzachkreis.
Nachdem sich die bayerischen Außengrenzen in den Folgejahren wiederholt änderten, wurden auch die Kreise neu zugeschnitten, so daß der Unterdonaukreis 1816 große Teile des heutigen Regierungsbezirks Niederbayern umfasste.
Dabei blieb es bis 1837 der romantisch bewegte König Ludwig I. (Bayern) das französische Benennungsystem durch historisierende Bezeichnungen zu ersetzen wünschte, die die Geschichte der bayerischen Landesteile widerspiegeln sollten. Man verfiel daher auf die Idee, das Gebiet des Unterdonaukreises in "Niederbayern" umzubenennen. Damit spielte man an die erste bayerische Landesteilung von 1255 an, die ein selbständiges niederbayerisches Herzogtum geschaffen hatte. Der als "Niederbayern" benannte Kreis deckte sich geographisch jedoch nicht mit dem historischen Niederbayern. Es handelte sich um eine reine Traditionsbezeichnung. Ungeachtet dessen hat sich die Bevölkerung im Laufe der Zeit mit der willkürlich gewählten Bezeichnung der Verwaltungseinheit identifiziert.
Wirtschaft und Verkehr
Niederbayern ist landwirtschaftlich geprägt, ist u.a. das größte Anbaugebiet für
Gewürzgurken in
Europa und hat Anteil am größten Hopfenanbaugebiet der Welt, der
Hallertau. Große Bedeutung für die Wirtschaft als Arbeitgeber hat
BMW mit seinem größten Automobilwerk in
Dingolfing.
Die Hauptverkehrswege Niederbayerns sind von Nord nach Süd die Autobahn A 3, die Eisenbahnstrecke Nürnberg - Passau, auf welcher auch Fernverkehr besteht, sowie die Schifffahrtswege Donau und der Rhein-Main-Donau-Kanal.
In Ost-Westrichtung verbindet die Autobahn A 92 sowie die parallel dazu gelegene Eisenbahnstrecke Deggendorf, Dingolfing und Landshut mit München. Die heutige Bundesstraße B 12, welche zur A 94 ausgebaut werden soll, verbindet Passau und das Rottal mit München.
Bildung
In Niederbayern existieren insgesamt 3 Hochschulen:
Von 1800 bis 1826 existierte in Landshut eine Universität, diese wurde aber dann nach München verlagert und ist heute die Ludwig-Maximilians-Universität.
Politik
Regierungspräsidenten
- 1838: Hermann von Beisler
- 1843: Friedrich Freiherr von Wulffen
- 1846: Johann Baptist von Zenetti
- 1847: Karl Freiherr von Künsberg
- 1847: Johann Baptist von Zenetti
- 1849: Karl Freiherr von Schrenk
- 1852: Wilhelm von Benning
- 1854: Alois August von Schilcher
- 1866: Gustav von Hohe
- 1871: Felix Friedrich von Lipowsky
- 1895: Ludwig Freiherr Fuchs von Bimbach und Dornheim
- 1901: Ludwig Ritter von Meixner
- 1902: Rudolf Freiherr von Andrian-Werburg
- 1914: Ferdinand von Pracher
- 1923: Friedrich von Chlingensperg auf Berg
- 1929: Dr. Heinrich Wirschinger, seit 1932 in Regensburg
- 1934: Franz Schwede, Regensburg
- 1934: Wilhelm Freiherr von Holzschuher, Regensburg
- 1939: Dr. Friedrich Wimmer, Regensburg
- 1943: Gerhard Bommel, Regensburg
- 1945: Dr. Ernst Falkner, Bayernpartei, Regensburg
- 1945: Dr. Franz Wein, CSU, Regensburg
- 1952: Dr. Josef Ulrich, CSU, Regensburg
- 1959: Ludwig Hopfner, CSU, Landshut
- 1963: Johann Riederer, CSU
- 1975: Dr. Gottfried Schmid, CSU
- 1987: Dr. Herbert Zeitler, CSU
- 1992: Dr. Friedrich Giehl, CSU
- 1998: Dr. Walter Zitzelsberger, CSU
Weblinks
- http://www.regierung.niederbayern.bayern.de/
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