Als Neurolinguistisches Programmieren (NLP, häufig auch Neurolinguistische Programmierung) wird eine vor allem von den Psychologen und Linguisten Richard Bandler und John Grinder zusammengestellte offene Methodensammlung zur Beschreibung der „Strukturen subjektiver Erfahrung“ bezeichnet. Der Begriff ist abgeleitet von Neuro (die Nerven(engramme)), Linguistik (Sprache) und Programmieren (zielgerichtete Anordnung von Informationsabläufen).
Wie bei anderen psychologischen Ansätzen, wird auch im NLP davon ausgegangen, dass menschliches Verhalten durch innere Prozesse strukturiert wird. Innere Prozesse können demnach dadurch beeinflusst werden, dass äußere Reize bestimmte Empfindungen auslösen, die wiederum durch innere Bilder oder Gefühle überlagert sind.
Als konstruktivistische Grundannahme ("Glaubenssatz") dient dabei die Auffassung, dass vor allem der sprachliche oder gedachte sprachliche Ausdruck (sog. innerer Dialog), die bildlichen Gedanken oder auch das Körpergefühl eines Menschen das subjektive Wahrheitsempfinden einer Person bestimmen. Dieses Empfinden stellt nach Auffassung der NLP einen Ausdruck innerer Modelle dar, mit deren Hilfe ein Mensch gedankliche Abbilder seiner Umwelt entwirft (sog. innere Landkarten) um sich sozial zu orientieren. Dieser Ansatz ist mit der von Vera F. Birkenbihl geprägten Analogie vergleichbar, jeder Mensch lebe auf sog. "Kommunikationsinseln", die die Wahrnehmung und das Weltbild eines jeden Menschen determinierten.
Glaubenssätze werden in der NLP-Terminologie mit dem englischen Wort Belief zur Grundsatzarbeit für die Ressourcenorientierung herangezogen und sind mit Glaubenssätzen im religiösen Kontext nicht zu vergleichen.
Ein fundamentales Instrument zu jedem nur denkbaren Arbeiten mit NLP sind zwei bewusst erlernbare Fähigkeiten zum Gegenüber Rapport ("einen Draht") herzustellen. Rapport wird durch die intuitive oder bewusste Anwendung von Führung und Anpassung im Gespräch hergestellt: Pacing spiegelt den Kommunikationspartner und basiert auf der Annahme, dass sich Menschen, die sich gut verstehen, einander angleichen (unter anderem in Tonfall, Lautstärke, Sprechtempo, Körperhaltung, Distanz, Direktheit des Auftretens). Leading hingegen eröffnet neue körpersprachliche oder tonale Signale um im Gespräch die Führung zu übernehmen. Dies muss nicht im selben Augenblick wie beim Gegenüber geschehen, sondern kann auch zeitversetzt ablaufen und sollte sich im Gespräch mit Pacing abwechseln. Priorität hat hierbei nicht die Manipulation des Gegenüber, sondern der bewusste emotionale Kontakt.
Diese Vorannahmen bilden die Voraussetzung für die Anwendbarkeit von NLP. Wenn beispielsweise die Vorannahme "Menschen haben alle Ressourcen in sich, ..." nicht erfüllt ist, weil die psychische Störung organische Ursachen hat, dann fehlt die Voraussetzung, um mit NLP-Methoden erfolgreich zu arbeiten.
NLP-Anwender gehen davon aus, dass es möglich und sinnvoll ist, einzelne Methoden aus unterschiedlichen psychologischen Schulen isoliert voneinander zu erlernen und gezielt zur Verbesserung von Kommunikation einzusetzen. Hierbei wird deutlich, dass die NLP kein in sich geschlossenes Lehrsystem darstellt. Den so genannten "NLP-Formaten" ist gemeinsam, dass sie sich an der Stärkung von inneren Ressourcen orientieren, aber auch, wie beispielsweise in der Psychoanalyse, den Schwerpunkt in die Aufarbeitung der Vergangenheit des Klienten setzen, mit besonderem Augenmerk auf Veränderungsarbeit in den kritischen Bereichen (Interventionen, z.B. HistoryChange, Neuprägung). Ressourcenstärkung dient zur Überwindung von Problemen, Schwellenängsten, Blockaden oder Störungen. Ergänzend hierzu wird großer Wert auf eine humanistische Haltung des Beraters in der Arbeit mit Klienten gelegt.
