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Ngô Đình Diệm (Hán nôm 吳廷琰) (* 3. Januar 1901 in Hue; † 2. November 1963) war der erste Präsident der Republik Südvietnam 1955-63. In der westlichen Welt ist er kurz als (Präsident) Diem bekannt, obwohl dies eigentlich sein Vorname ist (der Familienname wird nach vietnamesischer Art zuerst genannt).

Diem wurde in der Stadt Hue, der alten Hauptstadt der Nguyen-Dynastie, geboren. Die Familie Ngô gehört zum katholischen Adel Vietnams. Er war Beamter in der Regierung von Kaiser Bao Dai bis zum Zweiten Weltkrieg. Er war ein glühender Nationalist und Anti-Kommunist, sein Bruder Pierre Martin Ngo Dinh Thuc war Erzbischof von Hue.

Im Jahre 1945 kam es zu Konflikten mit den antifranzösischen kommunistischen Truppen, die mehr und mehr die Macht in Vietnam übernahmen. Diem wurde eingesperrt und ging später ins Exil nach China. Nach seiner Rückkehr lehnte er es ab, sich der kurzlebigen Nachkriegsregierung von Ho Chi Minh anzuschließen und ging ins Exil in die USA. Im Jahre 1954, nach dem Rückzug der Franzosen, wurde er durch Kaiser Bao Dai zum Premierminister von Südvietnam ernannt. Er lehnte die Genfer Konferenz (1954) ab, in welcher beschlossen wurde, Wahlen durchzuführen und Vietnam wiederzuvereinigen. Mit einem Referendum im Jahr 1955 schaffte er die Monarchie ab und erklärte sich zum Präsidenten von Südvietnam.

Sein Regierungsstil war autoritär und korrupt, so wurden beispielsweise hunderte Buddhisten verhaftet und hingerichtet. Er schwächte damit die Kraft der Buddhisten im Kampf gegen den Kommunismus und machte deren späteres Zusammengehen möglich (1966). Zudem schwächte er durch die Vernichtung der kaiserlichen Garde und kaisertreuer buddhistischer Truppen bzw. Milizen die Selbstverteidigungskräfte Vietnams im Kampf gegen den Kommunismus wesentlich. Seine Ablehnung einer Bodenreform trug dazu bei, dass Diem in der Bevölkerung zunehmend unpopulär wurde. Trotzdem unterstützten ihn die USA fortwährend, vor allem deshalb, weil durch Diems Machtübernahme der französische Einfluß auf Kaiser Bao ersetzt worden war. Südvietnam wurde dadurch von den USA vollständig abhängig und war ohne deren Hilfe nicht überlebensfähig. Die Amerikaner hatten ursprünglich gehofft, daß Diem ein charismatischer Gegenpol zu Ho Chi Minh sein könnte. In den sechziger Jahren begann auf der Seite der Amerikaner allerdings ein Meinungsumschwung, weil offensichtlich wurde, dass das Fehlen demokratischer Strukturen, das Nichtdurchführen der Landreform und die ausufernde Korruption in Diệms Regierung dem Fortkommen Südvietnams schadeten.

Im Jahr 1963, nach der blutigen Niederschlagung einer Demonstration von buddhistischen Mönchen, bei der auch einige der Mönche Selbstmord begingen, verlor Diem letztlich die amerikanische Unterstützung. Eben der buddhistische Aufstand hatte den USA gezeigt, daß Diem an der Spitze Südvietnams offenbar nicht länger für Stabilität im Sinne Washingtons sorgen könnte. Der US-amerikanische Botschafter in Saigon, Henry Cabot Lodge, verweigerte danach ein Treffen mit Diem und riet Millitäroffizieren, Diem abzusetzen. Dies geschah in einem von den USA unterstützten Militärputsch von ARVN-Generälen, die Diem, seinen jüngeren Bruder (Dinh Nhu) und andere Mitglieder der Regierung hinrichteten.

Die amerikanische Führung drückte ihre Empörung über die Tötung Diems aus, aber mittlerweile ist durch die Einsicht von Dokumenten klar geworden, dass sie die Putschisten in keiner Weise von der Hinrichtung Diems abhalten wollten.

US-Präsident Lyndon B. Johnson erklärte Diem zum Churchill des Jahrzehnts.

Siehe auch


Literatur


  • Frances Fitzgerald: Fire in the Lake: The Vietnamese and Americans in Vietnam. Boston 1972, ISBN 0-31-615919-0, ISBN 0-67-972394-3, ISBN 0-31-628423-8.
  • Robert Mann: A Grand Delusion: America's Descent into Vietnam. New York 2001; ISBN 0-46-504370-4, ISBN 0-46-504369-0.

Mann | Vietnamese | Politiker (Vietnam) | Indochinakrieg | Vietnamkrieg (Person) | Geboren 1901 | Gestorben 1963

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