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Wappen Karte
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Neuwied_Stadtwappen.png Neuwied_in_Deutschland_Karte.png
Basisdaten
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Bundesland: Rheinland-Pfalz
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Ehem. Regierungsbezirk: Koblenz
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Kreis: Neuwied
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Geografische Lage:
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Höhe: 60 m ü. NN
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Fläche: 86,5 km²
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Einwohner: 66.455 (30. Juni 2005)
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Bevölkerungsdichte: 768 Einwohner je km²
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Postleitzahl: 56501-56567
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Vorwahl: 02631 und 02622
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Kfz-Kennzeichen: NR
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Gemeindekennzahl: 07 1 38 045
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Stadtgliederung: 13 Stadtteile
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Adresse der
Stadtverwaltung:
Engerser Landstr. 17
56564 Neuwied

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Website: www.neuwied.de
Politik
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Oberbürgermeister: Nikolaus Roth (SPD)

Neuwied ist eine große kreisangehörige Stadt und Kreisstadt des Landkreises Neuwied im Norden von Rheinland-Pfalz, etwa zehn Kilometer nordwestlich von Koblenz.

Geografie


Geografische Lage

Neuwied_from_the_Rhine.jpg Neuwied liegt am rechten Ufer des Rheins, am Fuß des Westerwalds, in Höhe der Mündung des Flusses Wied. Im Gegensatz zu den sonst schmalen Tälern des Mittelrheins weichen die Berghänge im Neuwieder Becken einige Kilometer zurück.

Ausdehnung des Stadtgebiets

Das Stadtgebiet hat eine Fläche von 86,5 Quadratkilometer. Es umfasst etwa die rechtsrheinische Hälfte des Beckens von der Saynmündung stromabwärts, sowie die ersten Höhenlinien des Westerwalds.

Das Gebiet der Innenstadt ist Teil eines alten Nebenarmes des Rheins, und in höchstem Maße hochwassergefährdet. Im schwersten Hochwasser (1784) stand das Wasser über vier Meter hoch in den Straßen. Nach drei schweren Hochwassern 1920, 1924 und 1925/1926 begannen Planungen für einen Deichbau, der den gesamten alten Rheinarm absperren sollte. Bereits 1931 wurde dieser Deich fertiggestellt.

Stadtgliederung

Neben der Innenstadt besteht Neuwied aus den Stadtteilen Altwied, Block, Engers, Feldkirchen mit den Ortsteilen: Wollendorf, Gönnersdorf, Hüllenberg und Fahr; Gladbach, Heddesdorf mit dem Isenburger Hof, Heimbach-Weis, Irlich, Niederbieber-Segendorf, Oberbieber, Rodenbach und Torney.

Geschichte


Als barocke Neugründung ist Neuwied im Vergleich zu anderen rheinischen Städten relativ jung, aber es steht auf geschichtsträchtigem Boden.

Vorgeschichte und Römerzeit

Der älteste Nachweis menschlicher Besiedlung auf dem Gebiet der heutigen Stadt Neuwied ist ein eiszeitliches Jägerlager, das bei Grabungen im Stadtteil Feldkirchen (in der Gemarkung des Ortsteiles Gönnersdorf) entdeckt und auf das 10. Jahrtausend v. Chr. datiert wurde. Heute sind die Funde aus diesen Ausgrabungen im Eiszeit-Museum Monrepos (in der ehemaligen Sommerresidenz der Fürsten zu Wied) im Stadtteil Segendorf ausgestellt.

