| Wappen | Karte |
|---|---|
| Wappen Niederolm.png | Karte Nieder-Olm in Deutschland.png |
| Basisdaten | |
| Bundesland: | Rheinland-Pfalz (Deutschland) |
| Landkreis: | Mainz-Bingen |
| Verwaltungsgemeinschaft: | Verbandsgemeinde Nieder-Olm |
| Geografische Lage: | |
| Höhe: | ca. 150 m ü. NN |
| Fläche: | 11,22 km² |
| Einwohner: | 8764 (30. Juni 2005) |
| Bevölkerungsdichte: | 781 Einwohner je km² |
| Postleitzahlen: | 55268 |
| Vorwahl: | 06136 |
| Kfz-Kennzeichen: | MZ |
| Gemeindeschlüssel: | 07 3 39 042 |
| Adresse der Stadtverwaltung: | Pariser Straße 110 55268 Nieder-Olm |
| Website: | www.nieder-olm.de |
| Politik | |
| Bürgermeister: | Reinhard Küchenmeister (CDU) |
Sie ist Verwaltungssitz und Namensgeber der Verbandsgemeinde Nieder-Olm und hat in ihrer Region die Funktion eines Mittelzentrums.
Die durchschnittliche Höhe der Ortsgemeinde beträgt etwa 150 Meter über Normalnull. Die höchste Erhebung der Gemarkung ist der „Mühlberg“ mit 243 Metern, er liegt im Nordosten zwischen Nieder-Olm und Mainz-Ebersheim.
Die Landschaft ist stark geprägt vom Wein- und Obstanbau. Ein Wäldchen namens „Im Loh“ findet sich im Nordosten der Gemarkung, es ist lediglich etwa 11 Hektar groß.
Die Temperatur beträgt im langjährigen Mittel über 8 Grad Celsius, womit die Gegend zu den wärmsten in Mitteleuropa gehört. Der jährliche Niederschlag ist mit 500 mm eher gering.
Vermutlich geschah dies durch die frühen Franken, während der so genannten fränkischen Landnahme, als die Franken das ehemals von den Römern besetzte Land wieder zurückeroberten. Die fränkische Siedlung namens „Reichelsheim“ lag in etwa auf dem Gebiet des heutigen Gewerbegebietes im Nordwesten von Nieder-Olm und lässt sich noch heute auf Luftbildern nachweisen. Die Endung des Ortsnamens auf „–heim“ ist typisch für fränkische Namensgebung und findet sich auch in vielen Nachbargemeinden. Der Ort wurde später verlassen (Ortswüstung).
Vermutlich aus dem 12. Jahrhundert stammt die erste Befestigung des Ortes. Diese bestand aus Mauern und Gräben und hatte 4 Haupttore. Später (Ende des 13. Jahrhunderts), vermutlich als Reaktion auf den Bau der Burg Stadeck, wurde innerhalb der Ortsgrenzen eine Burg mit Wassergraben errichtet, der adelige Burgmänner vorgesetzt waren.
Im 15. Jahrhundert geriet Nieder-Olm zwischen die Fronten einer Stiftsfehde, an der die beiden Erzbischöfe Diether von Isenburg und Adolf von Nassau beteiligt waren. Häufige Machtwechsel waren die Folge davon. 1503 ließ Erzbischof Berthold die Burg neu erbauen um den Anforderungen der damalig modernen Angriffstechniken gerecht zu werden. Seit dieser Zeit ist die Burg unter dem Namen „St. Laurenziburg“ bekannt. Sowohl die Burg als auch die Ortsbefestigung wurden in den Folgejahren mehrfach zerstört. Heute lassen sich nur noch wenige Reste auffinden, die Burg musste Anfang des 19. Jahrhunderts endgültig einer Straße weichen. Recht gut erhalten ist die Verteidigungsanlage des Friedhofs, der damals die Kirche umgab.
Auch Ende des 18. wird der Ort Nieder-Olm wieder besetzt. Diesmal sind es die französischen Revolutionstruppen. Die Franzosen stellen 1792 einen Freiheitsbaum auf und machen Nieder-Olm zu einem Teil der Mainzer Republik, der ersten demokratischen Republik auf deutschem Gebiet. Nur kurze Zeit später, die Mainzer Republik hielt nur 100 Tage, wird Nieder-Olm von den Reichstruppen zurück erobert.
Doch schon 1797 gelingt es französischen Truppen erneut, Nieder-Olm zu erobern und so wird der Ort Teil des napoleanischen Reiches. Nach dessen Untergang wird Nieder-Olm 1816 Teil der neu gegründeten Provinz Rheinhessen und gehört damit zum Großherzogtum Hessen-Darmstadt.
Durch die Eröffnung der Hessischen Ludwigsbahn Mainz-Alzey im Jahr 1871 wird Nieder-Olm an das Schienennetz angeschlossen.
Ab 1929 wieder Teil des deutschen Reiches, bleibt auch Nieder-Olm vom Nationalsozialismus nicht verschont. Nach der Reichskristallnacht, in der jüdischen Häuser und Geschäfte geplündert und zerstört wurden, gibt es im Ort keine jüdischen Mitbürger mehr.
In die Geschichte des Zweiten Weltkrieges ging Nieder-Olm ein, als während des Vormarsches der alliierten Truppen im Selztal versprengte deutsche Soldaten erheblichen Widerstand leisteten. Von dieser Zeit zeugen amerikanische Stellungen westlich der Selz, diese wurden jedoch aus Sicherheitsgründen zugeschüttet.
In den folgenden Jahrzehnten wird die Infrastruktur beständig ausgebaut: Neue Schulen entstehen (1957 die neue Grundschule, 1974 die Haupt- und Sonderschule und 1981 das Gymnasium, sowie zwei Schulen für körperbehinderte und lernschwache Schüler), eine Turn- und Festhalle (1961) und das Hallen- und Freibad (1968) werden gebaut. 1980 erhält der Ort Anschluss an die A 63.
Auch in den letzten beiden Jahrzehnten wurde die Entwicklung stetig vorangetrieben: Neue Wohngebiete wurden angelegt und ältere Wohngebiete kontinuierlich erweitert. Das Gewerbegebiet wurde großzügig ausgebaut und drei neue Umgehungsstraßen angelegt. 1997 wurde die alte Festhalle wieder abgerissen und durch die neu gebaute „Ludwig-Eckes-Halle“ ersetzt. Ebenso wurde das Hallen- und Freibad zu einem Erlebnisbad ausgebaut.
Eine weitere Aufwertung des Ortskerns ist geplant, so soll dieser in Zukunft komplett für den Durchgangsverkehr gesperrt und besonders im Bereich der Grundschule/Pariser Straße weiter baulich verändert werden.
Heute hat Nieder-Olm 8261 Einwohner mit steigender Tendenz und steht kurz davor, den Status der Kleinstadt zu erreichen. Tatsächlich plant der Gemeinderat demnächst die Stadtrechte beim Land zu beantragen, um so das Image von Nieder-Olm weiter aufzuwerten.
Über mehrere Landesstraßen ist Nieder-Olm mit seinen Nachbargemeinden verbunden.
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