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Neufrankreich (franz. La Nouvelle-France) war eine Französische Kolonie von 1608 bis 1763, welche neben dem Gebiet um den St. Lorenz-Strom auch das Mississippi-Tal (Louisiana) und Akadien umfasste.

Erste Besiedelung


siehe auch: Französische Kolonialherrschaft in Kanada

Bereits um 1534 beanspruchte Jacques Cartier das Gebiet um den Sankt-Lorenz-Strom für Frankreich unter dem Namen Neufrankreich. Er errichtete auch eine erste Siedlung am Strom. Allerdings musste er während des harten Winters schwere Verluste hinnehmen und sich wieder zurückziehen.

Seine Berichte von den großen Indianersiedlungen Hochelaga und Stadacona brachten den Abenteurer und Forschungsreisenden Samuel de Champlain auf die Idee einen erneuten Versuch zur Besiedelung von Neufrankreich zu wagen. Er hielt es noch immer für möglich, dass China und Amerika verbunden sind. 1607 gründete er das Fort Isle Royale in Akadien als ersten Stützpunkt. Nach dem überstandenen Winter gründete er 1608 mit Québec erneut eine Siedlung. Diesmal allerdings am Eingang des St.-Lorenz-Stroms. Kurz darauf wurde er der erste Gouverneur der neugeschaffenen Kolonie, die bald reichen Profit durch den Pelzhandel abwarf.

Sein wichtigster Entdecker Jean Nicollet drang bereits bis an den Illinois River vor. Champlain selbst reiste bis zum Ontario- und Huronsee.

Die Franzosen begingen in dieser Zeit einen diplomatischen Fehler, der sich später mehrmals rächen sollt. Sie unterstützten die relativ schwachen Huronen gegen den stärksten Stamm der Region, die Irokesen, die dadurch zu erbitterten Feinden wurden.

Konflikte mit den Irokesen


Durch das oben bereits genannte Bündnis mit den Huronen, wurden die Franzosen in den Krieg mit den, von den Holländern mit Waffen versorgten, Irokesen, der 1630 ausbrach, hineingezogen. Um 1660 gelang es dem Gouverneur Louis de Buade, comte de Frontenac die Lage kurzfristig zu beruhigen.

In dieser kurzen Friedenszeit konnten der bei den Irokesen aufgewachsene Pierre-Esprit Radisson und sein Schwager Médard des Groseilliers bis zum Mississippi vordringen. Sie ermöglichten Frankreich damit die Erschließung von Handelswegen außerhalb der Reichweite der Irokesen. Nach einem Zerwürfniss mit dem neuen französischen Gouverneur traten sie in englische Dienste und gründeten die Hudson's Bay Company.

Nach der Abberufung Frontenacs kam es zu einem erneuten Angriff der Irokesen: Dem sogenannten Irokesensturm. Frontenac wurde zur Rückkehr bewogen und konnte mit mehr als 1000 Soldaten die Irokesen zurückschlagen. Er führte die schon von Champlain begonnene Politik der friedlichen Koexistenz mit den meisten anderen Indianerstämmen der Umgebung der großen Seen fort. Dazu muss man allerdings sagen, dass in Neufrankreich nie mehr als 50.000 Siedler lebten. Im Gegensatz dazu in den britischen Kolonien mehr als 1,2 Millionen.

Weitere Entdeckungen


Nach dem Ende der Irokesenkriege wurde die Kolonisation besonders durch die Jesuiten vorangetrieben. Sie gründeten mehrere Missionsstationen and den Großen Seen, wie zum Beispiel Sault Ste. Marie. Die beiden Jesuitenpater Jacques Marquette und Louis Joliet befuhren bereits den Mississippi bis zur Mündung des Arkansas.

Um die Kontrolle über die neu entdeckte Wasserstraße zu sichern und den Einfluss der Jesuiten zurückzudrängen, beauftragte Ludwig XIV. den Abenteurer Robert de La Salle mit der Aufstellung einer Expedition in die Mündeng des Flusses. Nach mehreren Rückschlägen begann er 1682 mit einer großen Expedition, in deren Folge er tatsächlich bis zur Mündung vordrang und das gesamte Mississippigebiet für Frankreich in Besitz nahm. 17 Jahre später gründete Pierre d'Iberville La Nouvelle-Orléans (das spätere New Orleans).

Das Ende der französischen Herrschaft


Im 18. Jh. wurde der Gegensatz zu England immer stärker und es kam zu mehreren Kriegen, den Franzosen- und Indianerkriegen infolge deren die Franzosen Akadien abgeben mussten. Nachdem die Engländer im 7-jährigen Krieg, mit Unterstützung der Irokesen im Kampf gegen die Franzosen und den meisten anderen Indianerstämme der Region, 1759 Québec und 1760 Montréal, die 2. wichtigste Stadt, erobern konnten, erhielt England 1763 die Kolonie durch den Pariser Frieden und teilte die Region in Ober- und Niederkanada auf.

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