Spätestens seit keltischer und römischer Zeit war das Gebiet permanent besiedelt. Bodenfunde weisen darauf hin, dass Julius Caesar seinen zweiten Rheinübergang, den er in De Bello Gallico erwähnt, um 55 v. Chr. mit Hilfe einer Pionierbrücke ausführte, deren rechtsrheinischer Brückenkopf auf Neuwieder Gebiet lag. Vom 1. bis zum 3. Jahrhundert bestanden römische Kastelle (Heddesdorf, Niederbieber), die der Sicherung des römisch-germanischen Limes dienten, welcher, den Rheinhöhen folgend, durch das heutige Stadtgebiet verlief. Nach der Rückverlegung der Grenze an den Rhein im Jahr 260 bestand im Stadtteil Engers ein kleines Kastell, das der römischen Rheinflotte als Stützpunkt diente.

Das Stadtgebiet im Mittelalter

Nach dem Abzug der römischen Legionen wurde das Stadtgebiet ab dem 5. Jahrhundert Teil des fränkischen Machtbereichs. Einige Stadtteile Neuwieds sind bereits 773 urkundlich erwähnt. Die Dokumente aus dem 8. Jahrhundert ordnen das Stadtgebiet dem Engersgau zu. Die Gaugrafen nannten sich ab 1129 Grafen von Wied. Später zerfiel der Engersgau. Nach dem Aussterben der ersten Grafen von Wied 1244 und der darauf folgenden Zersplitterung brachte Graf Wilhelm von Isenburg-Braunsberg (später Wied) das spätere Stadtgebiet unter seine Kontrolle. Engers erhielt 1357 Stadtrecht, fiel aber nach kriegerischen Auseinandersetzungen an Kurtrier. Residenz der Grafschaft Wied war die Burg Altwied.

Die Stadtgründung

Die Grafschaft war im Dreißigjährigen Krieg weitgehend verarmt. Von der Teilhabe am Rheinhandel versprach sich Graf Friedrich III. zu Wied 1646 wirtschaftliche Impulse. Daher ließ er an der schmalen, wegen häufiger Überschwemmungen eigentlich ungünstig gelegenen Rheinfront seiner Grafschaft, an der Stelle des zerstörten Weilers Langendorf eine kleine Befestigungsanlage errichten. Für das Haus Newen Wiedt und für die kleine Siedlung, die es umgab, erwirkte er 1653 die Verleihung der Stadtrechte von Kaiser Ferdinand III. Dieses Jahr gilt als Gründungsdatum der Stadt Neuwied. Der Graf verlegte seine Residenz hierher, die aber 1694 während des Pfälzischen Erbfolgekriegs von französischen Truppen zerstört wurde. 1706 wurde mit dem Bau der heutigen dreiflügeligen Schlossanlage begonnen.

Toleranz, Aufklärung und Industrialisierung

Um mehr Bewohner in die nur langsam wachsende Stadt zu locken, verlieh ihr der Graf 1662 ein Stadtrechtsprivileg, das den Einwohnern von Neuwied zahlreiche Freiheiten garantierte, darunter das Recht der Magistratswahl, der niederen Gerichtsbarkeit, der Steuererhebung der Freiheit von Frondiensten und - außergewöhnlich für die damalige Zeit - das Recht auf weitgehende Religionsfreiheit.

Insbesondere die Politik religiöser Toleranz, die auch von den Nachfolgern Friedrichs III. beibehalten wurde, lockte zahlreiche Zuwanderer in die junge Stadt, und sie machte Neuwied im 17. und 18. Jahrhundert zu einer Besonderheit unter den deutschen Städten. In der religiösen Freistatt war der reichsrechtliche Grundsatz "cuius regio, eius religio", nach welcher allein der Landesherr das religiöse Bekenntnis seiner Untertanen bestimmte, weitgehend außer Kraft gesetzt. Unter dem Grafen Johann Friedrich Alexander - seit 1784 in den Reichsfürstenstand erhoben und ein Vertreter des Aufgeklärten Absolutismus - lebten im 18. Jahrhundert Angehörige von sieben verschiedenen Religionsgemeinschaften in Neuwied: Calvinisten (denen auch das Grafenhaus angehörte), Lutheraner, Katholiken, Mennoniten, Inspirierte, Herrnhuter und Juden.

