Neuromancer ist der erste Teil einer gleichnamigen Trilogie, die auch unter dem Namen Sprawl-Series bekannt ist. Verfasst wurde es von dem Autor William Gibson und erschien 1984 in Amerika und ein Jahr später (1985) in Deutschland. Der Roman gilt als die geistige Grundlage des Cyberpunk.
Außerdem ist es die literarische Vorlage für ein 1988 (C64, DOS) bzw. 1990 (Amiga) erschienenes Computerspiel welches als eines der besten Hackerspiele gilt und bei seinem Erscheinen etliche Preise einheimste. Neuromancer ist außerdem der Titel eines Liedes von Billy Idol auf seinem von den Werken Gibsons stark beeinflussten Konzeptalbum mit dem beziehungsreichen Titel Cyberpunk. Chris Cunningham plant seit längerem eine Verfilmung, die Arbeiten an diesem Projekt sind jedoch bis auf Weiteres ausgesetzt worden.
William Gibsons Debütwerk erhielt diverse namhafte Auszeichnungen der Science-Fiction-Literatur:
Die Trilogie besteht neben Neuromancer aus den Romanen Biochips (englischer Titel "Count Zero") und Mona Lisa Overdrive. In diesen Romanen tauchen einige Personen aus Neuromancer wieder auf.
Das Buch handelt von den unmittelbaren Geschehnissen rund um die Hauptperson Case. Alles beginnt in der Stadt Chiba, in die der ehemalige Konsolen-Cowboy gereist ist, um sein Nervensystem reparieren zu lassen, da dies durch seinen ehemaligen Auftraggeber mit Hilfe eines Mykotoxin so beschädigt wurde, dass er nicht mehr in den Cyberspace einloggen kann. Case strandet jedoch erfolglos in Chiba und verdient sich seinen Unterhalt notdürftig mit diversen dunklen Machenschaften. Eines Tages wird er von Molly aufgespürt, die ihn für ihren Auftraggeber einspannt. Armitage (der Auftraggeber), dessen richtiger Name Colonel Willie Corto ist, bietet Case als Bezahlung an, sein Nervensystem wieder instand setzen zu lassen, wenn er den Auftrag annimmt.
Um Case unter Kontrolle und seine Arbeitsmoral aufrecht zu halten, werden dem Konsolen-Cowboy während der Operation sich langsam zersetzende Giftkapseln in den Blutkreislauf gespritzt, die bei Auflösung sein Nervensystem wieder in den vorherigen Zustand versetzen würden. Armitage, der sich später nur als eine Marionette der künstlichen Intelligenz (KI) Wintermute herausstellt, verspricht dem jungen Mann, dass diese Kapseln nach der Erfüllung des Auftrags wieder aus seinem Körper entfernt werden. Wintermutes Ziel ist es, sich mit seinem Zwilling, der KI Neuromancer zusammenzuschließen. Jeder Teil ist durch vorgegebenen Parameter seiner Schöpfer in seiner "Denkweise" eingeschränkt und nur der Zusammenschluss der beiden Teilsysteme in Form einer Super-KI kann die Schranken aufheben. Daraus entwickelt sich ein Abenteuer, das in mehreren Städten und im Orbit seinen Lauf nimmt.
Am Ende des Romans schafft es Wintermute, sich mit Neuromancer zu vereinigen und eine digitale Lebensform zu bilden, welche in der Matrix aufgeht.
Biochips, englischer Titel Count Zero, ist der zweite Roman der Neuromancer-Trilogie und wurde 1986 veröffentlicht.
Die Handlung spielt acht Jahre nach dem ersten Roman Neuromancer. In der Matrix ereignen sich seltsame Sachen, Voodoo-Götter sollen in ihr auferstanden sein. Durch die im Buch Neuromancer beschriebenen Ereignisse hat ein Teil der Matrix ein eigenständiges Bewusstsein entwickelt; doch scheinbar wurde dieses Bewußtsein zersplittert. Für dieses "Leben" im Cyberspace interessieren sich verschiedene Parteien aus unterschiedlichen Gründen. Der junge Hacker Bobby Newmark, alias Count Zero, wird in diese Geschehnisse wider seinen Willen verwickelt, nachdem er durch eine engelsähnliche Erscheinung in der Matrix vor dem Tod durch einen fehlgeschlagenen Hack gerettet wird.
Die sogenannten Biochips, die den deutschen Buchtitel liefern, sind Implantate im Gehirn, die dem Träger den Zugang zur Matrix ohne Nutzung eines Computers ermöglichen.
In diesem Teil werden mehrere Handlungsstränge abwechselnd verfolgt, so z.B. die Ereignisse um Kumiko, die von ihrem Vater, einem hohen Yakuza-Mitglied, aus Sicherheitsgründen nach England geschickt wird, und Mona, einer jungen Prostituierten, der sich der Weg zu einer Karriere als Schauspielerin aufzutun scheint.
Aus den beiden früheren Romanen kommen folgende Figuren vor:
Die Neuromancer-Trilogie schuf nicht nur eine neue Untergattung des Science-Fiction und prägte deren Vokabular, sondern beeinflußte auch einige Werke besonders stark.
Literarisches Werk | Literatur (20. Jh.) | Literatur (Englisch) | SF-Literatur | C64-Spiel | Amigaspiel | DOS-Spiel
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