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Die Neue Pinakothek im Kunstareal München ist ein Kunstmuseum, welches speziell Malereien und Skulpturen aus dem 18. und 19. Jahrhundert zeigt. Die Bestände sind Teil der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen. Gegenüber der Neuen Pinakothek befindet sich die Alte Pinakothek mit Werken bis zum beginnenden 18. Jahrhundert. Als drittes Museum komplettiert die Pinakothek der Moderne das Kunstareal mit Werken des 20./21. Jahrhunderts.
Geschichte
Munich neue pinakothek 1880.jpg
Die Galerie wurde
1853 von
Ludwig I. gegründet, der damit wie schon durch seinen Bau der
Alten Pinakothek seine Privatsammlung von zeitgenössischen Kunstwerken der Öffentlichkeit zugänglich machen wollte. Die Neue Pinakothek war damit außerdem die erste Sammlung "moderner" Kunst weltweit.
Vorerst lag, bedingt durch Ludwigs Vorlieben, das Hauptgewicht der Ausstellung auf der Münchner Schule (Bildende Kunst) und der Deutschen Romantik. Nach dem Tod Ludwigs kamen nach und nach weitere bedeutende Werke hinzu, insbesondere ab 1909 unter der Aufsicht des damaligen Generaldirektors der Münchner Staatsgemäldesammlungen, Hugo von Tschudi ("Tschudi-Spende"). Er richtete sein Augenmerk verstärkt auf die bis dahin eher vernachlässigten modernen französischen Künstler. Ihm verdankt die Neue Piankothek ihre eindrucksvolle Impressionistensammlung.
Die Sammlung wuchs bis heute durch Stiftungen und Käufe wichtiger Werke beständig an, so dass sie heute weltweit zu den wichtigsten Ausstellungen der Kunst des späten 18.Jahrhunderts und des 19. Jahrhunderts zählt.
Das Gebäude
Nachdem einige andere Bauplätze verworfen worden waren, entstand das Galeriegebäude im Auftrag Ludwigs I. gegenüber der Alten Pinakothek. Die Pläne stammten von Friedrich von Gärtner und August von Voit.
Im Zweiten Weltkrieg wurde das Gebäude der Neuen Pinakothek vollständig zerstört und bald darauf abgetragen. Die Bestände wurden im Haus der Kunst ausgestellt. Erst 1981 wurde ein postmoderner Neubau des Architekten Alexander Freiherr von Branca eröffnet. Im Westflügel befindet sich das Doerner Institut.
Die Sammlung
Die Neue Pinakothek zeigt aus ihrem Bestand von über 3.000 Gemälden und 300 Skulpturen ständig eine Auswahl von mehr als 400 Werken.
Francisco de Goya y Lucientes 092.jpg „Die gerupfte Pute“ (gegen 1810)]]
Internationale Kunst des späten 18. Jahrhunderts
Die Sammlung umfasst unter anderen Werke von
Anton Graff ("Heinrich XIII, Graf Reuß" 1775),
Francisco de Goya ("Die Landpartie" 1776) ("Don José Queraltó als spanischer Armeearzt" 1802),
Jacques-Louis David ("Bildnis der Anne-Marie-Louise Thélusson, Comtesse de Sorcy" 1790),
Johann Heinrich Füssli ("Satan und Tod, von der Sünde getrennt" 1792/1802),
Johann Friedrich August Tischbein ("Nicolas Châtelain im Garten" 1791)
Englische Malerei des späten 18. und frühen 19. Jahrhunderts
Thomas Gainsborough ("Landschaft mit Hirt und Herde" 1784) ("Mrs. Thomas Hibbert" 1786),
William Hogarth ("Richard Mounteney"),
Joshua Reynolds ("Captain Philemon Pownall" 1769),
David Wilkie ("Testamentseröffnung" 1820),
Thomas Lawrence ("Die beiden Söhne des 1. Earl Talbot" ca 1792),
George Romney ("Catherine Clements" 1788),
Richard Wilson ("Blick von Syon House über die Themse bei Richmond Gardens" ca 1765),
John Constable ("Blick von East Bergholt auf Dedham Vale" 1825),
George Stubbs und
William Turner ("Ostende" 1844)
Deutsche Künstler des Klassizismus in Rom
wie
Friedrich Overbeck ("Italia und Germania" 1828),
Friedrich Wilhelm von Schadow ("Bildnis einer jungen Römerin" 1818), Heinrich Maria von Hess ("Marchesa Marianna Florenzi" 1824) und
Peter von Cornelius ("Die drei Marien am Grab" ca 1822)
Deutsche Romantik
mit Werken von
Caspar David Friedrich ("Gartenlaube" 1818),
Johan Christian Dahl ("Morgen nach einer Sturmnacht" 1819),
Karl Friedrich Schinkel ("Dom über einer Stadt" ca 1830),
Carl Blechen ("Bau der Teufelsbrücke" 1830) und anderen
Carl Spitzweg 017.jpg „Der arme Poet“ (1839)]]
Biedermeier
vertreten zum Beispiel durch