Die an anderen Orten verfolgten Zuwanderer brachten vielfach neue Gewerbezweige und Fertigkeiten mit, die Neuwied eine wirtschaftliche Blüte bescherten und zu einer vergleichsweise frühen Industrialisierung verhalfen. Die Möbel aus der Manufaktur der Herrnhuter Abraham und David Roentgen oder die kunstvollen Uhren von Peter Kinzing waren an den Fürstenhöfen ganz Europas gefragt. Das von Graf Johann Friedrich Alexander 1738 gegründete und bis heute bestehende Hüttenwerk Rasselstein - seit 1784 im Besitz des Unternehmers Wilhelm Remy - entwickelte sich zu einem der führenden deutschen Stahl- und Walzwerke. Dort wurden unter anderem die Schienen für die erste deutsche Eisenbahnstrecke Nürnberg-Fürth hergestellt.

Das Ende der Stadt als wiedische Residenz kam mit den französischen Revolutionskriegen: In der Schlacht von Neuwied, die auf dem Arc de Triomphe in Paris vermerkt ist, errangen 1797 französische Revolutionstruppen unter General Lazare Hoche gegen die österreichische Armee, den ersten größeren Sieg in den Koalitionskriegen.

19. und 20. Jahrhundert

Im Zuge der Säkularisation und der Mediatisierung nach dem Reichsdeputationshauptschluss von 1803 fiel zunächst der kurtrierische Teil des heutigen Stadtgebiets und 1806 auch das wiedische Gebiet und dessen Residenzstadt an das Herzogtum Nassau. 1815 wurde das gesamte Stadtgebiet Preußen zugeschlagen. Neuwied wurde Verwaltungssitz des gleichnamigen preußischen Landkreises innerhalb der Rheinprovinz; die Grafen übten aber noch bis 1848 Rechte als Standesherren aus. Im 19. Jahrhundert war Neuwied nicht nur als Industriestandort sondern auch als Schulstadt mit angesehenen Erziehungsanstalten von überregionaler Bedeutung. Seit 1870 hatte Neuwied Anschluss an die rechtsrheinische Eisenbahnlinie und 1918 wurde die Urmitzer Eisenbahnbrücke zwischen Engers und Urmitz fertig gestellt. Neuwieder_Brücke_1975.jpg Zu Beginn des 20. Jahrhunderts erfuhr die Stadt eine deutliche Vergrößerung, als 1904 die Nachbargemeinde Heddesdorf eingemeindet wurde. Deren früherer Bürgermeister Friedrich Wilhelm Raiffeisen hatte zu den Begründern des deutschen Genossenschaftswesens gehört. Um Neuwied vor den fast alljährlichen Hochwasserkatstrophen zu schützen, wurde auf Initiative des Bürgermeisters Krups (Denkmal auf dem Deich), von 1928-1931 ein 7,5 Kilometer langer Deich angelegt, dessen Bau auch als Arbeitsbeschaffungsmaßnahme während der Weltwirtschaftskrise diente. 1935 folgte der Bau der ersten Brücke, die Neuwied mit dem linken Rheinufer bei Weißenthurm verband. In der Zeit des Nationalsozialismus wurden zahlreiche Angehörige der jüdischen Gemeinde deportiert und ermordet und Anhänger der in Neuwied traditionell stark vertretenen Freikirchen verfolgt. Im Zweiten Weltkrieg wurde die Stadt zu 18 Prozent von Bomben zerstört.

Seit 1946 gehören die Stadt und der Landkreis Neuwied zum Land Rheinland-Pfalz. In der Nachkriegszeit gewann Neuwied seine Bedeutung als mittlerer Industriestandort zurück. Die Stadt verfügt heute über ausgedehnte Gewerbegebiete mit guter Verkehrsanbindung, unter anderem über einen Rheinhafen. Im Jahr 1969 wurde der Nachbarort Irlich eingemeindet. Im darauffolgendem Jahr 1970 wurden die Städte Engers und Neuwied sowie die Gemeinden Heimbach-Weis, Gladbach, Oberbieber, Niederbieber-Segendorf (mit Rodenbach), Altwied und Feldkirchen (Fahr, Gönnersdorf, Wollendorf, Hüllenberg) zu einer neuen "Stadt Neuwied" zusammengeschlossen.

