Neue Institutionenoekonomik.png, Transaktionskostenökonomik, Theorie der Verfügungsrechte, Verfassungsökonomik und neue politische Ökonomik]]
Die Neue Institutionenökonomik (NIÖ) ist eine neuere Theorie der Volkswirtschaftslehre, die die Wirkung von Institutionen auf die Wirtschaftseinheiten (privater Haushalt, Unternehmen) untersucht. Zu unterscheiden ist die Neue Institutionenökonomik von der („alten“) Institutionenökonomik.
Die neue Institutionenökonomik unterscheidet sich somit in wesentlichen Punkten von der neoklassischen Theorie, deren einfaches Modell des Homo oeconomicus sie um realitätsnähere Annahmen ergänzt.
Beispiel:
Rudi Ratlos möchte ein Auto besitzen und ist bereit, dafür einen angemessenen Preis zu zahlen. Elli Pirelli möchte ihr Auto loswerden, wenn sie dafür einen angemessenen Preis bekommt. Somit könnte Rudi Ellis Auto kaufen (Preis ist offensichtlich kein Problem). Dann hätten beide ihre Situation durch diese Kooperation verbessert (im Gegensatz zu vorher). Allerdings weiß Rudi nicht, ob der Wagen vielleicht schon nach wenigen Kilometern den Geist aufgibt (egal, ob Elli um diese Schwächen weiß oder nicht). Da er keine Ahnung von Autos hat, kann er dies nicht einschätzen und das Geschäft kommt nicht zustande. Somit können beide ihre Situation nicht verbessern.
Erlässt der Staat, welchem beide angehören, nun ein Gesetz, welches Rudi ein entsprechendes Rückgaberecht einräumt, so etabliert er damit eine Institution. Diese gibt Rudi nun ein sicheres Gefühl, so dass er das Geschäft eingeht, was letzten Endes zum Vorteil beider Parteien führt.
Somit hat eine Institution (in diesem Fall ein staatliches Gesetz) zur Realisierung eines gemeinschaftlichen Vorteils geführt.
Es kann allgemein gesprochen betrachtet werden: Wie wirken sich vorhandene Institutionen aus? Wie sollten neue Institutionen aussehen? Hieraus ergibt sich die Fragestellung: Wie (d. h. mit Hilfe welcher Institutionen) können welche ökonomischen Aktivitäten (von der Arbeitsgruppe bis hin zur kompletten Volkswirtschaft) am besten koordiniert werden (siehe 2.)?
Die Koordination zwischen Anbieter und Nachfrager ist abhängig von der Organisationsform. Unter „Organisation“ soll hier eine Institution sowie die beteiligten Personen verstanden werden. Es können folgende Koordinationsformen unterschieden werden:
Markt:
Unternehmen existieren laut Ronald Coase deshalb, weil der Gebrauch des marktlichen Preismechanismus mit Kosten, genauer mit Transaktionskosten verbunden ist. Diese lassen sich durch eine Koordination innerhalb eines Unternehmens vermeiden. Zu diesen Kosten zählen beispielsweise die Kosten für die Aushandlung von detaillierten Verträgen oder Kosten der Unsicherheit hinsichtlich der Zuverlässigkeit eines Lieferanten (z. B. Insolvenzrisiko beim Lieferanten).
Märkte existieren, weil die Integration von Aktivitäten in ein Unternehmen ihrerseits auch Kosten verursacht. Diese Kosten setzen einer zunehmenden Integration Grenzen (siehe auch X-Effizienz).
Kooperation ist eine Mischform von Markt und Hierarchie in dem Sinne, dass die Parteien sich beidseitig freiwillig vertraglichen Regeln unterstellen. Diese begrenzen zwar die Handlungsmöglichkeiten beider Seiten, führen aber dennoch zu einem größeren gegenseitigen Vorteil als nach den Regeln des Marktes alleine. Probleme bei der Koordination gemäß dieser übergeordneten vertraglichen Regeln können dann eskaliert werden – z. B. vor Gericht.
Mit der Frage der Koordination unternehmensübergreifender Lieferketten, die als übergeordnete (virtuelle) Organisationseinheit anzusehen sind, beschäftigt sich aus logistischer Sicht das Supply Chain Management (SCM). Theoretische Ansätze des SCM gründen wiederum teilweise auf der Institutionenökonomik.
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