Der Klient kann mit Hilfe einiger NLP-Formate durch den Berater auch in eine leichte Trance (ohne bewusstseinserweiternde Elemente) geführt werden und in dieser Entspannung innere Bilder oder Gefühle betrachten. Das hängt vom Ziel der Intervention und den vorhandenen Ressourcen der Beteiligten (Berater und Klient) ab. Die wichtigsten Bestandteile im laufenden Prozess sind die Autosuggestion, das Dissoziieren, das Ankern und das Reframing.
Die eigentliche Arbeit in der NLP läuft entlang klar vorgegebener Handlungs- und Gesprächsformeln ab. Ein sog. "NLP-Format" enthält somit Anweisungen, die den Beratungsprozess qualifizieren. Das Instrument zur Prüfung auf soziale oder systemische Verträglichkeit (Verträglichkeit mit der Umwelt des Klienten) ist ebenfalls vorgegeben und wird Öko-Check genannt. Die Zukunftsabfrage auf Kongruenz (Übereinstimmung) mit den eigenen Wünschen hat ebenfalls eine bestimmte Form und heißt Future-Pace.
Die einzelnen Formate sind in Gruppen mit Hauptformaten zusammengefasst. Jede Gruppe enthält unterschiedliche Formate, zu ein und demselben Problemtypus des möglichen Klienten. Der NLP-Berater hat selbst zu entscheiden, welches Format ihm in der jeweiligen Situation hilfreich erscheint.
Die Vielzahl der möglichen Vorgehensweisen innerhalb der NLP unterscheidet die "Methode" auch grundsätzlich von anderen therapeutischen Vorgehensweisen. Sämtliche NLP-Formate entstammen klassischen Therapieformen oder sind in jahrelanger Arbeit durch sog. Modellierung (auch Benchmarking oder Kopieren genannt) entstanden. So gibt es Modelle zur positiven Umdeutung von Wahrnehmungen, zur Zielfindung, zum Ankern (auch klassische Konditionierung genannt), zur Veränderung von Submodalitäten (also gedanklicher Muster zur Erinnerung von wichtigen Vorgängen) und Arbeit mit gegebenen bzw. projizierten Abläufen in der Gedankenwelt oder dem realen Erleben des Klienten sowie verschiedene Strategiemodelle, mit denen Benchmarking oder Kreativitätstechniken erlernt werden.
Andere Formate des NLP nutzen das Reframing oder die Konklusion, paradoxer Sichtweisen um den Klienten aus unangenehmen Sichtweisen heraus zu entwickeln. Grundlage des NLP ist die Annahme, dass hinter jedem Ergebnis eine (oft unbewusste) Strategie steht, so dass auch einem "Misserfolg" eine Planung zugrunde liegt. Diese sog. "Meta-Programme", von denen angenommen wird, dass sie die zum Teil unbewussten Entscheidungsprozesse begleiten, sollen mit Hilfe zumeist verhaltenstherapeutischer Interventionen, gezielt verändert werden. Das Bewusstsein des Klienten soll dazu angeregt werden auf der Basis von zuvor visualisierten oder beschriebenen Zielen auch neue Strategien zu entwickeln. Da diese sich nach R. Bandler im Denken, also im Gehirn abspielen, geht es nun darum, Menschen beizubringen, wie sie mit ihren vorhandenen Ressourcen neue, hilfreiche Verhaltensweisen entwickeln können.
Der Begriff "Programmieren" versteht sich innerhalb der NLP nicht als manipulativ, da sämtliche Interventionen unter Abfrage der ethischen und moralischen Werte des Klienten abgestimmt werden. Dies geschieht gerade, weil sich NLP-Trainer durchaus der Tatsache bewusst sind, dass sich das Instrumentarium für manipulative Veränderungen beim Klienten eignen könnte, die diesem nicht bewusst sind. Solche unbewussten Manipulationen, die etwa Ziel von Verkaufsgesprächen oder Verhandlungen sein könnten (s. Verkaufspsychologie), sollen im NLP durch ethische Standards ausgeschlossen werden.