Eingemeindungen

  • 1. April 1904: Heddesdorf
  • 7. Juni 1969: Irlich
  • 7. November 1970: Altwied, Engers, Feldkirchen, Gladbach, Heimbach-Weis, Niederbieber-Segendorf (mit Rodenbach, 1969 in Niederbieber-Segendorf eingemeindet) und Oberbieber

Einwohnerentwicklung

In der frühen Neuzeit hatte Neuwied nur wenige tausend Einwohner. Die Bevölkerung wuchs nur langsam und ging durch die zahlreichen Kriege, Seuchen und Hungersnöte immer wieder zurück. Erst mit dem Beginn der Industrialisierung im 19. Jahrhundert beschleunigte sich das Bevölkerungswachstum. Lebten 1831 erst 5.600 Menschen in der Stadt, so waren es 1905 bereits 18.000.

Bis 27. Mai 1970 stieg die Bevölkerungszahl auf 31.400 und verdoppelte sich dann durch zahlreiche Eingemeindungen umliegender Orte am 7. November 1970 auf 63.000. Am 30. Juni 2005 betrug die „Amtliche Einwohnerzahl“ für Neuwied nach Fortschreibung des Statistischen Landesamtes Rheinland-Pfalz 66.455 (nur Hauptwohnsitze und nach Abgleich mit den anderen Landesämtern) - historischer Höchststand.

Die folgende Übersicht zeigt die Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand. Dabei handelt es sich um Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen des Statistischen Landesamtes. Die Angaben beziehen sich ab 1871 auf die „Ortsanwesende Bevölkerung“, ab 1925 auf die Wohnbevölkerung und seit 1987 auf die „Bevölkerung am Ort der Hauptwohnung“. Vor 1871 wurde die Einwohnerzahl nach uneinheitlichen Erhebungsverfahren ermittelt.

Jahr Einwohner
1. Dezember 1831 ¹ 5.635
1. Dezember 1840 ¹ 5.995
3. Dezember 1855 ¹ 7.130
1. Dezember 1871 ¹ 8.664
1. Dezember 1875 ¹ 9.500
1. Dezember 1880 ¹ 9.700
1. Dezember 1885 ¹ 10.192
1. Dezember 1890 ¹ 11.062
2. Dezember 1895 ¹ 10.596
1. Dezember 1900 ¹ 11.011
1. Dezember 1905 ¹ 18.177
Jahr Einwohner
1. Dezember 1910 ¹ 19.104
1. Dezember 1916 ¹ 16.382
5. Dezember 1917 ¹ 16.446
8. Oktober 1919 ¹ 18.676
16. Juni 1925 ¹ 20.432
16. Juni 1933 ¹ 21.540
17. Mai 1939 ¹ 21.551
31. Dezember 1945 20.259
29. Oktober 1946 ¹ 20.483
13. September 1950 ¹ 24.284
25. September 1956 ¹ 25.920
Jahr Einwohner
6. Juni 1961 ¹ 26.359
31. Dezember 1965 27.308
27. Mai 1970 ¹ 31.400
31. Dezember 1975 62.029
31. Dezember 1980 60.485
31. Dezember 1985 58.471
25. Mai 1987 ¹ 60.261
31. Dezember 1990 62.075
31. Dezember 1995 67.374
31. Dezember 2000 67.057
30. Juni 2005 66.455
¹ Volkszählungsergebnis

Politik


Stadtrat

Der Stadtrat setzt sich wie folgt zusammen: CDU (22 Sitze), SPD (17 Sitze), FWG (4 Sitze), Grüne (3 Sitze) und FDP (2 Sitze). Ein Bürgerblock aus CDU, FWG und FDP besitzt die Ratsmehrheit.

