Nicholas Edward Cave (* 22. September 1957 in Warracknabeal, Australien) ist ein australischer Musiker, Texter, Dichter und Schauspieler.
Auf der Highschool lernte Cave Mick Harvey kennen, mit dem er seine erste Band The Boys Next Door gründete. Bei ihrem Umzug nach London benannten sie sich in The Birthday Party um. 1983 zog Cave nach West-Berlin und löste The Birthday Party kurz darauf auf. Mit Harvey, dem Gitarristen der Einstürzenden Neubauten Blixa Bargeld und Barry Adamson gründete er die Band The Bad Seeds, welche bis heute besteht und mehrere kommerziell erfolgreiche Alben veröffentlichte. Seine Musik entfernte sich zunehmend vom ekstatischen Lärm-Blues der Birthday Party und wandte sich auch der Kunst gefühlvoller Balladen zu, wofür das 1990er Album The Good Son ein überzeugendes Beispiel lieferte. Unter anderem arbeitete er auch mit David Tibet und seiner Band Current 93 zusammen.
1990 zog Cave nach São Paulo (Brasilien) um, wo er Viviane Carneiro, eine brasilianische Journalistin kennenlernte. Kurz darauf bekamen die beiden einen Sohn (Luke, 1991 geboren). Im Frühjahr 1993 zog Cave mit der Familie zurück nach London. Cave und Carneiro trennten sich kurz darauf, ihr Sohn Luke lebt abwechselnd bei Cave und seiner Mutter in London. Cave zog daraufhin in ein Haus in Hove und hatte während der Produktion seines Albums "Murder Ballads" eine kurze Affäre mit der Sängerin PJ Harvey, lernte aber bald darauf das Modell und Schauspielerin Susie Bick kennen, welche er am Tag der Sonnenfinsternis vom 11. August 1999 heiratete. Beide leben mit ihren Kindern, den Zwillingen Arthur und Earl, in Brighton.
Caves Musik wird in einigen Filmen von Wim Wenders eingesetzt, z.B. Der Himmel über Berlin (dort hat Cave auch einen Live-Auftritt), Until the End of the World und In weiter Ferne, so nah!. Cave war Co-Autor und Darsteller in dem Film Ghosts... of the Civil Dead (1989). Auch einige andere Lieder von ihm wurden für bekannte Filme verwendet wie People ain't no good in Shrek 2 und Red Right Hand in Scream und Dumm und Dümmer. Für Scream 3 schrieb er eine neue Fassung von Red Right Hand.
1989 veröffentlichte Cave seinen Roman And the Ass Saw the Angel (dt. Und die Eselin sah den Engel).
1996 brachten Cave und die Bad Seeds das Album Murder Ballads heraus, wie der Titel suggeriert, ein Album mit Songs über Mord. Das Duett mit Kylie Minogue, "Where The Wild Roses Grow", wurde ein Hit, ebenso Henry Lee zusammen mit PJ Harvey.
Im Frühjahr 2003 gab Blixa Bargeld bekannt, dass er die Bad Seeds verlässt. Über mögliche Gründe, wie Spannungen in der Band wegen zu geringem Einfluss bei der Mitgestaltung der Songs, kann nur spekuliert werden. Blixa Bargeld selbst gab in Interviews an, er wolle in Zukunft mehr Zeit seiner Band "Einstürzende Neubauten" widmen.
Großen Einfluss auf die Musik der Bad Seeds läßt sich Nick Caves Jugendfreund Mick Harvey zuschreiben. Zusammen komponierten sie mehrere Songs, so auch den Klassiker "The Mercy Seat". Wie ein großer Bruder stand Mick Harvey Nick Cave in dessen schlimmsten Zeit, während dem Kampf gegen die Drogen, bei. Wie alle Mitglieder der Bad Seeds betätigt sich auch Mick Harvey in anderen Projekten und wirkte beispielsweise an der Platte "Huh Huh Her" von PJ Harvey mit und veröffentlichte bisher zwei Soloalben mit Coverversionen.
Im Jahr 2004 veröffentlichte Nick Cave mit seiner Band das vielbeachtete Doppelalbum "Abbatoir Blues/The Lyre of Orpheus". Erstmals wirkte ein Gospelchor auf einer Nick-Cave-Platte mit. Die große Fülle an Songs manifestieren die Vielfältigkeit im Schaffen des australischen Songwriters. Einflüsse aus Gospel, Blues, Country und Punk verbinden sich zu einem Sammelsurium von Zitaten der Popkultur. Thematisch bewegen sich die Texte wieder im altbekannten Rahmen: Gott, Erotik, Gewalt, Liebe und Hoffnung. In "Get ready for love" ironisiert Nick Cave aufgetragene Gottesfürchtigkeit. Den antiken Orpheus-Mythos greift er ironisierend auf und verwandelt ihn in einen seiner "Comicsongs". Orpheus singt so schrecklich, dass die Vögel des Himmels explodieren, Hasen sich panisch die Köpfe einrennen; und selbst Gott verliert seine Geduld, schwingt seinen Hammer und drischt den Sänger in die Unterwelt.
Im Jahr 2005 schrieb Nick Cave das Drehbuch und den Soundtrack zum Western "The Proposition" (in der Hauptrolle Guy Pearce), der unter anderem auf der Berlinale im Februar 2006 vorgeführt wurde.
Neben der Bibel lassen sich viele andere literarische Einflüsse in seinen Texten wiederfinden, wie zum Beispiel Nabokov, Dostojewskij, Faulkner, Dylan Thomas, Bob Dylan. Zu seinen musikalischen Vorbildern zählen Johnny Cash, Bob Dylan, Leonard Cohen, John Lee Hooker. Er arbeitete u.a. mit Die Haut, Anita Lane (seine Muse aus Down-Under-Zeiten), Lydia Lunch und den Dirty Three zusammen. Johnny Cash, der schon eine grandiose Coverversion von Nick Caves "The Mercy Seat" einspielte, nahm ein Duett mit Nick Cave auf, eine Version von Hank Williams "I am so lonesome, I could cry". Seine Liedtexte finden sich in den Anthologien "King Ink", "King Ink II" und "The Complete Lyrics 1978 - 2001". Außerdem existiert ein Tourfilm: "The Road to God Knows Where" (1990), die Dokumentation einer US-Tour in B-Movie-Schwarz-Weiß-Qualität.
Alben
Rockmusiker | Rocksänger | Schauspieler | Autor | Australier | Geboren 1957 | Mann
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