Ein anderes bekanntes Instrument aus der NLP zur Identifizierung bestimmter intrapersoneller Vorgänge ist die Analyse der Augenstellung des Klienten im Dialog. Je nachdem, wohin die Augen schauen wenn jemand nachdenkt, lässt sich, aufgrund der unsicheren Vermutung einer Gehirndominanz links/rechts annähernd schließen, mit welchem Sinn eine Person gerade besonders angesprochen wird oder ob sie sich gerade erinnert beziehungsweise eine Vision erarbeitet, während sie mit sich selbst im "inneren Dialog" steht.
Die zentrale Grundannahme der NLP setzt innere Vorgänge und innere Wahrnehmung des Menschen gleich und verwendet zur Diagnose psychologischer Störungen die Befunde aus einer Befragung des Klienten.
Hierbei liegt folgende Annahme zugrunde:
Der Mensch nimmt die Umwelt mit seinen 5 Sinnen wahr.
Zumeist nutzen Menschen einen oder zwei bevorzugte Sinneskanäle. Oft sind dies starke visuelle und teilweise akustische oder stark kinästhetische und leicht visuelle Repräsentationen.
Diese Prägung (Repräsentation) hat Auswirkungen auf die Höhe des Informationsverlustes bei einer ungerichteten Ansprache. Bestimmte Gerüche, Bilder, Wörter oder Gesten sind bei Menschen häufig mit ganz bestimmten Gedanken oder Gefühlen verknüpft. So kann der Geruch eines Parfüms beispielsweise mit Erinnerungen an eine Person, die dieses Parfüm trägt, verknüpft sein.
Die Technik des Ankerns versucht diese Gedankenverknüpfungen bewusst zu speichern. Nicht nur Gedanken lassen sich so "verankern", sondern auch Gefühle. Werden bei Glücksgefühlen bewusst bestimmte Gesten eingeübt, so lassen sich diese Gefühle später wieder mit diesen Gesten abrufen.
Zur besseren Merkfähigkeit in bewusst mehrkanaliger Kommunikation hat die NLP eine Abkürzung aus den Anfangsbuchstaben der wichtigsten Sinne geprägt: VAKOG steht hier für "visuell, auditiv, kinästhetisch, olfaktorisch und gustativ". Die haptische Wahrnehmung wird der Kinästhetik zugewiesen. Mit diesem "Kunstwort" ist es möglich, schnell zu überprüfen, ob man eine Botschaft für verschieden geprägte Menschen dennoch effektiv sendet beziehungsweise auf welchen Kanälen das Gegenüber bevorzugt agiert.
In der beratenden Arbeit oder der praktischen Personalentwicklung korrespondiert das NLP hierzu stark mit dem Sub-Modell der so genannten Vier Ohren von Schulz von Thun, der die Wahrnehmungsdimensionen der Sprache auf einfache Weise in 4 Bereiche einteilt.
Auf der Basis dieser Theorien wird NLP regelmäßig durch Konzepte aus der Praxis erweitert. So wurde z.B. von Roman Braun mit "Trinergy" NLP um neuere Modelle und Techniken der Kommunikation, und Veränderungsarbeit erweitert. Die theoretische Basis soll durch Miteinbeziehung von Systemtheorie und Ethik verbreitert werden. Aufgrund der multimodalen Struktur (Methodensammlung aus ca. 30 NLP-Formaten) ist eine generalisierende wissenschaftliche Anerkennung der NLP als Kommunikationshilfe kaum möglich, obwohl einzelne Methoden aus anerkannten wissenschaftlichen Schulen entlehnt sind. Die NLP versteht sich in diesem Sinne selbst als eine Art "Werkzeugkoffer", der die therapeutischen Möglichkeiten eines psychologischen Beraters erweitert.
Eine andere Herangehensweise will die sogenannte Neuro-Linguistische Psychotherapie (NLPt) ermöglichen; ein jüngerer Zweig der NLP, der sich derzeit (Stand 2005/2006) in Österreich zu etablieren beginnt und sich um eine ernsthafte Anerkennung der methodischen Grundlagen mit einer Integration der NLP in die systemische Therapieumgebung bemüht. Hier wird versucht die methodischen Mängel der allgemeinen NLP als Kommunikationspraxis zu überwinden und eine den Ansprüchen der therapeutischen Aufgabenstellung entsprechende Ausbildung mit wissenschaftlich anerkannten Standards innerhalb der Erweiterung konventioneller Verhaltenstherapie zu prägen. Die Anerkennung der NLPt als Psychotherapie im europäischen Rahmen ist bereits erfolgt. In Deutschland wurde ein Anerkennungsverfahren noch nicht begonnen.
