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Neuschwabenland ist ein ca. 600.000 km² großes Territorium auf dem Kontinent Antarktika. Neuschwabenland wurde im antarktischen Sommerhalbjahr 1938-39 durch Bodenexpeditionen zu Fuß abgesteckt, aber auch durch Erkundungs- und Markierungsflüge der vom Mutterschiff Schwabenland mitgeführten beiden Flugboote vom Typ Dornier-Wal namens Boreas und Passat für das Deutsche Reich in Besitz genommen. Diese Expedition erfolgte unter Befehl von Kapitän Alfred Ritscher. Das Gebiet liegt heute im als Königin-Maud-Land bezeichneten Norwegischen Antarktisterritorium, dessen rechtlicher Status aufgrund des Antarktisvertrages ungeklärt ist.
1946/47 wurde von Admiral Byrd die „Operation Highjump“ durchgeführt, welche zum Großteil am entgegengesetzten Ende des Kontinents Antarktika stattfand. Die Expedition sollte insgesamt acht Monate dauern. Man wollte dadurch die Tauglichkeit amerikanischen Militärmaterials in der enormen Kälte, der es bei einem möglichen Krieges gegen die Sowjetunion ausgesetzt gewesen wäre, erforschen. Diese Expedition wird dennoch von Verschwörungstheoretikern oft im Zusammenhang mit Neuschwabenland gesehen, da Byrd knapp 4.000 Soldaten und mehrere Kriegsschiffe samt einem kompletten Versorgungssystem zur Verfügung hatte und die Unternehmung angeblich wegen „Verlusten“ abgebrochen werden musste, was oft als Beweis für Kampfhandlungen mit deutschen Truppen angesehen wird. Admiral E. Byrd wurde 1938 von der deutschen Polarschiffahrtsgesellschaft nach Hamburg zur „Urania“ eingeladen. Er stellte dort den Film „Mit Byrd zum Südpol“ vor. Unter den 82 geladenen Gästen befanden sich auch 54 Mitglieder der Schiffsbesatzung der „Schwabenland“. Jenes Schiffes welches 1938 zur Expedition nach Antarktika aufbrach.
Während der norwegischen Antarktisexpedition 1956-60 wurde das Gebiet topographisch neu aufgenommen und erhielt nun norwegische Bezeichnungen. Im Ergebnis entstand die Kartenserie „Dronning Maud Land 1:250.000“.
1961 dann errichtete die Sowjetunion auf dem Schelfeis in der Nähe der Schirrmacheroase ihre Forschungsstation „Lasarev“. Später setzte man diese Station in die Oase selbst um und sie firmierte nun unter dem Namen „Novolasarevskaja“. Eine weitere photogrammetrische Aufnahmereihe wurde geschossen und es wurde eine Kartenserie im Maßstab 1:100.000 aufgelegt.
In unmittelbarer Nähe dieser sowjetischen Station erbaute die DDR 1976 die „Georg Forster”-Station, die Ausgangsbasis für umfangreiche geodätische, geophysikalische, glaziologische, meteorologische und Forschungen in der Schirrmacheroase selbst sowie in den südlich gelegenen Gebirgsketten des Wohltatmassivs diente. Sie wurde 1996 aus Kostengründen vollständig abgebaut.
Seit 1981 betreibt Indien im Gebiet der Schirrmacheroase eine eigene Antarktisforschung. 1983 baute Neu-Delhi seine Schelfeis-Station „Dakshin Gangotri“ auf, die später, aufgrund großer Akkumulationsraten, aufgegeben werden musste und seit 1989 von der neuen Station „Maitri“ abgelöst wurde, die nun in der Schirrmacheroase drei Kilometer von „Novalaserevskaja“ entfernt steht.
Die bedeutendste Station auf Antarktika, neben weiteren kleineren anderer Länder, ist mit Abstand die Amundsen-Scott-Südpolstation der USA direkt neben dem geographischen Südpol, die mit großen Frachtflugzeugen von Südamerika aus versorgt wird - diese Flugzeuge sind auch für den halbjährlichen Personalwechsel der dortigen rein zivilen Besatzung verantwortlich.
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