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Der Nichtangriffspakt von Gijón, auch bekannt als Schande von Gijón, bezeichnet das Skandalspiel am 25. Juni 1982 zwischen den Fußball-Nationalmannschaften aus der Bundesrepublik Deutschland und Österreich im abschließenden Gruppenspiel der Vorrunde der Fußball-Weltmeisterschaft 1982 in Spanien vor 41.000 Zuschauern im Gijóner Stadion.

Da das andere Gruppenspiel zwischen Chile und Algerien bereits beendet war, sah die Tabelle vor Anpfiff von Deutschland – Österreich folgendermaßen aus (Zwei-Punkte-Regel):

Spiele Tore Punkte
1. Österreich 2 3 : 0 4 – 0
2. Algerien 3 5 : 5 4 – 2
3. Deutschland 2 5 : 3 2 – 2
4. Chile 3 3 : 8 0 – 6

Beiden Mannschaften wussten daher bereits vor Beginn des Spiels, dass ihnen ein knapper Sieg des deutschen Teams zum Einzug in die Zwischenrunde reicht. Entsprechend begnügten sich beide Mannschaften nach dem 1 : 0 für Deutschland durch Horst Hrubesch in der 11. Minute damit, den Ball im Mittelfeld hin und her zu spielen.

Der Kommentator Eberhard Stanjek weigerte sich daraufhin, das Spiel weiter zu kommentieren. Die Algerier fühlten sich um ihren Einzug in die nächste Runde betrogen, das spanische Publikum auf den Rängen wedelte mit Geldscheinen, um die vermutete Bestechung anzudeuten. Es handelte sich dabei aber offenbar um keine aktive Bestechung, sondern um ein stillschweigendes Übereinkommen, das für beide Seiten günstige Ergebnis (spieltheoretisch eine "Win-Win-Situation") nicht mehr zu ändern.

Paul Breitner, damals (in der ersten Halbzeit) für Deutschland auf dem Platz, sagte 2006 in einer ZDF-Sendung, dass das damalige Verhalten nicht verwerflich sei, schließlich würde jede Mannschaft irgendwann einmal beginnen, ein Ergebnis zu „verwalten“. Die deutsche sowie die österreichische Mannschaft hätten damit eben nur früher als normal angefangen.

Als Konsequenz aus diesem Spiel finden die letzten Gruppenspiele bei jedem internationalen Turnier seit der Europameisterschaft 1984 immer gleichzeitig statt.

Mahmud Darwisch geht in seinem Werk „Erinnerung für das Vergessen“ auf die arabische Reaktion auf den Nichtangriffspakt von Gijón ein.

Vergleichbare Spiele


10 Jahre zuvor standen sich im Spiel um den 3. Platz bei den Olympischen Spielen die DDR und die UdSSR gegenüber. Nach 90 Minuten stand es 2:2 und es kam zur Verlängerung. Da dabei die Regel galt, dass beide Mannschaften die Bronzemedaille erhalten würden wenn es nach 120 Minuten immer noch remis stand, ging keine der beiden Mannschaften ein Risiko ein und so kam es zu dem vorherzusehenden Resultat. 1986 beklagten sich die Dänen, dass sich die deutsche Mannschaft im letzten Gruppenspiel der WM in Mexiko von ihnen ohne Gegenwehr mit 2:0 besiegen ließen, um den als stärker eingeschätzten Spaniern im Achtelfinale aus dem Weg zu gehen. Dänemark verlor das Spiel gegen Spanien dann mit 1:5, während Deutschland erst im Finale Argentinien unterlag. Am 10. Dezember 1997 schlossen in der Champions-League der AS Monaco und Bayer Leverkusen beim Stand von 2:2 nach 80 Minuten Spielzeit einen ähnlichen Nichtangriffspakt Rhein-Zeitung: http://rhein-zeitung.de/on/97/12/11/sport/news/bayer.html.

Quellen


Besonderes Fußballspiel | Fußball-Weltmeisterschaft 1982 | Sport (Österreich) | Sport (Deutschland) | 1982

 

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