Die NLP-Ausbildung ist international uneinheitlich geregelt, da die Methode offen für Erweiterungen ist. Es haben sich jedoch internationale und nationale Verbände etabliert, die vergleichbare Ausbildungsrichtlinien erlassen haben. Dabei werden die Mindestdauer (Anzahl von Stunden - meist über 130 Std. je Stufe- , evtl. auch von Tagen), die Mindestinhalte, die Testingkriterien sowie die Qualifikation der Trainer beschrieben. Die Verbandsmitglieder sind verpflichtet sich an diese Curricula zu halten und dürfen nur dann die entsprechenden Siegel verwenden. Mit diesen Siegeln wird auch die gegenseitige Anerkennung der Ausbilder von verschiedenen Instituten gewährleistet. Die Qualifikation der Siegelvergabe wird nicht auf das Institut, sondern auf die zugelassenen Trainer gelegt.
Nur drei Stufen der Ausbildung sind in den verschiedenen Verbänden gleich benannt, während jedoch die Inhalte zum Teil stark differieren:
In einigen Verbänden wurden Ausbildungen und Curricula als NLP-Therapeut und als Coach, DVNLP eingeführt. Andere Verbände unterscheiden zwischen "Trainer" (abgeschlossene Trainerausbildung) und "Lehrtrainer" (Zulassung um NLP-Ausbildungen durchzuführen), oder zwischen "Trainer" (abgeschlossene Trainerausbildung) und "Master Trainer" (besonders erfahrener, kompetenter Trainer). Neu ist eine Practitioner-Ausbildung mittels Blended Learning (E-Learning kombiniert mit Präsenztraining), die mit Curriculum seit März 2005 von der INLPTA verabschiedet wurde.
In Deutschland sind die NLP-Anwender in der DVNLP e.V. und der DG-NLPt e.V. (die therapeutische Schwesterorganisation der DVNLP) organisiert, in der Schweiz in der HANLP, in Österreich in der ÖDV-NLP. und der ÖBV NLP. In Österreich fällt der größte Teil der NLP Anwendungen unter das Gesetz für psychologische Beratung (Lebens- und Sozialberater).
Auf europäischer Ebene gibt es die EA NLPt mit professionellen psychotherapeutischen Ausbildungszertifizierungen.
Die Verbände sind als gemeinnützig anerkannt und dienen u.a. der Qualitätssicherung von NLP-Ausbildungen.
Robert Dilts, David Gorden und John Grinder treten bei verschiedenen Verbänden als Redner ("Keynote Speaker") auf, Richard Bandler ist Miteigentümer der "Society of NLP".
Aus Sicht der kritischen Wissenschaftstheorie ist NLP eine klassische Pseudowissenschaft, da zwar Elemente etablierter Theorien übernommen werden, die Lehre selbst jedoch keine präzisen Aussagen oder Prognosen macht und sich so der Überprüfbarkeit durch Verifikation und Falsifikation entzieht. NLP erweckt in diesem Sinne den Anschein der Wissenschaftlichkeit, ohne ihn einzulösen. Zudem wird von Kritikern eingewandt, die NLP-Methoden stimmten oft nicht mit denen der Psychologie überein. So habe etwa das sog. "Ankern" wenig mit dem klassischen Konditionieren gemein. Die NLP-Konzeption beschreibe keinen realen Konditionierungsmechanismus und könne daher lediglich symbolischen Wert haben. NLP-Kritiker weisen ferner darauf hin, dass NLP in der universitären Heilkunde praktisch keine Rolle spielt. Dadurch werde deutlich, dass es sich bei NLP im universitären Sinne nicht um eine ernstzunehmende psychologische/psychotherapeutische Schule handele und NLP auch nicht unter der Kontrolle des akademischen Betriebes stehe.
