Im normalen radioaktiven Zerfall treten keine freien Neutronen auf. Freie Neutronen müssen daher in Kernreaktionen erzeugt werden. Hierfür gibt es zahlreiche Möglichkeiten:
Radioaktive Neutronenquellen
Verwendung finden radioaktive
Alphastrahler und leichte
Nuklide mit kleiner
Kernladungszahl als
Target. Günstig sind
Deuterium und
Beryllium. Gebräuchlich sind daher Alpha-Beryllium-Quellen (ein Gemisch aus typischerweise
Radium,
Polonium oder
Americium und Beryllium), das über die Reaktion
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über hochangeregtes 13C Neutronen erzeugt, die allerdings in der Energie variieren; Nachteil: hoher Gammauntergrund!
Solche Quellen wurden vor allem in der Anfangsphase der
Kernphysik genutzt. Heute verwendet man sie zur Eichung von
Neutronendetektoren, zur
Aktivierung mit Neutronen sowie bei Sicherheitsuntersuchungen.
Nachdem an Hochfluss-Reaktoren ausgehend vom Isotop 238U Transurane hergestellt werden konnten, haben sich Plutonium-Beryllium-Quellen als Neutronenquellen etabliert. Das 239Pu emittiert ein Alphateilchen, das vom Beryllium eingefangen wird. Für die Quelle wird eine Legierung von Plutonium und Beryllium verwendet. Auch mit Americium (241Am) ist eine Neutronenquelle möglich.
Spontanspaltungs-Neutronenquellen
Auch hier werden mit einem Hochflussreaktor Nuklide hergestellt, die einer spontanen Spaltung unterliegen, zum Beispiel
Californium 252Cf mit einer
Halbwertszeit von 2,65 Jahren. Im Mittel werden 3 Neutronen je Spaltprozess abgegeben. Das Energiespektrum dieser Neutronen ist nahezu gleich dem aus der induzierten Kernspaltung.
Erzeugung freier Neutronen mit Teilchenbeschleunigern
Grundsätzlich kann bei jeder Kernreaktion, bei der genügend Energie zur Verfügung steht, mit der Emission von Neutronen gerechnet werden. Die erzielbaren Intensitäten sind größer als die radioaktiver Quellen; außerdem lassen sich durch geeignete Wahl der Reaktionen die Neutronenenergien variieren sowie teilweise monoenergetische Neutronen erzeugen. Eine Pulsung des Beschleunigerstrahls erlaubt
Flugzeitmessungen (Energiebestimmung der Neutronen möglich).
Mögliche Reaktionen und Beispiele sind
(p,n)-Reaktionen: 7Li + p 7Be + n
(d,n)-Reaktionen: 2H + 2H 3He + n (sog. dd-Reaktion); 2H + 3H 4He + n (sog. dt-Reaktion)
(,n)-Reaktionen: Alle Reaktionen der radioaktiven Quellen sind auch mit Alphateilchen aus einem Beschleuniger möglich.
Neutronenfreisetzung durch Bremsstrahlung und bei Schwerionen-Reaktionen
Werden
Elektronen auf einige 100 MeV beschleunigt, so erzeugen sie beim Auftreffen auf ein Target Bremsstrahlung. Diese hat Energien, die größer als die
Bindungsenergien der Neutronen in den Targetkernen ist. Neutronen werden dann über die Reaktion (gamma,n), den
Kernphotoeffekt, freigesetzt. Bei schweren Kernen ist auch
Photospaltung möglich mit anschließender
Neutronenemission.
Bei Schwerionenreaktionen (beispielsweise bei der Gesellschaft für Schwerionenforschung GSI in Darmstadt) werden hochangeregte schwere Kerne gebildet, die Neutronen und Gammastrahlung abgeben.
Kernreaktoren als Neutronenquellen
Bei der
Kernspaltung entstehen schnelle freie Neutronen, die durch
Moderierung zu
thermischen Neutronen werden können.
Spallations-Neutronenquellen
Als
Spallation bezeichnet man eine Kernreaktion, bei der hochenergetische Teilchen (Beispiel: Protonen von 500 MeV) einen Kern treffen, aus ihm zunächst ein oder mehrere Nukleonen heraussschlagen und zusätzlich den Kern aufheizen. Als Folge dieser Aufheizung "verdampfen" aus dem Kern weitere Nukleonen. Vorteil gegenüber einem Reaktor: abschaltbar; weniger radioaktiver Abfall.
Pyroelektrische Fusion
Bei der
Pyroelektrischen Fusion wird mithilfe pyroelektrischer Kristalle eine kalte Fusion erreicht, die Neutronen liefert. Diese Methode ist zwar als Energiequelle ungeeignet, aber als preisgünstige und transportable Neutronenquelle geeignet.
Siehe auch: Pyroelektrische Fusion in der englischen Wikipedia
Farnsworth-Hirsch-Fusor
Der
Farnsworth-Hirsch-Fusor ist eine Kernfusionsanlage, die ebenfalls nicht der Energieerzeugung, sondern der Neutronenerzeugung dient.
Kernphysik