Bürgermeister

Oberbürgermeister der Stadt Neuwied ist Nikolaus Roth (SPD), Bürgermeister Reiner Kilgen (CDU). Beigeordnete sind Bernhard zur Hausen (CDU) und Jürgen Moritz (SPD).

Städtepartnerschaften

Kultur und Sehenswürdigkeiten


Theater

Neuwied ist Sitz der Landesbühne Rheinland-Pfalz, die im Schlosstheater ein dauerhaftes Theaterangebot abwechslungsreiches Programm aus Klassikern und modernen Stücken, Revuen und Jugendtheater unterhält. Darüber hinaus finden jeden Sommer Freilichtfestspiele in der alten Prämonstratenserabtei Rommesdorf statt.

Museen

Die Galerie in der ehemaligen Mennonitenkirche bietet wechselnde Ausstellungen mit regionalen und überregionalen Künstlern. Im Kreismuseum wird die Lokalgeschichte mit besonderem Schwerpunkten auf den Arbeiten von Abraham und David Roentgen und dem Wirken von Friedrich Wilhelm Raiffeisen dargestellt.

Das Museum für die Archäologie des Eiszeitalters Monrepos ist eine Aussenstelle des Römisch-Germanischen Zentralmuseums und bietet Informationen über die Frühgeschichte. Im Sommer werden verschiedene Aktionen für Familien und Kinder durchgeführt.

Musik

In der Abtei Rommersdorf sind auch die "Kreuzgangkonzerte" (klassisch) und im November das Jazzfestival beheimatet. Im Stadtteil Engers befindet sich im sogenannten "Meisterhaus" die Landesmusikakademie, die genau wie die Landesstiftung Villa Musica im Schloss Engers Konzerte veranstaltet. Die Landesstiftung Villa Musica organisiert zusätzlich Open Air-Veranstaltungen zu klassischer Musik und ein jährliches Barockfest. Erwähnenswert ist auch die Kantorei der Marktkirche.

Für Jugendliche und junge Leute gibt es auch immer wieder Konzerte und andere Veranstaltungen; ein guter Teil davon wird vom lokalen Jugendbeirat und dem Kinder- und Jugendbüro organisiert.

Bauwerke

Raiffeisenbruecke Neuwied.jpg zwischen Neuwied und Weißenthurm]]

Das Schloss Monrepos wurde am 30.04.1969 abgebrannt,da eine Instandsetzung zu teuer war.Das Museum befindet sich im sog. Waldheim oder auch als Prinzessinnenhaus bekannt

Gedenkstätten für die Opfer des Nationalsozialismus

Am 23. November 1960 wurde am ehemaligen jüdischen Schulhaus eine Gedenktafel enthüllt. Dieses Schulgebäude wurde im Jahre 1980 abgerissen. Die Gedenktafel von 1960 wurde an einer Seitenwand des dort errichteten Neubaus angebracht und am 30. Juni 1983 erneut enthüllt.

Die 1748 erbaute Neuwieder Synagoge wurde durch die »Novemberpogrome 1938« stark beschädigt und kurz darauf abgerissen worden. Die Engerser Straße zwischen Schloßstraße und Theaterplatz wurde durch Beschluss des Stadtrats vom 30. Juni 1983 in »Synagogengasse« umbenannt.

Auf Antrag des Deutsch-Israelischen Freundeskreises in Neuwied wurden im Mai 1989 alle jüdischen Friedhöfe im Landkreis Neuwied unter Denkmalschutz gestellt. Auf dem wahrscheinlich über 400 Jahre alten jüdischen Friedhof im Neuwieder Stadtteil Niederbieber wurden symbolische Gräber für die jüdischen Bürger von Neuwied angelegt, die in Konzentrationslagern ums Leben kamen.

