Sarkozy-congres-ump.jpg Nicolas Paul Stephane Sarkozy (* 28. Januar 1955 in Paris; eigentlich: Nicolas Pál Stéphane Sárközy de Nagy-Bocsa) ist ein französischer Politiker und seit dem 2. Juni 2005 (erneut) Innenminister in der Regierung Villepin.
Er ist der Sohn des ungarischen Immigranten Sárközy de Nagy-Bocsa und der Griechin Andree Mallah. Seit dem 28. November 2004 ist er Vorsitzender der bürgerlichen UMP, die Nachfolgepartei der im Jahr 1976 von Jacques Chirac unter dem Namen RPR gegründeten gaullistischen Partei wurde.
Vom 30. März 1993 bis zum 11. Mai 1995 war Sarkozy Haushaltsminister der Regierung Balladur, der er auch als Regierungssprecher diente. Vom 7. Mai 2002 bis zum 30. März 2004 war er französischer Innenminister in der Regierung Raffarin. In dieser Zeit erwarb er sich den Ruf eines "law and order"-Politikers, der entschlossen gegen Kriminalität vorgeht und wurde in der Bevölkerung äußerst populär. Drei Tage nach der Niederlage der Konservativen bei den Regionalwahlen billigte Staatspräsident Chirac am 31. März 2004 eine neue Kabinettsliste, auf der Sarkozy als "Superminister" für Wirtschaft, Finanzen und Industrie stand und damit auch die Verantwortung für die geplanten Wirtschaftsreformen in Frankreich übernahm. Allerdings verblieb er nur bis Ende November auf diesem Posten, als er das Ministerium auf Druck von Präsident Jacques Chirac wegen seiner Wahl zum Parteichef aufgeben musste. Während dieser Zeit setzte er u.a. die Übernahme des deutsch-französischen Pharmaunternehmens aventis durch Sanofi-Synthélabo (seither sanofi-aventis) gegen Bedenken aus Deutschland durch. Sarkozy_raffarin_metro.jpg in der Pariser Schnellbahn RER.]] Er ist seit diesem Zeitpunkt Parteivorsitzender der großen bürgerlichen und gaullistischen „Chirac-Partei“, der UMP. Seit 2. Juni 2005 ist Sarkozy außerdem erneut Innenminister in der Regierung Villepin. Anfang 2004 hatte er zudem noch den Posten des Generalrats des Landkreises Neuilly-sur-Seine Nord übernommen und ist Präsident des Generalrats des Départements Hauts-de-Seine.
In erster Ehe war er ab 1982 mit Marie-Dominique Culioli verheiratet, aus der Ehe gehen die Söhne Pierre (* 1985) und Jean (* 1987) hervor.
1996 heiratet er die gebürtige Cécilia Maria Sara Isabel Ciganer Albeniz, aus der Ehe geht 1997 der Sohn Louis hervor. Im Sommer 2005 wird das Scheitern der "exemplarischen Politikerehe" öffentlich, neuer Lebensgefährte von Cécilia Sarkozy ist der Chef der Werbeagentur Publicis, der gebürtige Marokkaner Richard Attias, die neue Lebensgefährtin von Nicolas Sarkozy ist die Le Figaro-Journalistin Anne Fulda. Im Januar 2006 wird dann wiederum die Nachricht von der Wiedervereinigung des Ehepaares in den Medien lanciert.
Seit 2004 ist Sarkozy eine der Personen im Mittelpunkt der Affäre Clearstream II, bei der ein anonymer Denunziant einige mysteriöse Computerauszüge des Luxemburger Clearing-House Clearstream einem Untersuchungsrichter zukommen ließ, mit denen Sarkozy und andere Prominente schwarzer Konten und enormer Nebeneinnahmen beim Verkauf französischer Fregatten an Taiwan beschuldigt wurden. Nachdem Sarkozy wie auch die übrigen Beschuldigten wegen Manipulationen der zweifelhaften Dokumente als unschuldig gelten, strengt Sarkozy ein gerichtliches Verfahren zur Klärung der Herkunft der Denunziation an, bei dem er seinem Konkurrenten de Villepin unterstellt, in dessen Amtszeit als Innenminister dem Untersuchungsrichter ein Sarkozy entlastendes Dossier vorenthalten zu haben.
Mann | Franzose | Bürgermeister (Frankreich) | Politiker (Frankreich) | Geboren 1955
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