Es existieren einige Studien zur Wirksamkeit von NLP bzw. Teilbereichen der NLP, mit eher uneinheitlichen Ergebnissen (vgl. Datenbank auf NLP.de). Kritiker bemängeln, dass die meisten dieser Studien den Minimalanforderungen an einen Wirksamkeitsnachweis nicht genügen. Kriterien, wie sie üblicherweise an Evaluationsstudien gestellt werden (Kontrolliertheit, Randomisierung, Manualisierung, ansatzweise Verblindung u.ä.), werden oft grob verletzt. Insgesamt gesehen steht der Nachweis der Wirksamkeit von NLP oder einzelner NLP-Methoden (soweit diese nicht einfach aus anderen Verfahren übernommen wurden) daher aus.
NLP-Praktiker wenden ein, dass NLP keine neue wissenschaftliche Theorie begründe, sondern psychologische Sachverhalte auch für Nicht-Ärzte und Laien begreifbar machen und so eine entsprechende Praxisumsetzung ermöglichen wolle. Dennoch müssen aus wissenschaftlicher Sicht auch Aussagen der NLP bestätigt oder widerlegt werden können, wie etwa im Fall der "Augenbewegungshypothese". Dort wurde gezeigt, dass sich die Zusammenhänge nicht so monokausal darstellen, wie von der NLP vermittelt. Von Seiten der wissenschaftlichen Psychologie werden viele Aussagen der NLP angezweifelt oder gelten als widerlegt. Die veränderte Zielsetzung als "psychologischer Werkzeugkasten" für Laien rechtfertige keine Modifizierung der von der akademischen Psychologie entlehnten Methoden. Wenn kein Anspruch auf Wissenschaftlichkeit mehr erhoben werde, dann dürfe NLP auch nicht als Wissenschaft etikettiert werden.
Daneben bringen unqualifizierte Lebenshilfeberater NLP in die Kritik, die auch ohne Ausbildung zur Neurolinguistischen Psychotherapie (NLPt) vorgeben, therapeutische Interventionen vornehmen zu können. Die Inanspruchnahme einer NLP-Beratung, die über allgemeine Lebenshilfeberatung hinaus geht, gilt daher als problematisch. Experten weisen darauf hin, dass therapeutische Interventionen nur von entsprechend ausgebildeten Personen angewendet werden sollten, z.B. von Psychologen mit einer entsprechenden Weiterbildung zum Psychotherapeuten.
Da Elemente der NLP zum Teil tiefgreifende Veränderungsprozesse auslösen können, warnen Kritiker auch vor Nebenwirkungen von unqualifiziert angewendeter NLP-Methodik. Hintergrund ist die Tatsache, dass ein ausschließlich NLP-ausgebildeter Berater die fachkundliche Begleitung von Patienten mit starken psychischen Problemen in der Regel nicht leisten kann. Wenn diese Bedingungen nicht sorgfältig bedacht werden, kann grundsätzlich auch nicht mehr von NLP-Anwendung gesprochen werden, da die Ausbildungsrichtlinien klar vor therapeutischer Intervention ohne Grundausbildung als Psychologe warnen.
Von NLP-Kritikern wird nicht zuletzt darauf hingewiesen, dass viele der allgemeinen NLP-Programme mit esoterischen Lehren kombiniert werden, was nicht nur den Anspruch auf Wissenschaftlichkeit ausschließe, sondern auch zu einer Vermischung mit offensichtlich pseudowissenschaftlichen Lehren führe. Viele NLP-Befürworter weisen jedoch darauf hin, dass dies nur einzelne Anbieter betreffe, weshalb dies nicht eine allgemeine Kritik an NLP rechtfertige. NLP-Kritiker erklären dagegen, dass eine Trennung zwischen esoterischen und nichtesoterischen NLP-Programmen für den Ratsuchenden kaum möglich und die Grenzen hier schwimmend seien.
Die NLP-Verbände haben weitgehend einheitliche Ethik-Richtlinien veröffentlicht, denen sich zertifizierte NLP-Anwender verpflichten. Dabei variieren die Formulierungen von Verband zu Verband teilweise. Im Kern werden jedoch folgende Grundsätze postuliert (Quelle):
Das Instrument zur Prüfung auf soziale oder systemische Verträglichkeit geplanter Interventionen wird in der Fortbildung vorgegeben und als sog. Öko-Check ausgebildet. Die Zukunftsabfrage auf Kongruenz mit den eigenen Wünschen heißt im NLP-Jargon Future-Pace.
Ärztliche und psychotherapeutische Lehrtrainer im NLP verweisen für die Arbeit am Patienten an die NLPt.
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