2003 wurden in der Innenstadt bronzene sogenannte "Stolpersteine" des Kölner Künstlers Gunter Demnig ins Pflaster vor Häusern eingelassen, in denen Opfer des Nationalsozialismus (v.a. Juden, Sinti und Roma) wohnten.

Parks

Der Zoo im Stadtteil Heimbach-Weis glänzt mit der größten Herde von Grauen Riesenkänguruhs außerhalb Australiens und erhält zur Zeit auch ein neues Affenhaus. Neben dem Tierpark erwähnenswert ist der Neuwieder Schlosspark und der Englische, sowie der Französische Garten der Abtei Rommersdorf.

Freizeit und Erholung

Freibäder gibt es in den Stadtteilen Feldkirchen (Wollendorf) und Oberbieber, ein Hallenbad in Heimbach-Weis; in der Kernstadt entsteht derzeit das Freizeitbad "Deichwelle", das 2007 fertiggestellt werden soll.

Sport

Neuwied ist eine der wenigen Städte in Rheinland-Pfalz, die über eine im Privatbesitz befindliche Eishalle verfügt. Der Eishockeyverein SC Mittelrhein-Neuwied "Die Bären" (Vorgänger: EHC Neuwied "Die Bären"), trägt hier seine Oberliga-Heimspiele aus, dass "Icehouse" Neuwied ist auch über die Stadtgrenzen hinaus ein beliebtes Freizeitziel. Andere beliebte Sportarten sind Fußball und Tennis in mehreren Vereinen und auf mehreren Plätzen, Schwimmen und auch Streethockey, sowie Golf mit einem eigenen 18-Loch-Platz. In Oberbieber befindet sich zudem das Landesleistungszentrum für Reitsport. Aufgrund von Problemen mit dem "Icehouse" in Neuwied (2006) wird sich der Eishockeyverein leider aller Voraussicht nach auflösen. Damit verliert die Stadt Neuwied einn seiner erfolgreichsten Sportarten und einen seiner größten "Werbeträger" (siehe auch unter SC Mittelrhein-Neuwied).

Regelmäßige Veranstaltungen

Ein alljährliches Großereignis ist die Heddesdorfer Pfingstkirmes, die ein breites Publikum aus dem ganzen Umkreis anlockt. Am dritten Pfingsttag findet, nach einem Wettritt der Heddesdorfer Burschen, der erstmalig 1669 urkundlich erwähnte Ritt zur Abtei von Rommersdorf und nach Engers statt, um dort symbolisch den fürstlichen Tribut einzutreiben. Bis heute wurde diese Tradition noch nie unterbrochen, da sonst das Tributrecht für immer verfiele.

Im Juli wird jedes Jahr das mehrtägige Deichstadtfest als großes Stadtfest in der Innenstadt begangen.

Seit 1953 findet im August/September die IHAGA statt, eine der größten Verbrauchermessen in Rheinland-Pfalz. Beliebt ist auch die "Neuwieder Kulturnacht", während der im Sommer verschiedenste Einrichtungen, Gastronomiebetriebe, Geschäfte usw. quer über die Stadt verteilt ihre Tore öffnen und diverseste kulturelle Veranstaltungen wie Hauskonzerte, Kunstausstellungen oder Theater und Kleinkunst bieten.

Der traditionelle rheinische Karneval ist in Neuwied durch verschiedene Umzüge und Saalveranstaltungen vertreten, vor allem aber durch den Umzug von Heimbach-Weis, den größten zwischen Köln und Mainz.

Wirtschaft und Infrastruktur


Wirtschaft

Neuwied ist eine industriell geprägte Stadt. Die herausragende Stellung der Baustoffindustrie des 20. Jahrhundert (Abbau von Bimsstein, Zementherstellung) ist zurückgegangen. Metallverarbeitung, Maschinenbau und Anlagenbau, Druckindustrie, Verbandmittelherstellung und Chemie haben die größten Anteile.