Domenico Quaglio ("Die alte Reitschule mit dem Café Tambosi in München" 1822),
Franz Xaver Winterhalter ("Graf Jenison-Walworth" 1837),
Ferdinand Georg Waldmüller ("Junge Bäuerin mit drei Kindern im Fenster" 1840),
Moritz von Schwind ("Eine Symphonie" 1852),
Carl Spitzweg ("Der Institutsspaziergang" ca 1855)
Französische Romantik
mit
Théodore Géricault ("Auffahrende Artillerie" ca 1814),
Eugène Delacroix ("Clorinde befreit Olindo und Sophronia" ca 1855),
Jean-François Millet ("Bauer beim Propfen eines Baumes" 1855),
Honoré Daumier ("Das Drama" 1860),
Gustave Courbet ("Landschaft bei Maizières" 1865) und anderen
Historien- und Gesellschaftsmalerei
mit Werken beispielsweise von
Wilhelm von Kaulbach ("Ludwig I umgeben von Künstlern und Gelehrten" 1848),
Karl Theodor von Piloty ("Seni vor der Leiche Wallensteins" 1855),
Franz von Defregger ("Das letzte Aufgebot" 1872) und
Hans Makart ("Die Falknerin" ca 1880)
Malerei der Deutschrömer
insbesondere von
Arnold Böcklin ("Im Spiel der Wellen" 1883),
Anselm Feuerbach ("Nanna" 1861) und
Hans Thoma ("Taunuslandschaft" 1890) sowie
Hans von Marées ("Selbstbildnis" 1883)
Internationale Malschulen des 19. Jahrhunderts
wie
Wilhelm Leibl ("Bildnis der Frau Gedon" 1868),
Franz von Lenbach ("Dorfstraße von Aresing") und
Adolph Menzel ("Wohnzimmer mit Menzels Schwester" 1847)
Deutsche Impressionisten
insbesondere mit
Max Liebermann ("Badende Jungen" 1898),
Lovis Corinth ("Eduard Graf von Keyserling" 1901),
Fritz von Uhde ("Schwerer Gang" 1890),
Maria Slavona und
Max Slevogt ("Feierstunde" 1900)
Französische Impressionisten
mit Werken von
Pierre-Auguste Renoir ("Bildnis einer jungen Frau" 1876) ("Die Gärten von Montmartre mit Blick auf Sacré-Coeur im Bau" 1896),
Edouard Manet ("Frühstück im Atelier" 1868) ("Die Barke" 1874),
Claude Monet ("Seinebrücke von Argenteuil" 1874) ("Seerosen" ca 1915),
Paul Cézanne ("Der Bahndurchstich" ca 1870) ("Stillleben mit Kommode" ca 1883),
Paul Gauguin ("Die Geburt - Te tamari no atua" 1896),
Camille Pissarro ("Straße in Upper Norwood" 1871),
Edgar Degas ("Die Büglerin" ca 1869),
Alfred Sisley ("Der Weg nach Hampton Court" 1874),
Georges-Pierre Seurat und
Vincent van Gogh ("Der Weber" 1884) ("Sonnenblumen" 1888) ("Blick auf Arles" 1889)
Jugendstil''' und beginnendes 20. Jahrhundert
vertreten unter anderen durch
Gustav Klimt ("Margaret Stonborough-Wittgenstein" 1905),
Giovanni Segantini ("Das Pflügen" 1887/1890),
Paul Signac ("S.Maria della Salute" 1905),
Maurice Denis ("Gallische Herdengöttin"),
Henri de Toulouse-Lautrec ("Der junge Routy auf Schloss Céleyran" 1882),
James Ensor ("Stillleben im Atelier" 1889),
Ferdinand Hodler ("Die Lebensmüden" 1892),
Franz von Stuck ("Die Sünde" 1893),
Edouard Vuillard ("Szene im Café" 1903),
Edvard Munch ("Frau im roten Kleid (Straße in Aasgaardstrand) 1902") und
Egon Schiele ("Agonie" 1912). Bilder aus dem ersten Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts sind bereits auch in der
Pinakothek der Moderne ausgestellt.
Skulpturen
Ausgestellt sind auch Skulpturen des 19. und frühen 20.Jahrhunderts, unter anderem von
Bertel Thorvaldsen ("Adonis" 1802/1832),
Antonio Canova ("Paris Statue" 1807-16),
Rudolf Schadow ("Die Sandalenbinderin" 1813/1817),
Auguste Rodin ("Kauernde" 1880/82),
Max Klinger ("Elsa Asenijeff" ca 1900),
Aristide Maillol ("Flora" 1910),
Pablo Picasso ("Der Narr" 1905).
Weblinks
- http://www.pinakothek.de/neue-pinakothek/
Ausgewählte Werke
Bild:Claude Monet Seinebrücke von Argenteuil.jpg|Claude Monet: Seinebrücke von Argenteuil 1874
Bild:Paul Cézanne 158.jpg|Paul Cézanne: Selbstporträt 1875-77
Bild:Vincent Willem van Gogh 128.jpg|Vincent van Gogh: Sonnenblumen 1888
Bild:Paul Gauguin 062.jpg|Paul Gauguin: Geburt Christi, des Gottessohnes (Te tamari no atua) 1896
Bild:Ferdinand Hodler Die Lebensmüden.jpg|Ferdinand Hodler: Die Lebensmüden, 1892
Bild:Gustav Klimt 055.jpg|Gustav Klimt: Margaret Stonborough-Wittgenstein, 1905
Bild:Lovis Corinth 011.jpg|Lovis Corinth: Walchensee, 1921
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