Ein Korruptionsskandal betrifft im Jahr 2006 auch Neuwied, als nach Pressemeldungen in SpiegelOnline bekannt wird, dass der Energieversorger "E.on Politikern nicht nur Ausflüge nach Spanien oder Norwegen bezahlte. Der Energie-Versorger kaufte außerdem in großem Stil Meilen aus dem Vielfliegerprogramm Miles&More von der Lufthansa und reichte diese an seine Kunden weiter. In diesem Zusammenhang war auch schon das beschauliche Neuwied in die Schlagzeilen geraten - allein an die Stadtwerke dort gingen 2004 Bonusmeilen im Gegenwert von 26.000 Euro."

Handel und Dienstleistungsangebote entsprechen der Stadtgröße als größeres Mittelzentrum (Banken, Groß- und Einzelhandel, Transportdienstleitungen, 2 Krankenhäuser).

Verkehr

Die Stadt hat Anschluss an die Bundesstraßen B 9, B 42 und B 256. Über die Bundesstraßen sind die Bundesautobahnen A 3, A 48 und A 61 in wenigen Minuten erreichbar. Neuwied liegt an der Eisenbahnstrecke Köln - Frankfurt am Main. Über Koblenz besteht Anschluß an die linksrheinischen Eisenbahnlinien und das Intercity-Netz. In Neuwied befinden sich des weiteren zwei Häfen für die Binnenschiffahrt und Schiffsanlegestellen für Ausflugsfahrten der Köln-Düsseldorfer-Personenschiffahrt in Richtung Mainz und Köln und für das einheimische Personenschiffahrts-Unternehmen Collee.

Bildung

Neuwied ist auch bekannt als "Stadt der Schulen". Hierzu zählen 4 Gymnasien, davon eines wirtschaftlich und ein weiteres technisch, 2 Realschulen, 3 Hauptschulen, eine Regionalschule, eine Duale Oberschule, 3 berufsbildende Schulen, eine Waldorfschule, 12 Grundschulen, Deutschlands einzige Bundesfachschule des Lebensmitteleinzelhandels, die Landesblindenschule, eine Gehörlosenschule und eine Reihe weiterer Schulen für verschieden behinderte Schüler. Hinzu kommen zwei Krankenpflegeschulen und eine Kinderkrankenpflegeschule.

Persönlichkeiten


Söhne und Töchter der Stadt

Persönlichkeiten, die vor Ort gewirkt haben

Literatur


  • Kurt Becker u. a., Heimatchronik des Kreises Neuwied, Köln 1966
  • Stadtverwaltung Neuwied (Hg.), 300 Jahre Neuwied. Ein Stadt- und Heimatbuch, Neuwied 1953
  • Walter Grossmann, Städtisches Wachstum und religiöse Toleranzpolitik am Beispiel Neuwied, in: Archiv für Kulturgeschichte 62/63 (1980/81), S. 207-232
  • Wilfried Ströhm, Die Herrnhuter Brüdergemeine im städtischen Gefüge von Neuwied, Boppard 1988
  • Johann Stephan Reck, Geschichte der gräflichen und fürstlichen Häuser Isenburg, Runkel, Wied verbunden mit der Geschichte des Rheintales zwischen Koblenz und Andernach von Julius Caesar bis auf die neueste Zeit, Weimar 1825
  • Werner Troßbach, "Im Kleinen ein ganz wohl eingerichteter Staat". Aufgeklärter Absolutismus in der Grafschaft Wied-Neuwied, in Journal für Geschichte 5 (1985), S. 26-32
  • Stefan Volk, Peuplierung und religiöse Toleranz. Neuwied von der Mitte des 17. bis zur Mitte des 18. Jahrhunderts, in: Rheinische Vierteljahrsblätter 55 (1991), S. 205-231

Weblinks


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